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Demonstration der Extraklasse

Mit einer der beeindruckendsten Vorstellungen in der Geschichte der Champions-League-Endspiele hat sich der FC Barcelona zum insgesamt vierten Mal die Krone im europäischen Clubfußball aufgesetzt. Die Katalanen besiegten Manchester United am Samstag im Londoner Wembley-Stadion in einem temporeichen Match verdient mit 3:1 und gewannen auch die Neuauflage des Finales von 2009.

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In Rom hatte Barca vor zwei Jahren auf beeindruckende Art und Weise mit 2:0 gesiegt, diesmal agierte die Mannschaft von Josep Guardiola sogar noch dominanter. Pedro (27.), Lionel Messi (54.) und David Villa (69.) schossen die Tore für den spanischen Champion. Wayne Rooney (34.) hatte den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielt. Die über weite Strecken chancenlose United-Elf von Sir Alex Ferguson musste sich im Finale erstmals in dieser Champions-League-Saison geschlagen geben. Um 22.48 Uhr hob Eric Abidal, der Anfang des Jahres an einem Lebertumor erkrankt war, den Cup als erster Barca-Spieler in die Höhe.

Spieler von Barcelona feiern im Liegen ihren Champions-League-Sieg

APA/EPA/Andy Rain

Die „Könige Europas“ nach dem Finaltriumph im Londoner Wembley-Stadion.

Nur die ersten Minuten gehörten Manchester

Vier Vertreter der weltbekannten Royal Guards hatten den Silberpokal vor Anpfiff an den Spielfeldrand gebracht. Als der erst 35-jährige Schiedsrichter Viktor Kassai aus Ungarn die Partie eröffnete, sorgten die 87.700 Zuschauer im Wembley-Stadion für ein beeindruckendes Blitzlichtgewitter. Zwischen 180 und 360 Euro hatten sie im offiziellen Verkauf für ein Finalticket gezahlt, die Schwarzmarktpreise waren noch weit höher. Jeweils 25.000 Karten waren an die Fans von United und Barca gegangen, wie erwartet hatten die „Red Devils“ in der Hauptstadt aber leichte akustische Vorteile auf den Rängen.

Auf dem Rasen erwischte Manchester ebenfalls den schwungvolleren Start. Alex Ferguson, der nach 1999 und 2008 auf den dritten Champions-League-Triumph seiner einzigartigen Trainerlaufbahn losging, ließ den Gegner sehr früh attackieren. Barcelona-Keeper Victor Valdes musste einmal vor Wayne Rooney (8.) und nach einem Missverständnis auch noch gegen seinen Mitspieler Gerard Pique (10.) retten. Dann bekamen die Katalanen das Match rasch in den Griff, zogen um Regisseur Lionel Messi ihr gefürchtetes Kurzpassspiel auf und stießen mit enormer Geschwindigkeit immer wieder an die gegnerische Strafraumgrenze vor.

Brillantes Offensivfeuerwerk

Pedro Rodriguez (16.) vergab aus kurzer Distanz die erste „Hundertprozentige“, nachdem ihn Kapitän Xavi Hernandez mit einem Querpass von rechts ideal in Szene gesetzt hatte. Ein Flachschuss von David Villa (20.) strich haarscharf an der rechten Stange vorbei. United-Goalie Edwin van der Sar, der das letzte Spiel seiner herausragenden Karriere bestritt, parierte wenige Augenblicke später den nächsten Versuch von Villa (21.). In der 27. Minute musste sich der Niederländer aber erstmals geschlagen geben, Pedro schoss aus etwa 14 Metern Entfernung staubtrocken in die kurze Ecke zum 1:0 ein.

Pedro (Barcelona) erzielt ein Tor

APA/EPA/Andy Rain

Pedro ließ Van der Sar keine Chance.

Die herrliche Vorarbeit hatte das kongeniale Duo Andres Iniesta und Xavi geleistet, für den 22-jährigen Stürmer war es das fünfte Tor im laufenden Bewerb. Wie vor zwei Jahren in Rom ging das Team von „Pep“ Guardiola also relativ früh in Führung, Manchester zeigte sich in dieser Phase aber bei weitem nicht so schockiert. Obwohl der englische Meister dem in den Barca-Reihen zirkulierenden Ball meistens hinterherlief, lauerte er nur auf den entscheidenden Moment. In der 34. Minute war es dann so weit: Nach einem Doppelpass mit Altmeister Ryan Giggs zog Rooney aus vollem Lauf und etwa 13 Metern Entfernung ab und traf halbhoch in die linke Ecke zum 1:1.

