„So einen gibt es nur alle zehn, 15 Jahre“
Wenn Österreichs Nationalteam am Freitag (20.30 Uhr, live in ORF eins und im Livestream) im Happel-Stadion auf Belgien trifft, dann könnten es Emanuel Pogatetz und seine Abwehrkollegen mit einem der größten Talente in Europa zu tun bekommen: Eden Hazard. Der 20-jährige Offensiv-Allrounder, der beim französischen Tabellenführer OSC Lille spielt, bringt Fans, Scouts und Medien ins Schwärmen.
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In Frankreich wird Hazard nicht nur wegen seiner geringen Größe von 1,70 m, sondern auch aufgrund seines herausragenden Talents der „neue Messi“ genannt. „Er ist ein Juwel“, schrieb dieser Tage das Fachmagazin „France Football“. Die Medien überschlagen sich mit Lob und feiern den stillen, bescheidenen Jungstar auch als „Außerirdischen“ und als „Genie“. Sein ehemaliger Jugendtrainer Stephane Adam schwärmt sogar: „Eden wurde von Gott auserwählt. So einen Spieler gibt es nur alle zehn, 15 Jahre.“
Kurzeinsatz beim 4:4 in Brüssel
Beim spektakulären 4:4 des ÖFB-Teams in Brüssel wurde Hazard in der 81. Minute beim Stand von 2:3 eingewechselt. Neun Minuten später hatten die Gastgeber die Partie gedreht und gingen 4:3 in Führung. Im Rückspiel in Wien ist nun gut möglich, dass Hazard schon in der Anfangsformation steht, war er doch beim 1:1 im letzten Testspiel gegen Finnland von Beginn an im Einsatz. Überdies fehlt Spielmacher Marouane Fellaini nach einer Knöcheloperation.

GEPA/Photo News
Bei Generalprobe für das ÖFB-Duell stand Hazard in der Startelf.
Noch Anfang Oktober hatte Belgiens Teamchef Georges Leekens seinen Jungstar in die Pflicht genommen. „Ich mag Eden, er hat viele Qualitäten, aber er muss mehr arbeiten. Auch physisch und mental muss er noch besser werden“, erklärte Leekens in Richtung Hazard, der im November 2008 gegen Luxemburg als 17-Jähriger sein Debüt für die „Roten Teufel“ gab und mittlerweile 18 Länderspiele bestritten, aber dabei noch kein Tor erzielt hat.
Hazard lässt Lille träumen
Bei Lille ist Hazard hingegen schon länger die treibende Kraft im Offensivspiel. In den beiden vergangenen Saisonen wurde er zum größten Talent der Ligue 1 gewählt. Diese Saison führt er die Spielerwertung von „France Football“ unangefochten an und sorgt mit seinen Assists und Toren dafür, dass Lille vom ersten Meistertitel seit 1954 träumen darf.
„Wenn Hazard so weitermacht, dann klappt es“, meint etwa „France Football“. Seit gut drei Monaten ist Lille nicht von der Spitze der Liga zu verdrängen. Der Vorsprung auf Meister und Verfolger Olympique Marseille beträgt nach 28 von 38 Runden vier Punkte. Anfang März gewann Lille das direkte Duell gegen Marseille dank eines Zaubertores von Hazard aus 35 Metern 2:1.

AP/Michel Spingler
Wenn Hazard wechselt, werden wohl ein paar Millionen überwiesen.
Laut Zidane „der Star der Zukunft“
Angesichts solcher Tore geben sich Spione von Bayern München, Juventus Turin, Real Madrid, Arsenal, FC Liverpool, Manchester United, Chelsea und anderer Topclubs im Stadium Lille Metropole die Klinke in die Hand, um dem Supertalent auf die Füße zu schauen. Als erster Interessent soll Liverpool ein Angebot über 16 Millionen Euro abgegeben haben. Das Sportblatt „L’Equipe“ ist aber sicher, dass der Lille-Vorstand erst bei einem Angebot von 25 Millionen schwach wird.
Im Bergbaurevier im Nordosten Frankreichs weiß man schließlich, was man an Hazard hat. Der Vertrag mit dem Flügelspieler, der in die Fußstapfen seines berühmten Landsmannes Enzo Scifo treten könnte, wurde jüngst um ein Jahr bis 2015 verlängert. Kein Geringerer als Zinedine Zidane empfahl seinen Chefs bei Real Madrid schon vor Monaten, Hazard „blind zu verpflichten“. Der junge Mann sei „der Star der Zukunft“.
„Er kann so gut wie Messi werden“
Hazard wechselte mit 14 Jahren vom belgischen AFC Tubize in die Jugendabteilung des OSC Lille und machte sich schnell einen Namen. Schon mit 16 gab er sein Debüt in Frankreichs höchster Liga. „Er ist noch nicht so gut wie Messi, kann es aber werden“, erklärt Adam. Hazard sei schnell, helfe in der Abwehr aus, könne auf engem Raum zwei, drei Gegenspieler ausschalten sowie Tore vorbereiten und schießen. Angesichts solcher Fähigkeiten ist ein Wechsel wohl nur eine Frage der Zeit.
Hazard versicherte den Lille-Fans aber, er sei „zu 100 Prozent beim OSC“, räumt aber auch ein, dass es keine Garantie dafür gebe, dass er nächste Saison in Lille bleiben werde. „Ich möchte nicht weg, aber im Fußball weiß man ja nie“, sagte er. Er hätte schon 2010 ins Ausland wechseln können, „aber jetzt fühle ich mich stärker und besser darauf vorbereitet, auf einem höheren Niveau zu spielen“. Für das ÖFB-Team heißt es also, auf der Hut zu sein.
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