Themenüberblick

Rapid soll um Titel mitmischen

Nach den Turbulenzen um den Abgang von Vorgänger Peter Pacult und dem Imageschaden durch den Platzsturm beim Wiener Derby Ende Mai will Peter Schöttel Rapid wieder zurück zu altem Glanz führen. Der Neo-Trainer ist sich seiner schweren Aufgabe bewusst. Rapid beginnt für Schöttel wieder bei null.

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

Eine Situation, die der 44-Jährige zu seinen Gunsten nutzen will: „Ein Neustart ist auch positiv. Ich will, dass die Spieler wissen, dass sie einen tollen Job, alle Möglichkeiten haben und gerne zur Arbeit kommen“, sagte der vormalige Trainer von Wr. Neustadt. Diese positive Stimmung soll sich auch auf die Fans übertragen und wieder jene positive Stimmung auf den Rängen erzeugen, mit der sich die Hütteldorfer in den vergangenen Jahren gerühmt hatten und die den Gegnern Respekt eingeflößt hatte.

Keine Vorgabe vom Verein

„Da wollen wir wieder hin“, so der Trainer, der die einmalige Atmosphäre im Hanappi-Stadion aus seiner aktiven Karriere und seiner Zeit als Sportdirektor bestens kennt. Eine Zielvorgabe gibt es vonseiten des Vereins offiziell nicht, trotzdem will Schöttel mit seinem Team lange um den Meistertitel und im Cup mitmischen. „Ich gebe mir die Vorgabe selber“, so der Wiener, „trotz der schwierigen Situation mit dem Umbruch der Mannschaft will ich die Spieler weiterentwickeln.“

Abdreas Marek und Trainer Peter Schöttel

GEPA/Martin Hoermandinger

Schöttel (r.) zeigte sich bei der Pressekonferenz vor Trainingsstart optimistisch.

Dabei soll auch die weggefallene Doppelbelastung Meisterschaft und internationales Geschäft helfen, obwohl der 44-Jährige gerne im Europacup vertreten gewesen wäre. Aber er gewinnt der Situation etwas Positives ab. So könnten sich der neue Trainerstab mit Ex-Keeper Raimund Hedl und die Mannschaft ohne zusätzlichen Druck besser aneinander gewöhnen.

„Ich werde ungerecht sein“

Seinen Trainerstil will der ehemalige Verteidiger auch bei Rapid nicht ändern. Schöttel will zwar kein „Peitschenknaller“ sein, erwartet sich jedoch von seinen Spielern vollsten Einsatz. „Sie werden von mir gefordert werden. Ich werde ungerecht sein“, wird der Trainer in einem Interview mit dem „Standard“ zitiert, denn „auch bei mir dürfen nur elf Mann spielen.“

Schöttel hofft, dass sich die Neuzugänge Deni Alar, Guido Burgstaller, Thomas Prager und Christian Thonhofer schnell in die Mannschaft integrieren. Zum Transferende Ende August glaubt er, einen Kader zusammengestellt zu haben, in dem jede Position doppelt besetzt und der Konkurrenzkampf ums „Leiberl“ sehr hoch sein wird. Die Vorfreude auf die kommende Saison ist jedenfalls groß: „Ich freue mich total auf die Aufgabe, die nicht leicht, aber reizvoll ist“, so Schöttel.

Kein Wunschgegner für „Geisterspiele“

Für die Bundesliga-Auslosung, die voraussichtlich am 24. Juni vorgenommen wird, wünscht sich Schöttel keinen speziellen Gegner in den ersten zwei Heimpartien, die Rapid vor leerer Kulisse als „Geisterspiele“ absolvieren muss. „Peter Stöger, mein Nachfolger in Wr. Neustadt, hat sich für eine der zwei Partien angemeldet“, scherzte der Rapid-Coach, um gleich wieder ernst zu werden: „Für uns und die Gegner wird das nicht einfach, das tut enorm weh.“

Links: