Chaos-Tage in Monaco
Sebastian Vettels erster Verfolger Lewis Hamilton hat beim Grand Prix von Monaco nach eigener Aussage das „wahrscheinlich schlechteste“ Wochenende seiner Formel-1-Karriere erlebt: Strafe in der Qualifikation, zwei Strafen im Rennen, dazu einige Kollisionen.
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Am Ende gab es nur Platz sechs für den Weltmeister und Monte-Carlo-Gewinner von 2008. Entsprechend verärgert präsentierte sich Hamilton. Über seine eigene Schuld an den Unfällen mit den Rivalen der Rennstrecke wollte Hamilton nicht wirklich reden.
Schlechter Witz
„In sechs Rennen musste ich fünfmal bei den Stewards vorsprechen. Das ist ein Witz“, beklagte sich Hamilton nach dem Rennen gegenüber der BBC. Und er brachte auch noch einen etwas verunglückten Witz an. Auf die Frage, ob er wisse, warum man seinen aggressiven Fahrstil heuer so genau unter die Lupe nehme, meinte der Brite unter Berufung auf die Rap-Filmfigur Ali G.: „Vielleicht, weil ich schwarz bin!“ Wenig später bedauerte Hamilton seine Referenz auf die TV-Kunstfigur, die den britischen Komiker Sasha Baron Cohen berühmt gemacht hat. Er ging auch zu den Stewarts, um „Frieden zu schließen“, sagte der McLaren-Pilot der britischen Presseagentur. „Es war ein Witz, der zu diesem Zeitpunkt nicht lustig war.“
Der nur von Platz neun gestartete Brite hatte sich im Monaco-Rennen jedenfalls mit allem und jedem auf der Piste angelegt. Für eine Kollision mit Ferrari-Pilot Felipe Massa erhielt er eine Durchfahrtsstrafe. Im Finish fuhr er dann auch noch in den Williams von Pastor Maldonado und brachte den jungen Venezolaner um WM-Punkte. Dafür gab es weitere 20 Sekunden Zuschlag, was aber an der Platzierung Hamiltons nichts änderte.
Hamilton läuft Vettel hinterher
An beiden Unfällen fühlte sich der Engländer dennoch schuldlos. „Ich habe nicht das Gefühl, der Dumme gewesen zu sein“, sagte der Weltmeister von 2008. Dabei hatte sich Hamilton vor dem Monaco-Wochenende als „derzeit einzige Antwort auf Vettel“ bezeichnet. Nach seinem chaotischen Rennen gab er sich wütend und wortkarg.
Weil nach dem verpatzten Qualifying auch die geplante „Schadensbegrenzung“ im Rennen in die Hose gegangen ist, liegt Hamilton mit 85 Zählern als erster Verfolger des nach fünf Saisonsiegen schon bei 143 Punkten haltenden Deutschen bereits 58 Punkte zurück. Das ist so viel, dass Vettel zwei Rennen pausieren könnte und trotzdem weiter führen würde. „Er wird mit dem Pokal davonlaufen“, hatte Hamilton schon am Samstag befürchtet.
Schumacher als „fahrende Schikane“
Fast schon leidtun konnten einem in Monaco die beiden Mercedes-Fahrer. Rekordweltmeister Michael Schumacher, bis diesen Sonntag der letzte deutsche Sieger im Fürstentum, war wegen seiner Reifenprobleme bis zu seinem Ausfall eher eine fahrende „Schikane“. Schon nach 27 von 78 Runden wurden er und Teamkollege Nico Rosberg erstmals überrundet. Schumacher blieb am Ende mit brennendem Getriebe mitten auf der Strecke stehen. Rosberg verpasste als Elfter die Punkteränge, obwohl fünf Fahrer nicht ins Ziel kamen.
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