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Justizministerium ermittelt

Die Vienna hat in den letzten Wochen mit der etwas anderen Doppelbelastung zu kämpfen. Der Abstiegskampf in der Ersten Liga hält den Döblinger Traditionsclub sportlich in Atem. Der Verdacht der Spielmanipulation um Verteidiger Erdzan Beciri zehrt zusätzlich an den Kräften im Verein.

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Die 2:3-Auswärtsniederlage gegen Austria Lustenau vom 12. April war für die Vienna nicht nur ein herber Rückschlag im Bemühen um den Klassenerhalt, sondern auch ein Tiefschlag für das Image. Das entscheidende Gegentor in der 89. Minute resultierte nämlich aus einem Elfmeter für die Vorarlberger, den Beciri durch ein mittlerweile zu zweifelhaftem Ruhm gelangtes Handspiel verursacht hatte.

„Überhöhtes Wettaufkommen“

Die ebenso unerklärliche wie auffällige Bewegung des 25-jährigen Slowenen mit der Hand zum hoch in den Strafraum gekommenen Ball waren das eine. Erhöhtes, vom Frühwarnsystem „Asia Monitor“ verzeichnetes Wettaufkommen das andere. Die im Finish der Partie in Asien gesetzten Summen auf ein Tor für Lustenau waren so hoch, dass die betreffende Quote mit ablaufender Spielzeit sank statt stieg.

Diesen Sachverhalt übermittelte die Vienna im Zusammenwirken mit ÖFB und Bundesliga dem Justizministerium, wo nun in alle Richtungen ermittelt wird. „Es gab dieses überhöhte Wettaufkommen, das steht fest“, erklärte Vienna-Manager Lorenz Kirchschlager im Gespräch mit ORF.at. „Das kann aber mehrere Gründe haben: Geldwäscherei, wettübliche „Zockerei“ oder eben eine Spielmanipulation.“

Zufall oder Manipulation?

Sollten die Untersuchungen im Justizministerium ausreichend Anhaltspunkte für eine Manipulation ergeben und es im Zuge weiterer Ermittlungen letztlich auch zu einem Prozess kommen, werde die Vienna weitere Schritte setzen. „Der Club wäre dann selbst Geschädigter“, betonte Kirchschlager und fügte hinzu, dass Beciri nach dem Spiel in Lustenau von sich aus auf die Vereinsführung zugekommen war. „Er will alles tun, um bei der Aufklärung zu helfen.“

Auch die Vienna werde wie bisher offensiv an die Sache herangehen, weiter voll auf Transparenz sowie Kooperation setzen. Und für den im Frühjahr ansonsten konstant gut spielenden Beciri gilt, was Trainer Alfred Tatar mit weiteren Einsätzen des Slowenen in der Meisterschaft und im Cup unterstrich: die Unschuldsvermutung.

Harald Hofstetter, ORF.at

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