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Abfuhr gegen Weißrussland

Österreich ist nur noch eine Niederlage vom neuerlichen Abstieg entfernt. Die ÖEHV-Mannschaft musste sich zum Auftakt der Relegation bei der WM in der Slowakei am Donnerstag in Kosice Weißrussland klar mit 2:7 (0:3 0:2 2:2) geschlagen geben und muss damit das nächste Spiel am Samstag gegen Slowenien unbedingt gewinnen, um die Chance auf den Klassenerhalt weiterhin zu wahren.

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Teamchef Bill Gilligan wirbelte für die erste Partie in der Abstiegsrunde seine Linien gehörig durcheinander. So begann Matthias Trattnig erstmals bei dieser WM nicht als Verteidiger, sondern als Stürmer an der Seite von Thomas Koch und Oliver Setzinger. Auch bei den restlichen Blöcken mischte der US-Amerikaner die Reihen durch. Im Tor setzte Gilligan so wie einen Tag zuvor gegen Norwegen auf die Künste von Jürgen Penker.

ÖEHV-Team läuft hinterher

Und der 29-Jährige hatte so wie beim 0:5 keine 24 Stunden davor auch diesmal keinen leichten Stand. In der vierten Minute wurde Penker erstmals geprüft, in der fünften Minute erstmals bezwungen. Jewgeni Kowirschin nutzte die Verwirrung in der österreichischen Hintermannschaft und einen glücklichen Sprung des Pucks, um im Fallen auf 1:0 für Weißrussland zu stellen. Rot-Weiß-Rot war der Frust über die gegen Norwegen verlorene Partie in jeder Sekunde des Spiels anzusehen.

Jewgeni Kowyrschin (Weißrussland) erzielt das 1:0 gegen Österreich

APA/Helmut Fohringer

Der Anfang vom Ende: Kowyrschin trifft im Flug zum 1:0 für Weißrussland.

Erst in der zehnten Minute gab Koch den ersten Torschuss für die Österreicher ab, die gegen die technisch starken und körperlich frischeren Weißrussen erneut mit massiven Problemen im Spielaufbau zu kämpfen hatten. Nach Kochs Warnschuss traute sich die ÖEHV-Truppe etwas mehr zu, fand aber nicht das richtige Rezept um den routinierten Goalie Andrej Mezin auch nur ansatzweise ins Wanken zu bringen.

Wie es geht, zeigten die Weißrussen gegen Ende des ersten Abschnitts vor. Einen schnellen Konter schloss Michail Grabowski von den Toronto Maple Leafs mit einem satten Schuss ins kurze Ecke ab (18.), nur eine Minute später bezwang mit Andrej Kostizyn (Montreal Canadiens) der nächste NHL-Stürmer den östereichischen Schlussmann mit einem Schlagschuss. Bei beiden Treffern machte Penker nicht die glücklichste Figur. Die Partie war damit mehr oder weniger entschieden.

Jubel von Sergej Kolosow, Andrej Kostitsyn und Alexander Kulakow (Weißrussland)

APA/Helmut Fohringer

Weißrussland hat mit einem Bein den Klassenerhalt geschafft.

Trattnig trifft Stange

Immerhin: Fast hätte Trattnig in seinem ersten Spiel als Stürmer die Torflaute der Österreicher beendet, doch ein Schuss des Salzburger Spielers landete von Mezin abgefälscht an der Stange. Immerhin zeigten sich die ÖEHV-Mannen im Vergleich zum Norwegen-Spiel mit mehr Stolz und versuchten zumindest, sich ins Spiel zurückzukämpfen. Im Angriff klappte aber auch im zweiten Drittel nichts. Ergab sich eine Chance, wurde sie kläglich vergeben. Bestes Beispiel: Roland Kaspitz, der einen Meter frei vor dem Tor in Mezin seinen Meister fand.

Passend zum Spielverlauf erzielte Artjom Demkow im Gegenzug den vierten Treffer für die Weißrussen. Fabian Weinhandl, der in der ersten Pause statt Penker ins Tor kam, musste den Puck am kurzen Eck passieren lassen (31.). Wer dachte, Weißrussland würde sich nun mit einem lockeren Schaulaufen begnügen, der irrte. Sergej Demagin schnappte sich in Unterzahl, nach einem katastrophalen Fehler von Darcy Werenka, den Puck und ließ Weinhandl im Eins gegen Eins keine Chance und traf zum 5:0 (33.)

Setzinger beendet Torflaute

Etwas Positives hatte die Partie dennoch: Setzinger beendete nach 47 Sekunden im letzten Drittel die Torflaute der Österreicher. Der Lausanne-Legionär bugsierte im Powerplay einen Abpraller nach Schuss von Werenka ins Tor. Zuvor war die Mannschaft von Trainer Gilligan seit dem USA-Spiel 186 Minuten einem Treffer hinterher gelaufen. Aber nur wenig später stellte Dimitri Korobow im Powerplay den Fünftorevorsprung wieder her. Alexander Kulakow erhöhte auf 7:1 (52.), ehe WM-Debütant Michael Schiechl den zweiten Treffer für den ÖEHV erzielte (54.).

Österreich steht damit mit einem Bein in der B-Gruppe. Die Mannschaft benötigt am Samstag (12.15 Uhr) einen Sieg gegen Mitaufsteiger Slowenien um noch im Rennen um den Klassenerhalt zu bleiben. Unsere Nachbarn gehen jedoch als Favorit in die Partie. Denn im Parallelspiel schossen die Slowenen Lettland mit 5:2 aus der Orange-Arena von Bratislava. Besiegt Slowenien auch Österreich und schlagen die Weißrussen am Samstag Lettland, kommt es am Sonntag in Kosice zum bedeutungslosen Duell der Verlierer - und Absteiger.

Karl Huber, ORF.at aus Kosice

Eishockey-WM

Relegationsrunde, Donnerstag:

Weißrussland - Österreich 7:2

(3:0 2:0 2:2)

Kosice, 2.500, SR Bulanow/Jerabek (RUS/CZE)

Tore: Kowirschin (5.), Grabowski (18.), Kostizyn (19.), Demkow (31.), Demagin (33./SH), Korobow (44./PP), Kulakow (52.) bzw. Setzinger (41./PP), Schiechl (54.)

Strafminuten: 12 bzw. 18

Weißrussland: Mesin - Kostjutschjonok, Korobow; Rjadinski, Gotowez; Stasenko, Goroschko; Kolosow - Ugarow, Meleschko, Grabowski; Michaljow, Stas, Demagin; Kulakow, Kostizyn, Kowirschin; Stepanow, Kitarow, Pawlowitsch; Demkow

Österreich: Penker (20./Weinhandl) - Werenka, Unterluggauer; Schumnig, Reichel; Ph. Lakos, R. Lukas - Setzinger, Koch, Trattnig; Welser, Kaspitz, Th. Raffl; Rotter, Ph. Lukas, Latusa; Peintner, P. Harand, Schiechl

Slowenien - Lettland 5:2

(0:0 3:0 2:2)

Bratislava, Tore: Ticar (28./PP, 41.), Razingar (34., 40.), Pajic (42.) bzw. Cipulis (52.), Bukarts (60.)

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