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„Das ist der Höhepunkt einer Karriere“

Oliver Glasner kennt das Gefühl, Cupsieger zu sein. Der Kapitän von SV Josko Ried war bereits 1998 dabei, als die Innviertler mit einem 3:1-Erfolg gegen den damaligen Meister Puntigamer Sturm Graz zum bisher einzigen Mal den ÖFB-Cup gewannen.

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13 Jahre später hat der 36-Jährige nicht nur 13 Jahre mehr auf dem Buckel, er hat auch die Chance, zum zweiten Mal den begehrten Pokal in die Höhe zu stemmen. Seine jungen Mitspieler fragten Glasner in den letzten Tagen des Öfteren, was da am Sonntag (16.30 Uhr, live in ORF eins und im Livestream) im Finale gegen Austria Lustenau auf sie zukommt.

Rieder Jubel mit Pokal nach dem ÖFB-Cupsieg 1998

GEPA/Johann Stroh

Rieds Cupsieger-Mannschaft von 1998, Oliver Glasner ist ganz rechts im Bild.

Seine Antwort war und ist immer gleich: „Ich kann nur jedem empfehlen, es zu genießen. Das ist der Höhepunkt einer Karriere“, wird Glasner auf der Website des ÖFB-Samsung-Cups zitiert. Dass die Oberösterreicher als tipp3-Bundesligist im Wiener Ernst-Happel-Stadion Favorit gegen die Vorarlberger aus der Ersten Liga sind, lässt den Verteidiger kalt. „Es ist gleichgültig, ob wir Favorit sind oder nicht. Jeder will gewinnen“, sagte Routinier Glasner.

Vorarlberger nicht unterschätzen

„Austria Lustenau ist eine Mannschaft mit großer Qualität, nicht umsonst haben sie Austria Wien und Kapfenberg aus dem Cup geworfen“, unterschätzt der 34-Jährige die Vorarlberger nicht. Besonders die 4:0-Sensation in der Generali-Arena habe Eindruck hinterlassen. „Wir haben kurz danach gegen die Violetten gespielt, und ich habe einen Spieler, den ich schon länger kenne, gefragt, was da los war. Seine Antwort: ‚Die waren wirklich um so viel besser.‘ Das sagt eigentlich alles.“

Ried-Trainer Paul Gludovatz muss seine Mannschaft, muss die Spieler nicht extra für Sonntag motivieren. „Wir wissen, was wir tun müssen, das muss gar nichts Außergewöhnliches sein. Einfach noch einmal an unsere Leistungsgrenze gehen und dann schauen, was am Ende rauskommt.“

Happel-Oval „ein ganz besonderer Ort“

Dass er im Herbst seiner Karriere noch einmal im Happel-Oval auflaufen darf, wo sonst fast ausschließlich das Nationalteam spielt, macht den Sonntag noch mehr zu einem ganz besonderen Tag für Glasner. „Es ist ein ganz besonderer Ort für einen Fußballer“, schwärmt der 36-Jährige vom Ambiente Österreichs größter Fußballarena. „Das muss man genießen“.

Finale im ÖFB-Samsung-Cup

Sonntag, 16.30 Uhr:

Ried - Austria Lustenau -:- (-:-)

Wien, Ernst-Happel-Stadion, SR Krassnitzer

Mögliche Aufstellungen:

Ried: Gebauer - Stocklasa, Glasner, Riegler - Hadzic, Mader, Schrammel - Lexa, Carril, Royer - Hammerer

Austria Lustenau: Kofler - Zech, Stückler, Kampel, Soares - Dürr, Leitgeb - Micic, Roth, Boller - Karatay

Das diesjährige Endspiel im ÖFB-Samsung-Cup sei „eine große Herausforderung“. Aber das war es auch schon 1998, als die Rieder gegen den frischgebackenen Meister Sturm Graz mit 3:1 triumphierten. „Anders als damals waren wir in dieser Saison auch in der Meisterschaft erfolgreich, aber was die Mannschaft betrifft, so hat sich außer den Gesichtern nicht viel verändert“, meinte der Verteidiger.

Kameradschaft und Teamgeist hat die Innviertler vor 13 Jahren stark gemacht und tut es noch heute. „Wir haben nicht die Mittel wie Salzburg oder Austria, umso wichtiger ist der Zusammenhalt. Das ist sicher ein Mosaikstein für unseren Erfolg“, so Glasner. Gegen Sturm mit dem „magischen Dreieck“ Haas-Vastic-Reinmayr kam 1998 hinzu, dass die Grazer den Meistertitel „zu kräftig gefeiert hatten, diese Chance haben wir genützt.“ Darauf können Glasner und Kollegen am Sonntag nicht hoffen - und tun sie auch nicht.

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