Themenüberblick

Peter Pacult im Wortlaut

Peter Pacult, der nach seiner Entlassung bei Rapid nun Coach beim deutschen Regionalligisten RB Leipzig ist, in der APA über seinen Abgang bei den Hütteldorfern, die turbulente Zeit danach und warum er sich verletzt fühlt:

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

APA: Was können und dürfen Sie zur Causa mit Rapid sagen?

Pacult: "Rapid hat von meinem Anwalt eine Frist bekommen. Ich finde es schade und leider traurig, dass das Ganze so passiert ist. Ich finde es nicht gut, wenn Herr Edlinger (Rapid-Präsident, Anm.) und Herr Kuhn (Rapid-Manager, Anm.) mit Giftpfeilen herumschießen, dazu diese haltlosen Drohungen, was sie nicht alles noch in der Hand gegen mich hätten.

RB-Leipzig-Trainer Pacult

GEPA/Markus Oberlaender

Peter Pacult hat seine Meinung über die Vorgänge bei Rapid.

Schade, dass sich Herr Edlinger und Herr Kuhn so gegenüber einem Menschen verhalten, der den Verein sportlich, wirtschaftlich sehr, sehr weit gebracht hat. Und man hat ja gesehen, wie meine Art erfolgreich war. Durch die andere Art, von der sie geglaubt haben, dass sie ihnen den großen Erfolg bringen wird, haben sie jetzt das Theater. Jetzt haben sie die Revolution.

Es ist schade, was da rund um den Verein passiert ist. Aber nichtsdestotrotz kann ich noch immer behaupten, das Ziel Europacup war für mich noch absolut in Reichweite. Und ich bin überzeugt, dass ich es auch erreicht hätte, wenn ich Rapid-Trainer geblieben wäre. Der Platzsturm (im Heimspiel gegen Austria Wien, Anm.) war ja nur eine Folge, dass es sportlich nicht mehr gelaufen ist. Nach den ersten zwei Siegen (unter Interimstrainer Zoran Barisic, Anm.) hat man bei Rapid über Meister und weiß ich was geredet. Und auf einmal hat man den Pokal vernebelt und sich in der Meisterschaft eine Niederlage nach der anderen eingefangen.

Wo waren da die Spieler, die Verantwortung hätten übernehmen sollen, sie haben sich alle verpisst. So klar muss man es einfach sagen. Da hätten sie nämlich Flagge zeigen müssen. Das haben sie aber nicht gemacht und deswegen das Ziel auch leider nicht mehr erreicht."

APA: Das tut sicher sehr weh, wenn man so lange wie Sie mit dieser Mannschaft verbunden war und auch sehr viel erreicht hat ...

Pacult: "Vor allem die Art und Weise und warum das passiert ist. Man hätte sich ja einigen können, etwa wenn der Präsident gesagt hätte: ‚Du, sportlich läuft es nicht so, wir trennen uns.‘ Aber dass du von einer Minute auf die andere fristlos, so wie es der Herr Edlinger ja immer in Interviews gesagt hat, entlassen wirst, das hat schon ein bisschen wehgetan.

Aber eine Tür geht zu, zwei gehen auf. Es hat sich eine wunderbare Aufgabe mit Red Bull aufgetan, auf die ich mich freue. Und ich hoffe, dass ich Red Bull nicht enttäusche."

APA: Mit welchen Erwartungen und Emotionen gehen Sie nun Ihren neuen Job in Leipzig an?

Pacult: „Ich gehe ihn mit denselben Emotionen an, wie ich bisher jeden Job angegangen bin. Ich weiß um die Aufgabe, möchte versuchen, diesen Schritt vorwärts zu machen mit diesem Verein. Das Umfeld ist da, die Möglichkeiten sind da, jetzt gilt es, das umzusetzen. Dass es nicht einfach wird, das ist ganz klar, aber das ist auch immer das Schöne an einer neuen Aufgabe. Der Weg in die erste deutsche Bundesliga ist ein langfristiges Projekt, jetzt gilt es einmal den ersten Schritt zu tun, also den Aufstieg in die dritte Liga zu schaffen.“

Links: