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Erzrivalinnen, keine Freundinnen

Das „Zickenduell“ zwischen den Weltcup-Rivalinnen Lindsey Vonn und Maria Höfl-Riesch abseits der Pisten geht in die nächste Runde und droht sogar zu eskalieren. Diesmal ist es Marcus Höfl, der Ehemann und Manager der Weltcup-Siegerin, der gegen Vonn wettert, deren via Facebook verbreitete Vorwürfe schroff zurückweist und Vonn erneuter Lügen bezichtigt.

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Maria Höfl-Riesch gemeinsam mit ihrem Gatten Marcus Höfl bei deren Hochzeit

APA/Barbara Gindl

Kirchliche Hochzeit im April in Going

Schon seit dem dramatischen Weltcup-Finale in Lenzerheide, wo Vonn im Kampf um die große Kristallkugel um drei Punkte das Nachsehen hatte, herrschte „Eiszeit“ - kein nettes Wort, keine versöhnliche Geste. Der Hochzeit ihrer „Freundin“ Mitte April blieb Vonn trotz Einladung fern. Das Verhältnis der beiden Skifahrerinnen erlitt einen weiteren, unkittbaren Riss. Nun goss Marcus Höfl noch Öl in Feuer. „Zuerst habe ich nur den Kopf geschüttelt. Da kommst du entspannt aus dem Urlaub zurück - und dann so was“, sagte Höfl.

Vonn stört Flitterwochen

Denn ausgerechnet im Flitterurlaub der frisch Vermählten auf den Seychellen hatte Vonn ihr Schweigen gebrochen und auf Facebook zum Gegenschlag ausgeholt. „Sie (Maria) hat eine Reihe von negativen Interviews gegeben und fortwährend schlecht über mich geredet. Ich bin wegen ihres Handelns sehr verletzt und weiß ehrlich gesagt nicht, wie es um die Freundschaft steht“, ließ die 25-Jährige verlautbaren.

Zudem habe sie Maria Höfl-Riesch sehr wohl persönlich zu all ihren Erfolgen ihrer Karriere gratuliert, der Gesamtweltcup bilde da keine Ausnahme. „Ich habe ihr gratuliert, als ich sie auf dem Podium in Lenzerheide umarmt habe“, so Vonn, die ihre Absenz bei der Hochzeit mit den Worten erklärte: „Ich habe mich entschieden, nicht hinzugehen, weil Maria und ihr Lager mir gegenüber immer feindlicher aufgetreten sind – persönlich und öffentlich. Die Wahrheit ist: Mein Mann und ich fühlten uns nicht willkommen.“

„Lindsey lügt erneut“

Da platzte Rieschs Ehemann der Kragen. „Selbstverständlich wäre sie willkommen gewesen, deswegen haben wir sie ja eingeladen. Es hätte von Größe gezeugt, wenn sie diese Einladung angenommen hätte.“ Stattdessen soll die US-Amerikanerin einen Tag vor der Hochzeit per E-Mail abgesagt haben. Höfl dazu: „Gleichzeitig hat sie darum gebeten, dass wir niemandem etwas von dieser E-Mail verraten sollten, woran wir uns gehalten haben. Dass Lindsey jetzt von sich aus das Thema wieder öffentlich macht, finde ich schon befremdlich.“

Höfl stellte sich schützend vor seine Frau und heizte den Streit damit weiter an. Der Manager bezichtigte Vonn der Lüge. „Vonn verbreitet Lügen. Wir haben uns überlegt, ob man darauf vielleicht gar nicht mehr reagieren sollte. Das ist ja inzwischen wie Perlen vor die Säue werfen“, wurde Höfl in deutschen Medien zitiert. „Aber Lindsey lügt erneut - und das kann man so nicht stehen lassen.“

Nicht gut befreundet

„Es ging in Spindlermühle los, als Lindsey die Maria unter vier Augen angelogen hat - da ging es noch um die Skischuhe. Jetzt behauptet Lindsey, Maria würde schlecht über sie sprechen. Dann soll sie das einmal konkretisieren. Das kann sie nicht, weil es einfach nicht stimmt. Lindsey sagt, sie hätte Maria persönlich gratuliert, was eindeutig auch nicht stimmt. Bis heute hat weder sie noch ihr Umfeld das getan“, ärgerte sich Höfl.

Vonn versuche laut Höfl offenbar, „die ganze Sache als einen Zickenkrieg darzustellen und Maria ebenfalls zu einer Zicke zu machen. Dabei verstrickt sich Vonn immer weiter in Lügen.“ Höfl-Riesch dagegen, sagte Höfl, spreche nicht negativ über Vonn - zumindest nicht öffentlich, wie es der Anstand gebietet. Er äußerte auch die Vermutung, dass die beiden Rivalinnen längst nicht so gut befreundet gewesen seien, wie das in der Vergangenheit dargestellt worden war. „Unter richtigen Freunden lügt man sich auf jeden Fall nicht an“, sagte Höfl.

Maria Riesch und Lindsey Vonn scherzen und lachen miteinander bei der Siegerehrung

GEPA/Andreas Pranter

Ein Bild aus besseren Tagen

Höhepunkt im „Zickenkrieg“

Höfls Kritik dürfte nur der vorläufige Höhepunkt im „Zickenduell“ gewesen sein. Denn der Riss in der lange Zeit als innig geltenden Beziehung war bereits während der Saison zu spüren und pflanzte sich bisweilen fort. „Irgendwie hing da ein Schatten drüber. Jetzt, nachdem alles vorbei ist, hat es sich bewahrheitet“, sagte Höfl-Riesch nach der Weltcup-Siegerehrung in Lenzerheide, bei der sie, wie sie sagte, vergeblich auf eine freundschaftliche Geste ihrer unterlegenen Mitstreiterin gewartet hatte.

Rieschs Version der Vorfälle klang damals so: „Ich hatte in den letzten drei Jahren oft das Nachsehen und habe immer sportlich fair gratuliert und habe ihre Leistung respektiert und akzeptiert. Sie kommt leider nicht so gut damit zurecht. Für Lindsey zählt halt nur der Sieg und sonst nichts, das finde ich ein bisschen schade. Es enttäuscht mich schon.“ Spät, aber doch, konterte Vonn eiskalt, das Höfl-Riesch-Lager dagegen ließ mit der Antwort nicht lange auf sich warten. Das Duell geht weiter.

Michael Fruhmann, ORF.at

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