Erfolge trotz Konflikten
Der am Montag wegen eines „massiven Vertrauensbruchs“ fristlos entlassene Rapid-Trainer Peter Pacult war für kontroversielle Aktionen während seiner Rapid-Zeit immer zu haben. Der permanente Konflikt zwischen dem Trainer und dem Sportdirektor war nur ein Auswuchs, für Aufsehen sorgten auch Konflikte mit Fans - den eigenen und jenen des Gegners.
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So bekamen die Anhänger Sturm Graz vor einem Jahr Pacults Mittelfinger präsentiert. Die Rapid-Ultras wiederum konnten dem 51-jährigen Wiener seine Austria-Vergangenheit nicht verziehen. Auch unter den Spielern war Pacult nicht allzu beliebt, was weniger an den harten Trainingsmethoden, sondern vor allem an der geringen Kommunikation zwischen Mannschaft und Trainer lag.
Dem Erfolg tat das angespannte Verhältnis aber lange keinen Abbruch. Pacult übernahm im September 2006 eine am Boden liegende Mannschaft, führte sie im Mai 2007 auf Endrang vier und machte sie ein Jahr später sogar zum Meister.
Sternstunden in der Europa League
Im August 2009 und 2010 erreichten die Hütteldorfer jeweils die Gruppenphase der Europa League. Geschafft wurde das durch Erfolge über Aston Villa, womit Pacult das Kunststück gelang, erstmals einen österreichischen Club zu einem Europacup-Aufstieg gegen ein englisches Team zu führen.
Die insgesamt sechs Europa-League-Heimspiele bescherten Rapid zwar mit Ausnahme eines 3:0 über den Hamburger SV keine sportlichen Erfolge, aber sechsmal ein ausverkauftes Happel-Stadion. Durch diese Einnahmen sowie durch die millionenschweren Verkäufe von Ümit Korkmaz, Erwin Hoffer, Stefan Maierhofer und Nikica Jelavic wurde Rapid in Pacults Zeit vom Sanierungsfall zu einem finanziell gesunden Club.
Titel außer Reichweite
Aus sportlicher Sicht lief es zuletzt jedoch alles andere als wunschgemäß. Aufgrund der Niederlage gegen Sturm liegen die Grün-Weißen als Fünfte schon acht Punkte hinter Spitzenreiter Austria und drohen das Saisonziel - das Erreichen eines internationalen Startplatzes - zu verpassen. Allerdings könnte Rapid auch noch über den Umweg Cup das Europacup-Ticket lösen, im Viertelfinale wartet am 20. April ein Heimspiel gegen den Abstiegskandidaten SV Mattersburg.
Zu diesem Zeitpunkt könnte sich Pacult schon in Leipzig befinden. Laut diversen Medienberichten dürfte der Wiener aber erst im Sommer das Amt beim Red-Bull-Club antreten, den er so schnell wie möglich von der vierthöchsten Spielklasse in die deutsche Bundesliga hieven soll. Über diese Causa ist Pacult bei Rapid gestolpert.
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