Stundenlange Rettungsaktion
Der österreichische Schwimmer Jakub Maly ist nach einem bizarren Strandunfall am Sonntag in Florida wieder wohlauf. Der 19-Jährige wurde mittlerweile wieder aus dem North Broward Medical Center entlassen.
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Der junge Eisenstädter war am Strand von Pompano Beach in eine über zwei Meter tiefe und zwei Meter breite selbst gegrabene Grube gesprungen und wurde dabei von nachrutschendem Sand verschüttet. Maly bekam aufgrund des großen Drucks kaum Luft, die Hoffnung auf eine Rettung schwand mit der Zeit. „Nach einer Stunde hatte ich Zweifel, ob ich hier jemals wieder rauskommen würde“, sagte er gegenüber der Nachrichtenagentur AP.
60 Rettungskräfte im Einsatz
Der 1,89 m große Maly gilt als einer der besten Lagen-Schwimmer Österreichs. 2010 hatte er an den ersten Olympischen Jugendspielen in Singapur teilgenommen. In Florida war der 19-Jährige seit April auf Trainingslager. Der Sonntag war frei, den Maly für einen Strandtag nutzte. Stundenlang buddelte er an der riesigen Grube.
„In dem Loch hätte man locker ein Golf-Cart verstecken können“, erklärte Sandra King von der Feuerwehr in Pompano Beach gegenüber US-Medien. „So etwas hatten die Rettungskräfte noch nicht gesehen.“ Als Maly in die Grube sprang und der Sand bis zu seinen Hüften aufstieg, erkannten er und seine Begleiter den Ernst der Lage noch nicht. Doch dann gaben die Wände schlagartig nach und der nachstürzende Sand begrub den Österreicher.
Bis zum Hals im Sand
Mehr als 60 Rettungskräfte brauchten nach US-Behördenangaben am Sonntagabend Ortszeit zwei Stunden, um den gebürtigen Tschechen aus seiner lebensgefährlichen Lage zu befreien. Sie mussten dabei mit äußerster Vorsicht vorgehen, damit Maly, der bis zum Hals im Sand steckte und von den Sandmassen erstickt hätte werden können, nicht gänzlich begraben wurde.
Laut der Onlineausgabe des „Sun Sentinel“ schaufelten seine Teamkollegen sofort Malys Kopf frei, damit er atmen konnte. Ein Betreuer sprach mit dem Schwimmer, damit er bei Bewusstsein bleibt. Die Rettungsversuche der Österreicher blieben jedoch erfolglos, die Situation wurde immer dramatischer. Erst mit Unterstützung der Rettungsteam von Pompano Beach und Fort Lauderdale konnte Maly befreit werden. Sein Kopf wurde abgeschirmt, Holzbalken verhinderten das weitere Nachrutschen des Sandes.
„Keine Löcher mehr graben“
Nach zwei Stunden, um 21.00 Uhr Ortszeit, konnte der Österreicher schließlich unter dem Jubel aller Beteiligten und zahlreicher Zuschauer erfolgreich geborgen werden. Ursprüngliche Befürchtungen, Maly könnte schwere Verletzungen an Beinen und Nieren erlitten haben, wurden nicht bestätigt, und Maly konnte am Montag die Heimreise mit dem restlichen Team antreten.
In der Heimat absolvierte er gleich nach der Ankunft einen Gesundheitscheck in der Südstadt. „Mir geht es ganz gut, ich bin nicht verletzt“, erklärte er der APA mit kräftiger Stimme. Für künftige Strandbesuche hat er sich vor allem eines vorgenommen: „Keine Löcher mehr graben.“
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