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Rennen mit sieben Monaten Verspätung

Gegen den Willen der Teams und trotz heftiger Kritik von Menschenrechtlern wird der Grand Prix von Bahrain doch noch in dieser Saison nachgeholt. Der Internationale Automobilverband (FIA) setzte den wegen der politischen Unruhen ausgefallenen Saisonauftakt am Freitag für den 30. Oktober neu an.

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Kommandoturm des Bahrain-Grand-Prix

AP/Hasan Jamali

Laut Bernie Ecclestone war die Sachir-Rückkehr keine Geldfrage.

Am letzten Oktober-Wochenende sollte eigentlich die Formel-1-Premiere in Indien steigen, die nun stattdessen voraussichtlich am 11. Dezember als Saisonfinale ausgetragen wird. Die Entscheidung des Motorsport-Weltrats sei einstimmig gefallen, teilte die FIA mit. Durch die Rückkehr von Bahrain wächst der Kalender wieder auf die Rekordzahl von 20 Rennen.

Streckenchef dankt für Verständnis

„Im Namen von Bahrain danke ich Bernie Ecclestone, Jean Todt und der FIA und dem Rest der Motorsportgemeinde für die Unterstützung und das Verständnis, das sie uns in diesem Jahr entgegengebracht haben“, sagte Sajed R. al-Sajani, der Chef des Bahrain International Circuit (BIC) in einer Pressemitteilung.

Er kam damit einer Mitteilung der FIA zuvor, die zusammen mit Formel-1-Geschäftsführer Ecclestone dem Golfstaat eine Fristverlängerung gewährt hatten. Der Brite beteuerte am Freitag vor der Sitzung des Weltrats, dass es keine Frage des Geldes sei.

Gleichwohl bedeutet die Neuansetzung des eigentlich für den 13. März geplanten Rennens, dass die Antrittsgage von rund 30 Millionen Euro nun doch in die Taschen des Rechteinhabers CVC und der Teams fließt. Im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass die Rennställe zum Start in Sachir verpflichtet sind - sonst drohen Strafgelder.

Mercedes-GP-Teamchef Ross Brawn

Reuters/Bazuki Muhammad

Mercedes-Teamchef Ross Brawn gefällt die FIA-Entscheidung nicht.

Teams über Indien-Termin verärgert

Unmut bei den Teams dürfte auch der noch nicht offiziell bestätigte neue Termin für das Indien-Debüt am dritten Adventsonntag auslösen. Die Rennställe waren gegen eine Verlängerung der ohnehin kräfteraubenden Saison schon vor der FIA-Entscheidung Sturm gelaufen. Mercedes-Teamchef Ross Brawn hatte ein Saisonfinale am 11. Dezember als „total inakzeptabel“ bezeichnet.

Auch der Weltmeisterrennstall Red Bull sieht nach der Neuansetzung noch Gesprächsbedarf. „Wir werden die korrekten Wege gehen und die Entscheidung in einem angemessenen Forum mit den anderen Formel-1-Teams und unseren FOTA-Partnern diskutieren“, teilte das Team des deutschen Titelverteidigers Sebastian Vettel am Freitag auf seiner Homepage und via Twitter mit. Auch Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug kündigte eine interne Debatte in der Teamvereinigung (FOTA) an.

Kritik von Menschenrechtler und Mosley

Vor einer Rückkehr nach Bahrain hatte zuvor auch die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch in einem Brief an FIA-Präsident Todt und McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh, Chef der F1-Teamvereinigung (FOTA), eindringlich gewarnt. Im Zuge der Unruhen waren auch zahlreiche Mitarbeiter des BIC verhaftet worden. Insgesamt 24 Menschen waren bei den Protesten ums Leben gekommen.

Ex-Weltmeister Damon Hill, Chef des British Racing Drivers Club, hatte gemahnt: „Wenn die Formel 1 in Bahrain fährt, wird sie immer den Schatten tragen, mit repressiven Methoden zum Erhalt von Ordnung verbunden zu werden.“ Ex-FIA-Präsident Max Mosley wurde am Tag der Entscheidung in der „Times“ mit den Worten zitiert: „Wenn ich heute noch Präsident wäre, würde die Formel 1 nur über meine Leiche dort fahren. Der Grand Prix würde dann dazu benützt werden, ein Bild von Bahrain darzustellen, das einfach falsch ist. Dort anzutreten, wäre ein PR-Desaster. Die Sponsoren würden wollen, dass man ihre Schriftzüge wieder entfernt.“

Erklärungsnot hin, Erklärungsnot her: Wie vor der Saison eigentlich geplant, wird der neue Weltmeister in der Rekordzahl von 20 Saisonläufen ermittelt. Vor dem Grand Prix von Kanada in gut einer Woche führt Titelverteidiger Sebastian Vettel im Red Bull nach fünf Siegen in den ersten sechs Rennen die Gesamtwertung souverän an.

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