Heraf nominiert 18-Mann-Kader
ÖFB-U20-Teamchef Andreas Heraf hat am Mittwoch 18 der 21 Spieler bekanntgegeben, die Österreich ab 29. Juli bei der WM in Kolumbien vertreten werden. Nicht darunter sind die Aushängeschilder David Alaba und Aleksandar Dragovic.
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Die mit zehn und elf Länderspielen im A-Team erfahrenen Legionäre erhalten nämlich laut ÖFB „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ bis zum endgültigen FIFA-Nominierungsschluss am 15. Juli keine Freigabe von ihren Clubs Bayern München bzw. FC Basel.

GEPA/Felix Roittner
Der 17-jährige Kevin Stöger ist das „Fohlen“ im ÖFB-Aufgebot.
Weiter fix nicht zählen kann Heraf neben den bereits vor längerer Zeit wegen Verletzungen nicht zur Verfügung stehenden Spielern Marcel Ritzmaier (PSV Eindhoven), Christoph Knasmüllner (Inter Mailand) oder Gernot Trauner (LASK) auf Martin Hinteregger und Georg Teigl von Red Bull Salzburg.
Teilerfolg in Stuttgart
Beim VfB Stuttgart, bei dem derzeit gleich drei junge Österreicher (Alexander Aschauer, Raphael Holzhauser und Kevin Stöger) laut an der Tür der etablierten Profis rütteln, konnte Heraf nach einem persönlichen Besuch vorerst die fixe Abstellung Stögers, mit 17 Jahren der jüngste Spieler im Aufgebot, erreichen.
In den letzten Wochen und Monaten hatte der Teamchef im In- und Ausland viel Überzeugungsarbeit leisten müssen, leider war er nicht immer erfolgreich. „Trotzdem ist es mir ein Anliegen, mich zu bedanken. Vor allem bei Clubs wie Ried oder Mattersburg, die mit hundertprozentiger Unterstützung für den rot-weiß-roten Fußball und auch ihrer eigenen Spieler, die sich mit der Teilnahme an dieser WM einen einmaligen Traum erfüllen und ihren Marktwert mit guten Leistungen erheblich steigern können, Weitblick beweisen“, sagte Heraf.
„Auch beim überwältigenden Teil der weiteren Bundesliga-Clubs und ihrer Verantwortungsträger kann ich auf konstruktive und partnerschaftliche Zusammenarbeit zählen.“
Auf Goodwill der Clubs angewiesen
Dass Österreich trotzdem bei weitem nicht in Bestbesetzung zum zweitgrößten FIFA-Turnier anreisen kann, liegt auch an der fehlenden Abstellpflicht des Weltverbandes. „Solange sich diese Situation nicht ändert, ist man als Verband auf den Goodwill der Clubs angewiesen“, so der Teamchef.
„Mit heutigem Datum nominiere ich einmal 18 Mann, auch um den Spielern und vor allem deren Clubs eine längere Planungssicherheit zu geben. Bis 15. Juli folgen dann die weiteren Akteure und wird der FIFA fristgerecht der endgültige Kader übermittelt“, schloss Heraf. Österreich trifft beim Turnier in Kolumbien in der Vorrunde auf Panama, Brasilien und Ägypten.
Windtner enttäuscht
ÖFB-Präsident Leo Windtner hat wenig Freude mit der nicht erfolgten Abstellung der Schlüsselspieler und hofft noch auf ein Einlenken der Vereine. „Die Situation ist wirklich enttäuschend, dass hier einzelne Clubs nicht bereit sind, einzelne Spieler abzugeben. Ich hoffe noch immer, dass die Tür noch nicht endgültig zu ist und wir in den nächsten Tagen doch noch einen Kompromiss finden“, meinte Windtner am Mittwochabend im ORF-Kurzsport.
Vorläufiger 18-Mann-ÖFB-Kader für die U20-WM
Tor: Philip Petermann (SC/ESV Parndorf), Samuel Radlinger (Hannover 96), Christoph Riegler (SKN St. Pölten)
Abwehr: Emir Dilaver (Austria Wien), Patrick Farkas (SV Mattersburg), Lukas Rath (Mattersburg), Michael Schimpelsberger (Rapid)
Mittelfeld: Robert Gucher (SV Kapfenberg), Kevin Stöger (VfB Stuttgart), Tobias Kainz (SC Heerenveen), Marco Meilinger (Red Bull Salzburg), Daniel Offenbacher (Salzburg), Marcel Ziegl (SV Ried)
Angriff: Marco Djuricin (Hertha BSC),Christian Klem (Sturm Graz), Daniel Schütz (Wacker Innsbruck), Andreas Weimann (Aston Villa), Robert Zulj (Ried)
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