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Vergebene Chance

Österreichs U20-Auswahl ist am Freitag (Ortszeit) mit einer Nullnummer gegen Panama in die WM in Kolumbien gestartet. Im Auftaktspiel der Gruppe E ließ die spielerisch überlegene Elf von Andreas Heraf dabei mit einer Vielzahl guter Chancen zwei Punkte im Kampf um den Aufstieg liegen.

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Die größte Chance auf den wichtigen Sieg im ersten Spiel konnte Ried-Stürmer Robert Zulj in der 28. Minute nicht nutzen. Österreich war über 90 Minuten die bessere Mannschaft, der ihre gute Fußballschule deutlich anzusehen war. Läuferisch, taktisch und technisch waren die heimischen Youngsters ihren Gegnern meist einen Schritt voraus, vor dem Tor fehlte jedoch die Kaltschnäuzigkeit.

„Mit so vielen Chancen muss man gewinnen“

Trainer Heraf brachte die Leistung seines Teams auf den Punkt: „Mit so vielen Chancen muss man gewinnen. Körperlich waren wir klar besser, die Jungs sind topfit. Leider haben wir das Tor nicht gemacht. Jetzt müssen wir eines der anderen zwei Spiele gewinnen.“ Nächster Gegner im Kampf um den Aufstieg ins Achtelfinale ist am Montag (Dienstag, 3.00 Uhr MESZ, live in ORF eins) Gruppenfavorit Brasilien, der allerdings in seinem Auftaktmatch gegen Ägypten nur 1:1 spielte.

Österreichs Tobias Kainz im Zweikampf mit Panamas Jose Alvarez

AP/Dolores Ochoa

Österreichs Youngsters zeigten ein gutes Spiel, dem jedoch die Tore fehlten

Gegenseitiges Kennenlernen

Im Estadio Olimpico Jaime Moron Leon von Cartagena begann Österreich das Abenteuer Kolumbien 2011 zumindest auf dem Papier offensiv. In der Startaufstellung standen zwar mit Andreas Weimann, Robert Zulj und Daniel Schütz drei Stürmer, allerdings gab der Rieder Zulj vorerst die unterbeschäftigte Solospitze.

Nach rund zehn Minuten war der befürchtete Anfangsschwung der Mittelamerikaner dann vorbei und die ÖFB-Youngsters begannen die Partie zu kontrollieren. Doch im Bemühen, das Offensivspiel schnell zu machen, wollte die Heraf-Elf zu viel und verschenkte so bereits in der Vorwärtsbewegung die Bälle. Dadurch bekam wieder Panama ein spielerisches Übergewicht und machte Mitte der ersten Hälfte Druck, ohne zu zwingenden Torchancen zu kommen.

Zulj vergibt Riesenchance

Während Österreichs Abwehr bis auf ein, zwei Stellungsfehler, einen ruhigen und sicheren Eindruck machte, zeigte Panamas Hintermannschaft, dass sie nicht unverwundbar ist. Vor allem der schnelle Weimann sorgte für Unruhe beim Gegner. So wie in der 28. Minute, als Daniel Offenbacher den Aston-Villa-Stürmer gut einsetzte und dieser ideal von links in der Mitte den völlig allein stehenden Zulj bediente.

Doch der 19-jährige Rieder ließ sich die Riesenchance zum fast logischen 1:0 gleich zweimal entgehen, als er den Ball im Fünfer in zwei Versuchen nicht an Panama-Goalie Luis Mejia vorbei ins Tor brachte. Mit dieser Großchance kam bei den technisch starken Österreichern auch die Sicherheit zurück, sie dominierten ab diesem Zeitpunkt das Geschehen und hatten kurz vor der Pause neuerlich das mögliche 1:0 auf dem Fuß.

Andreas Weimann beißt aus Ärger in sein Trikot

AP/Dolores Ochoa

Auch Österreichs bester Spieler Andreas Weimann war verzweifelt

Überlegenheit ohne Tore

Wieder brach Weimann links durch, nur diesmal war es Offenbacher, der den halbhohen Stanglpass aus nächster Nähe nicht im Tor unterbringen konnte (45.). In der Pause kam Christian Klem von Sturm für Daniel Schütz, der in den ersten 45 Minuten auf der rechten Seite viel Laufarbeit verrichtet hatte. Die spielerische Überlegenheit der ÖFB-Talente setzte sich auch in der zweiten Hälfte unvermindert fort.

Nur dort, wo es am wichtigsten gewesen wäre, agierten die Österreicher zu wenig konsequent: vor dem gegnerischen Tor. Phasenweise setzten sie sich in Panamas Hälfte fest, ohne gefährlich zu werden. Die „Canaleros“ versuchten ihr Heil in sporadischen Kontern über ihre schnellen Flügelstürmer. ÖFB-Coach Heraf reagierte und brachte mit Georg Teigl für Zulj und Marco Meilinger für Offenbacher frische Kräfte für die Schlussphase.

Auch Weimann scheitert

Aber an der Charakteristik des Spiels änderte sich nichts. Die ballsicheren Österreicher beherrschten bis zum gegnerischen Strafraum das Geschehen, dort dominierte dann die Zaghaftigkeit. Bis auf einen Weimann-Kopfball (80.) aus kurzer Distanz, den Mejia mit einem tollen Reflex über die Latte drehte.

Österreichs gefährlichster Stürmer und bester Mann auf dem Platz hatte in der 86. Minute noch einmal des 1:0 auf dem Kopf, aber sein Versuch ging knapp am langen Eck vorbei. Zu allem Überdruss gab der schon zuvor schwache Schiedsrichter Arias aus Paraguay nach einem offensichtlichen Foul am eingewechselten Teigl statt Elfmeter Gelb für den Salzburg-Kicker wegen einer vermeintlichen Schwalbe (81.).

Beinahe hätte dann noch Cecilio Waterman in der Nachspielzeit den Spielverlauf auf den Kopf gestellt, aber der sichere ÖFB-Tormann Samuel Radlinger von Hannover rettete zumindest einen Punkt.

Martin Wagner, ORF.at

U20-WM, Gruppe E:

Freitag:

Österreich - Panama 0:0

Cartagena, Estadio Olimpico Jaime Moron Leon, SR Arias (PAR)

Österreich: Radlinger - Farkas, Schimpelsberger, Rath, Dilaver - Kainz, Offenbacher (69./Meilinger), Gucher - Zulj (60./Teigl), Weimann, Schütz (46./Klem)

Panama: Mejia - Cummings, Cordero (66./Gomez), Benitez, Vargas - Davis, Flores, Vence, Jimenez (46./Dixon) - Alvarez (73./Avila), Waterman

Gelbe Karten: Teigl bzw. Vargas

Die Besten: Weimann, Radlinger, Kainz, Gucher, Dilaver bzw. Mejia

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