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Fehler analysieren und besser machen

Das Auswärtsspiel am Dienstag (19.30 Uhr, live in ORF eins) in Istanbul bietet für die österreichische Nationalmannschaft die Gelegenheit zur Wiedergutmachung. Dietmar Constantini und sein Team brauchen gegen die Türkei einen Sieg, um das große Ziel EM-Endrunde 2012 nicht vorzeitig abschreiben zu müssen. Die Niederlage gegen Belgien tat weh, nun will sich die ÖFB-Auswahl wieder ihrer Stärken besinnen.

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„Gegen Belgien haben wir als Kollektiv komplett versagt“, brachte es Außenverteidiger Christian Fuchs auf den Punkt. „Wir haben uns nicht das zugetraut, wozu wir imstande sind.“ Das muss gegen die bekannt heimstarken Türken anders werden. Auch das „Herumspielen um den heißen Brei“ soll nach vier sieglosen Partien in Folge abgestellt werden. Beim 4:4 in Belgien präsentierte man sich offensiv mutig und kreativ, in den Testspielen gegen Griechenland (1:2) und in den Niederlanden (0:3) funktionierte das ebenso wenig wie beim 0:2 gegen die Belgier in Wien.

Keine Zeit für Querdenker

„Wir haben mehr quer als nach vorne gedacht, zu wenig in die Tiefe gespielt“, analysierte Mainz-Legionär Fuchs den jüngsten Rückschritt. „Dazu kamen leichte Ballverluste, und das schnelle erste Tor der Belgier war für uns ein Schockerlebnis.“ Um in der Höhle des Löwen bestehen zu können, müsse jeder für den anderen da sein. Mehr oder weniger direkt sprach er damit Marko Arnautovic an, der auf der linken Seite vor Fuchs gegen die Belgier kaum Defensivarbeit verrichtet hatte. „Das eine oder andere Mal hätte ich mir schon mehr Unterstützung erwartet.“

Christian Fuchs und Marc Janko

APA/Herbert Pfarrhofer

Christian Fuchs und Marc Janko beschwören den ÖFB-Teamgeist.

Besagtes Kollektiv wird gerade im Hexenkessel von Istanbul ein wichtiger Faktor sein. „Das ist sich jeder selbst schuldig, und allen Österreichern“, packt Fuchs seine Kollegen bei der Ehre und verspricht: „Wir haben weiter vollstes Vertrauen in uns und lassen nichts zwischen uns kommen.“ Natürlich würden die kommenden Aufgaben gegen die Türkei und Deutschland eine große Herausforderung darstellen, aufgegeben habe sich aber niemand. „Wir haben ein Spiel verloren, aber noch nicht die Qualifikation. Es ist noch alles möglich“, betonte Fuchs.

„Sündenbock“ Janko hat noch nicht aufgegeben

Mit dieser Ansicht steht er nicht alleine da, auch Marc Janko gab sich kämpferisch: „Ich bin nach wie vor der Meinung, dass unsere Mannschaft Qualität hat. Sie kann es nur leider nicht immer abrufen, warum auch immer.“ Die Pfiffe im Happel-Stadion bei seiner Auswechslung hat der Twente-Torjäger verarbeitet. „Ich kann damit umgehen. Wenn es nicht läuft, suchen die Leute einen Sündenbock. Das ist meistens der Kapitän oder ein Führungsspieler“, richtete sich der Ex-Salzburger selbst auf. „Außerdem waren viele Rapid-Fans im Stadion, und die haben ihre Lieblinge Stefan (Maierhofer, Anm.) und Ümit (Korkmaz) gefordert.“

Die bei der vergebenen Ausgleichschance erlittene Schulterverletzung macht Janko zusätzlich zum Mittelhandknochenbruch zu schaffen. Ob er in Istanbul aber ohnehin von Maierhofer in der Startformation abgelöst wird, wollte sich Teamchef Constantini noch offenlassen. „Die Schulter ist sehr dick, aber ich gehe davon aus, dass ich zumindest nach Istanbul mitfliege“, erklärte Janko, dessen linke Hand noch geschient ist. „Die Türken müssen das Spiel machen. Vielleicht tun wir uns da in unserer derzeitigen Situation ja leichter“, hofft nicht nur er auf einen besseren Spielverlauf als gegen Belgien.

Kein Ultimatum für Constantini

Auch ÖFB-Präsident Leo Windtner war nach dem Belgien-Spiel schwer enttäuscht, stellte Constantini aber bewusst kein Ultimatum. „Wir ziehen erst nach dem Türkei-Spiel Bilanz“, sagte Windtner. „Wir müssen jetzt Kontinuität und Contenance wahren, ansonsten würde man nur Unruhe in die Mannschaft bringen.“ Auch eine Niederlage in Istanbul müsse nicht zwangsläufig die Ablöse Constantinis bedeuten, auch wenn die EM damit in weite Ferne rücken würde.

„Einen Persilschein gibt es zwar nirgends, aber es ist bekannt, dass wir für Kontinuität stehen“, erklärte der 60-Jährige am Samstag. Wiedergutzumachen gebe es für die ÖFB-Auswahl jedenfalls einiges: „Gegen Belgien wurde eine Riesenchance vertan“, sagte Windtner. „Seit langem war die gesamte Öffentlichkeit nicht mehr so geschlossen hinter der Nationalmannschaft und hat nicht nur gehofft, sondern war auch zuversichtlich, die Belgier zu schlagen.“ Nun müsste das Team die Chance nutzen, die Herzen der Fans zurückzugewinnen.

Harald Hofstetter, ORF.at

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