Ausgleich kann Barca nicht bremsen

Das vierte Tor des englischen Teamstürmers in der laufenden Champions League hätte aber nicht zählen dürfen, da Giggs zuvor beim Anspiel von Rooney knapp im Abseits gestanden war. Alles war wieder offen, die spielerische Überlegenheit von Barcelona setzte sich aber unverändert fort. Als der überragende Messi, der weder von Ji-Sung Park noch von Michael Carrick unter Kontrolle gebracht wurde, nach einem brillanten Doppelpass mit Villa um wenige Zentimeter am Ball vorbeirutschte, durfte Van der Sar kräftig durchatmen. Der Pausenpfiff des beim Ausgleich von seinem Assistenten im Stich gelassenen, aber sonst fehlerlosen Kassai kam Manchester sicher nicht ungelegen.

Rooney (Manchester) erzielt ein Tor

AP/Jon Super

Dank Wayne Rooney waren die „Red Devils“ wieder im Spiel.

Nach dem Seitenwechsel schlüpften die Offensivasse der Katalanen sofort wieder in die Hauptrollen. Messi, Iniesta und Xavi schalteten und walteten nach Belieben, der kaum weniger begabte Rest der Barca-Mannschaft kreiste in ständiger Bewegung um dieses magische Dreieck. Als Daniel Alves (52.) von halbrechts abzog, war Van der Sar noch auf dem Posten. So blieb es Messi vorbehalten, mit einem flach und mit links angetragenen 20-Meter-Weitschuss die neuerliche Führung herzustellen. Das 2:1 (54.) war das zwölfte Tor des Argentiniers im 13. Saisonspiel in der Königsklasse. Wie schon im Finale 2009, als Messi gegen United das 2:0 erzielte, sorgte er damit für die Vorentscheidung.

Messi (Barcelona) jubelt

APA/EPA/Felipe Trueba

Lionel Messi drückte dem für Barcelona triumphalen Finale seinen Stempel auf.

United ohne Chance

Manchester war nun wieder zum Handeln gezwungen, trotz des augenscheinlichen Bemühens der Engländer ließ sie Barca aber nicht mehr ins Spiel kommen. Im Gegenteil: Wäre Van der Sar bei seiner Abschiedsvorstellung nicht blendend disponiert gewesen, hätten Messi (63.), Xavi (66.) oder Iniesta (67.) schon alles klargemacht. Gegen ein herrliches Solo von Messi, einen idealen Pass von Pedro und einen Kunstschuss von Villa in die rechte Kreuzecke waren dann aber sowohl Van der Sar als auch seine Abwehr machtlos. Das 3:1 (69.) und vierte Champions-League-Tor von Villa war ein perfektes Beispiel für die Überlegenheit des spanischen Meisters.

Barca hatte die United-Stars wie so viele Gegner davor zu Statisten degradiert. Trotz des zwischenzeitlichen Ausgleichs waren nie Zweifel über den Sieger aufgekommen. Die letzte Viertelstunde nutzte Barca zu einem Schaulaufen mit kaum noch vorhandener Gegenwehr. Der 40-jährige Guardiola führte eine jetzt schon legendäre Elf zum zweiten Mal an die Spitze Europas, als Spieler hatte er mit Barcelona 1992 in London den Europacup der Meister geholt. Messi wiederum stellte den Rekord des Niederländers Ruud van Nistelrooy ein, der in der Champions-League-Saison 2002/03 für Manchester ebenfalls zwölf Tore erzielt hatte.

Harald Hofstetter, ORF.at

Finale der UEFA Champions League

Samstag:

FC Barcelona - Manchester United 3:1 (1:1)

London, Wembley-Stadion, 87.700 Zuschauer, SR Kassai (HUN)

Torfolge:
1:0 Pedro (27.)
1:1 Rooney (34.)
2:1 Messi (54.)
3:1 Villa (69.)

FC Barcelona: Valdes - Alves (88./Puyol), Mascherano, Pique, Abidal - Xavi, Busquets, Iniesta - Villa (86./Keita), Messi, Pedro (92./Afellay)

Manchester United: Van der Sar - Fabio (69./Nani), Ferdinand, Vidic, Evra - Valencia, Carrick (77./Scholes), Giggs, Park - Rooney, Hernandez

Gelbe Karten: Alves, Valdes bzw. Carrick, Valencia

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