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Copa-Halbfinale ohne Topfavoriten

Die zwei südamerikanischen „Fußballriesen“ haben mit dem Ausgang der 43. Copa America nichts mehr zu tun. Nach Veranstalter Argentinien musste am Sonntag auch Brasilien im Viertelfinale Abschied nehmen. Der Rekordweltmeister ging in La Plata gegen Paraguay nach 120 torlosen Minuten im Elferschießen mit 0:2 k. o. Venezuela schaffte durch ein 2:1 über Chile als letztes Team den Aufstieg.

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Damit lauten die Paarungen im Halbfinale Peru gegen Uruguay und Paraguay gegen Venezuela. Die Sieger spielen am Sonntag in Buenos Aires um die Nachfolge von Titelverteidiger Brasilien. Die Uruguayer, die wie Argentinien die Trophäe 14-mal gewonnen haben, könnten mit dem ersten Erfolg seit 1995 zum alleinigen Rekordsieger avancieren.

Brasilien verjuxt vier Elfmeter

Die Brasilianer, die schon in der Gruppenphase gegen Paraguay nur ein Remis erreicht hatten, verabschiedeten sich letztlich auf blamable Art und Weise. In der Entscheidung vom Elfmeterpunkt versagten ihnen durch die Bank die Nerven, verjuxten sie doch gleich vier Penaltys.

Brasiliens Andre Santos schießt einen Elfmeter über das Tor

APA/EPA/Marceloa Sayao

Andre Santos blieb vom Elferpunkt ebenso erfolglos wie drei seiner Teamkollegen.

Elano schoss hoch über das Tor, Thiago Silva scheiterte an Paraguay-Keeper Justo Villar, Andre Santos zirkelte den Ball über die Latte und auch Fred verfehlte das Gehäuse. Auf der Gegenseite machte es ihnen zuerst Edgar Barreto gleich, dann aber trafen Marcelo Estigarribia und Christian Riveros.

„Elferschießen ist eine Lotterie“

Die „Selecao“, die zuletzt zweimal im Finale gegen Argentinien triumphiert hatte, arbeitete in den 120 Minuten davor durch Robinho, Pato, Neymar und Fred Chance um Chance heraus, scheiterte aber entweder am überragenden Villar oder am mangelnden Glück. „Brasilien hat alles getan, um zu gewinnen, aber das Elferschießen ist eine Lotterie“, kommentierte der zum besten Spieler der Partie gewählte Villar. Der 34-Jährige war nach seinen Glanzparaden auch in Feierlaune: „Das ist die größte Nacht meines Lebens, und ich werde das genießen.“

Kurios: Paraguay steht im Halbfinale, ohne ein Spiel in der regulären Spielzeit gewonnen zu haben. 0:0 gegen Ecuador, 2:2 gegen Brasilien und 3:3 gegen Venezuela lautete ihre Bilanz in der Gruppenphase.

Zum Sieg benötigt man Tore

Auch wenn es nach dem Aus für Brasilien mit dem dritten Copa-Sieg in Folge nichts wird, machte Robinho seinen Teamkollegen Mut. „Die Mannschaft wird jetzt arbeiten. Wir müssen den Kopf hoch halten“, sagte er. „Wir haben Elfmeterschießen trainiert, aber es hat nicht geklappt.“

Brasiliens Teamchef Mano Menezes gab sich als fairer Verlierer und suchte den Grund in den eigenen Reihen: „Es braucht mehr als den Siegeswillen, man benötigt Tore, und das war das einzige, das uns gefehlt hat.“ Die Partie beendeten beide Teams mit nur zehn Mann, nachdem Lucas Leiva bzw. Antolin Alcaraz wegen einer Boxeinlage in der 103. Minute Rot gesehen hatten.

Tevez als Argentiniens „Sargnagel“

Brasilien ereilte das gleiche Schicksal wie am Vortag Gastgeber Argentinien, der gegen Uruguay ebenfalls im Elferschießen aus dem Turnier geflogen war. Das Team um Superstar Lionel Messi musste sich in Santa Fe nach einem 1:1 nach Verlängerung im „Shoot-out“ mit 4:5 geschlagen geben.

Während die „Uru“-Elferschützen Diego Forlan, Luis Suarez, Andres Scotti, Walter Gargano und Martin Caceres allesamt verwandelten, trafen für die „Albiceleste“ nur Messi, Nicolas Burdisso, Javier Pastore und Gonzalo Higuain. Torjäger Carlos Tevez patzte hingegen und entschied damit das Spiel.

Premiere für Venezuela

Während sich neben Uruguay auch schon Peru (zuletzt 1975) und Paraguay (1979) je zweimal in die Siegerliste der Südamerikameisterschaft eingetragen haben, ist Venezuela der einzige Semifinalist ohne Turniersieg. Der erst zweite Sieg Venezuelas im 22. Duell mit Chile machte die Premiere möglich.

Für die „Vinotintos“, die als bisher bestes Copa-Abschneiden Rang fünf 1967 zu Buche stehen haben, scorten in San Juan Oswaldo Vizcarrondo (35.) und Gabriel Cichero (80.). „Das ist ein historische Augenblick, aber meine Spieler sind nicht zufrieden, sie wollen mehr“, sagte Teamchef Cesar Farias überglücklich.

Die Chilenen waren zwar nach der Pause die spielbestimmende Mannschaft, ein Treffer blieb ihnen aber lange Zeit verwehrt. Erst in der 69. Minute hatte Humberto Suazo zum 1:1 ausgeglichen. Auch in dieser Partie gab es zwei Ausschlüsse. Tomas Rincon (93.) wird den Venezolanern im Semifinale fehlen, Chile hatte schon vorher Gary Medel (83.) verloren.

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