Abschied vom Champions-League-Zwang
Österreichs Meister Red Bull Salzburg hat am Montag das sportliche Führungsteam für die Zukunft vorgestellt. Cheftrainer Ricardo Moniz und sein Assistent Niko Kovac steigen von der Interims- zur Dauerlösung auf. Laut Clubangaben soll das Duo zumindest zwei weitere Jahre bleiben.
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Der Niederländer und der Kroate waren am 8. April ursprünglich als interimistische Nachfolger von Huub Stevens eingesetzt worden. Als Sportdirektor wird in Zukunft wieder Heinz Hochhauser fungieren. Der Oberösterreicher hatte diese Position bereits bis Oktober 2009 besetzt.
Runter mit dem „Champions-League-Rucksack“
Der 64-jährige Hochhauser verkündete am Montag einen Philosophiewechsel in Salzburg: „Ich nehme den Trainern hiermit den Champions-League-Rucksack ab. Dieser Rucksack hat in den letzten Jahren sehr viel verhindert. Es hat vor allem verhindert, dass junge Spieler eine Chance kriegen. Wir wollen in Zukunft Spieler entwickeln.“ Salzburg ist in den Jahren 2009, 2010 und 2011 jeweils an der Qualifikation für die Champions-League-Gruppenphase gescheitert.
„Hohe Ansprüche und junge Spieler, das wäre derzeit ein Widerspruch“, sagte der Oberösterreicher, der bei den Salzburgern seine zweite Ära als Sportdirektor startet. „Wir können auch mit einer jungen Mannschaft Meister werden und damit auch international spielen“, so Hochhauser, der zuversichtlich ist, für den neuen Kurs das richtige Personal zur Verfügung zu haben.

GEPA/Thomas Bachun
Zuletzt schaffte der 20-jährige Georg Teigl den Sprung in die Mannschaft.
Moniz: „Wollen Bleibendes hinterlassen“
„Für diese Umsetzung sind die beiden Trainer prädestiniert. Beide verstehen es, junge Spieler heranzuführen und ihnen auch eine Chance zu geben.“ Moniz war in seiner Karriere bei einigen Stationen für den Nachwuchs verantwortlich, Kovac hatte zuletzt die Salzburger Juniors betreut. Man wolle zwar auch nicht mit einer U18-Mannschaft in die Spiele gehen, aber laut Hochhauser den Youngsters „die Chance geben“.
„Junge Spieler haben bisher keine Perspektive bei uns gesehen. Dadurch war es schwierig, sie zu überzeugen, zu uns zu kommen. Das soll sich ändern.“ Natürlich will Red Bull weiter an der österreichischen Ligaspitze mitspielen und Meister werden. „Wir wollen Meister werden. Aber wenn es einmal nicht passiert, dann geht die Welt auch nicht unter“, stellte Hochhauser klar. Moniz zeigte sich erfreut über den Vertrauensbeweis. „Ich bin sehr geehrt und stolz, so ein Projekt und so eine Philosophie verkörpern zu dürfen. Wir wollen Bleibendes hinterlassen, dafür müssen wir knallhart trainieren.“
Den Fans soll nicht mehr fad sein
Kovac, ein langjähriger Spieler der Salzburger, will als Jungtrainer in Salzburg lernen. „Und ich möchte viele gute junge Spieler und den Verein nach oben bringen“, erklärte der ehemalige Kapitän der kroatischen Nationalmannschaft. Gleichzeitig sollen die zuletzt sinkenden Zuschauerzahlen bekämpft werden. Hochhauser: „Wir wollen die Zuschauer wieder zurückgewinnen. Die Leute sind nicht mehr gekommen, weil es fad war.“
Spannend wird die Kaderplanung für die kommende Saison. Es ist noch offen, welche der auslaufenden Verträge von Milan Dudic, Laszlo Bodnar, Simon Cziommer, Gerhard Tremmel, Rabiu Afolabi, Johan Vonlanthen und Wolfgang Schober verlängert werden. Von den Juniors sollen vier Spieler in den Kader der Kampfmannschaft aufrücken, hinzu kommen eventuell zwei, drei Neuverpflichtungen.
Hochhausers zweiter Versuch
Die Kaderplanung ist nun wieder die Aufgabe Hochhausers, wie schon in seiner ersten Amtszeit von 2007 bis 2009. Im September 2007 hatte er, nachdem er zuvor im Nachwuchsbereich tätig war, nur vorübergehend die Nachfolge des Deutschen Oliver Kreuzer angetreten.
Im Sommer 2009 nahm dann die Kritik an seiner Einkaufspolitik und der Saisonplanung zu. Am 5. Oktober wurde der karenzierte HTL-Lehrer offiziell durch Dietmar Beiersdorfer ersetzt, dem er nun wieder nachfolgt. Unter Hochhauser wurden u. a. Spieler wie Dusan Svento, Nikola Pokrivac, Admir Vladavic, Thomas Augustinussen, Christian Schwegler, Simon Cziommer und Rabiu Afolabi verpflichtet.
„Ich war 30 Jahre Trainer. Verträge zu verhandeln und um Prozente zu feilschen war Neuland für mich“, gab Hochhauser nach seiner ersten Ära zu bedenken. „Aber ich habe es gemacht, weil Not am Mann war.“
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