Mittendrin statt nur dabei: Teil I
Am 5. Juni 1976 ist das erste offizielle American-Football-Spiel auf österreichischem Boden über die Bühne gegangen. Damals trafen im Wiener Prater vor fast 20.000 Zuschauern die Universitätsteams von Texas und Arkansas aufeinander. Wirkliche Begeisterung kam allerdings damals auf den Rängen nicht auf. Die Vorgänge auf dem Rasen waren schlichtweg viel zu verwirrend.
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Spielzüge, die nur wenige Sekunden dauerten, und Männer, die scheinbar unkoordiniert übereinander herfielen, veranlassten viele Zuschauer dazu, das Stadion vorzeitig und kopfschüttelnd zu verlassen. Einige wenige wurden aber mit dem Footballvirus infiziert, und 35 Jahre später ist so einiges anders. Heimische Vereine dominieren auf Amateurebene in Europa, und die Fangemeinde ist viel größer geworden.

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Mit dem Kick-off beginnt jedes Footballspiel und auch die WM.
Diesen Erfolgen wird auch international Rechnung getragen. Von 8. bis 16. Juli findet in Österreich die Weltmeisterschaft statt. Die Spiele Österreichs gegen Japan, Kanada und Frankreich in Graz werden live in ORF Sport Plus und als Livestream übertragen. Damit sich Football-„Rookies“ nicht wie im falschen Film vorkommen, liefert ORF.at ein Handbuch mit den wichtigsten Begriffen im American Football.
Begriffe im Spielablauf
Kick-off: Jener Spielzug, der eine Partie zu Beginn, nach der Pause, vor der Verlängerung oder nach einem Touchdown eröffnet. Der Ball wird dabei so weit wie möglich in die gegnerische Endzone geschossen. Eine Abwandlung davon ist der „Onside Kick“, dabei muss der Schuss mindestens zehn Yards überschreiten, um das Spiel zu eröffnen.
Downs: Nach dem Kick-off startet die angreifende Mannschaft ihre Angriffsserie (Drive). Innerhalb von vier Versuchen müssen per Pass oder Lauf zehn Yards überwunden werden. Gelingt das, gibt es ein neues First Down. Es gibt vier weitere Versuche.
Line of Scrimmage: Jeder Spielzug beginnt an dem Punkt, an dem der vorangegangene geendet hat.
Punt: Werden die zehn Yards nicht geschafft, dann erhält die gegnerische Mannschaft den Ball zurück. Üblicherweise geschieht das im vierten Versuch mit einem Punt. Dabei wird versucht, den Ball so weit wie möglich in die andere Hälfte zu befördern, damit der Gegner eine schlechte Feldposition hat.
Interception: Der geworfene Ball des Quarterbacks wird dabei vom Gegner abgefangen. Der Spieler, dem die Interception gelungen ist, hat danach die Chance, in die gegnerische Endzone zu laufen.
Fumble: Neben der Interception ist auch der Fumble ein Ballverlust (Turnover). Die gegnerische Mannschaft erobert dabei vom Ballträger den Ball, bevor der Spielzug beendet ist. Danach besteht wieder die Gelegenheit, in die Endzone zu gelangen.
Sack: Die Verteidigung bringt den Quarterback hinter der Line of Scrimmage zu Fall, ehe dieser den Ball abgeben kann. Für den Spielmacher ist das eine gefährliche Situation, da daraus nicht selten Verletzungen resultieren und die eigene Mannschaft oft großen Raumverlust hinnehmen muss.
Challenge: Anders als etwa beim Fußball können die Trainer durch das Werfen eines roten Tuches strittige Entscheidungen der Schiedsrichter anfechten. Die Spielszene ist dann „under review“ und kann gegebenenfalls revidiert werden. Pro Halbzeit ist eine Challenge möglich. Bleibt allerdings die Entscheidung des Referees aufrecht, verliert das Team ein Timeout (Anm.: Diese Regel ist bei der WM nicht in Verwendung).
Timeout: Jedes Team kann dreimal pro Halbzeit eine Auszeit nehmen. Diese dauert 60 Sekunden. Hat eine Mannschaft kein Timeout mehr, kann sie keine Challenge mehr in Anspruch nehmen. Hat das Team mit einer Challenge unrecht - die Entscheidung des Schiedsrichters wird also bestätigt - geht ein Timeout verloren.

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Ein Spieler wird getackelt und fumbled, also verliert dabei den Ball.
Spielzeit: Bei der WM werden viermal zwölf, in der NFL viermal 15 Minuten gespielt. Die Feldpositionen werden nach dem ersten und dritten Viertel behalten. Nach erfolgreichen Spielzügen, die innerhalb des Spielfelds beendet werden, läuft die Uhr weiter. Verlässt ein Spieler das Feld, geht er „out of bounds“ - die Zeit wird angehalten. Die Uhr wird ebenfalls bei missglückten Pässen gestoppt.
Hail Mary: Der Begriff bezeichnet den verzweifelten Versuch, eine Partie kurz vor Schluss noch zu drehen. Der Quarterback wirft dabei den Ball aus großer Entfernung ohne konkretes Ziel in die Endzone und hofft, dass einer seiner Mitspieler ihn fängt.
Tackle: Der Gegenspieler wird dabei durch einen Angriff zu Boden gebracht. Wenn ein Körperteil des Ballträgers außer den Händen und Füßen den Boden berührt, beendet ein erfolgreicher Tackle den Spielzug. Schlägt er fehl, wird er „missed“ oder „broken“ Tackle genannt.
Overtime: In der WM-Gruppenphase ist eine Partie auch bei einem Unentschieden nach der regulären Spielzeit beendet. In der Finalphase erhält jedes Team an der 25-Yard-Linie des Gegners einmal den Ball und versucht mit einer Angriffsserie möglichst viele Punkte zu erzielen. Die Spieluhr spielt in der Verlängerung keine Rolle mehr. Sollte keine Entscheidung fallen, wird das Prozedere wiederholt.

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Sobald der Ball die Endzone auch nur berührt, ist es ein Touchdown.
Begriffe der Zählweise
Touchdown: Das Erreichen der gegnerischen Endzone ist das ultimative Ziel und bringt sechs Punkte. Der Ball kann in die Endzone getragen oder dort gefangen werden. Für einen Touchdown muss der Spieler aber nicht die Linie zur Endzone überschreiten. Die Spitze des Balles reicht für einen Punktgewinn bereits aus.
Extrapunkt: Hat eine Mannschaft die Endzone erreicht, kann sie danach mit einem Kick ihr Punktekonto um einen weiteren erhöhen.
Two-Point-Conversion: Erreicht ein Spieler anstelle des Extrakicks noch einmal die Endzone, bringt das zwei weitere Punkte.
Field Goal: Ist die Entfernung in die Endzone beim vierten Versuch zu groß, kann der Kicker auch aus dem Spiel heraus Punkte erzielen. Trifft er den ruhenden Ball zwischen die Pfosten, gibt es drei Zähler.
Safety: Wird der Ballträger der angreifenden Mannschaft von der gegnerischen Verteidigung in der eigenen Endzone gestoppt, werden zwei Punkte gutgeschrieben.
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