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„Die beste Mannschaft, die es gibt“

Der Abend voller Magie und Brillanz, die Demonstration höchster Fußballkunst wurde noch durch eine kleine Geste gekrönt. Es war nicht der etatmäßige Barcelona-Kapitän Carles Puyol und auch nicht Lionel Messi, Andres Iniesta oder Xavi, der um 22.48 Uhr in der Londoner Fußballkathedrale Wembley den silbernen Meisterpokal als Erster berühren durfte.

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Eric Abidal hatte plötzlich die gelbe Binde am Oberarm und bekam auf der Tribüne des Wembley-Stadions von UEFA-Präsident Michel Platini den Pokal für den neuen Champions-League-Sieger FC Barcelona überreicht. „Man darf nicht vergessen, dass unsere Spieler auch Menschen sind. Und gerade nach so einem Spiel darfst du den menschlichen Aspekt nicht vergessen. Das war eine ganz große Geste von Carles“, sagte Barcelonas Trainer Josep Guardiola nach dem 3:1 (1:1)-Erfolg gegen Manchester United sichtlich bewegt.

Eric Abidal (Barcelona) stemmt den Champions-League-Pokal in die Höhe.

GEPA/Walter Luger

Schöne Geste: Abidal (re.) darf als „Ehrenkapitän“ den Meisterpokal stemmen.

Abidal: „Bin so dankbar“

Noch vor wenigen Wochen hatte der 31-jährige französische Teamspieler Abidal wegen einer Krebserkrankung um sein Leben gerungen, jetzt durfte er gegen Manchester United von Anfang an ran und feierte seinen größten sportlichen Erfolg. „Ich kann meine Gefühle nicht beschreiben“, sagte der 1,86 Meter große Schlaks am späten Samstagabend. „Es ist wunderbar. Ich bin so dankbar für diese Geste.“

Eine schön zu beobachtende Aktion war auch, wie Gerard Pique, während die anderen Spieler im Mittelkreis tanzten und feierten, in aller Ruhe begann, das Tornetz abzuschneiden. Eine Geste, die sonst nur aus dem Basketball üblich ist. Innerhalb kürzester Zeit hatte der Verteidiger einige Helfer und nach ein paar Minuten Handarbeit stapfte Pique stolz in sein Netz gehüllt davon.

Gerard Pique (Barcelona) schneidet mit seinen Teamkollegen das Netz aus dem Tor.

AP/Matt Dunham

Pique (mi.) wollte sich ein besonders Souvenir aus London mitnehmen.

Guardiola ist „sehr stolz“

Barcelona hat davor mit einer Fußballdemonstration von höchster Spielkultur seine herausragende Saison mit dem Gewinn der Champions League gekrönt. Der spanische Meister feierte einen hoch verdienten Erfolg gegen den englischen Titelträger. „Wir sind sehr sehr froh und zufrieden. Ein so starkes Team wie Manchester United zu schlagen, ist nicht selbstverständlich. Darauf bin ich sehr stolz“, sagte Barca-Trainer Josep Guardiola.

Der überragende Weltfußballer Lionel Messi (54. Minute) und David Villa (69.) erzielten vor 87.700 Zuschauern nach der Pause die entscheidenden Treffer für die Katalanen, die nach 1992, 2006 und 2009 erneut im Meistercup triumphierten. Zuvor hatte mit Wayne Rooney (34.) der beste Manchester-Spieler an diesem Abend die Führung durch Pedro (27.) ausgeglichen und United die Hoffnung auf den vierten Triumph erhalten.

Messi ist „einzigartig“

Für den argentinischen Superstar Messi war der Treffer zum 2:1 das 53. Pflichtspieltor der Saison und das zwölfte in dieser Champions-League-Spielzeit. Damit zog der 23-Jährige mit Ruud van Nistelrooy gleich, der 2002/2003 ebenfalls ein Dutzend Mal für ManUnited getroffen hatte. „Lionel ist einzigartig“, lobte Guardiola.

Nach seinem zweiten Königsklassen-Triumph kündigte der 40-Jährige an, seinen noch ein Jahr laufenden Vertrag erfüllen zu wollen. „Ich habe die Absicht, auf alle Fälle noch ein Jahr weiterzumachen und meinen Vertrag zu erfüllen. Ich verspüre noch die nötige Leidenschaft“, sagte der 40-Jährige. „Meine Zeit in Barcelona neigt sich dem Ende zu“, hatte Guardiola im April erklärt und damit Spekulationen über eine Auszeit nach dieser Saison aufkommen lassen.

Ferguson verbeugt sich

Manchester verpasste dagegen die Revanche für die Finalniederlage 2009 in Rom und musste sich erneut dem spanischen Starensemble geschlagen geben. Trainer Sir Alex Ferguson zeigte sich als fairer Verlierer. „Barcelona ist die beste Mannschaft, die es zurzeit gibt. Der Fußball ist zum Genießen“, sagte der 69-Jährige.

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