Gruppenphase in Griffweite
Sturm Graz darf sich große Hoffnungen auf den Einzug in die Gruppenphase der UEFA Champions League machen. Österreichs Meister holte am Dienstag bei BATE Borisow ein 1:1 und hat nun im Play-off-Rückspiel am Mittwoch nächster Woche in der UPC-Arena alle Trümpfe in der Hand, zum vierten Mal in der Clubgeschichte und als erster ÖFB-Verein seit Rapid 2005 in der Millionenliga vertreten zu sein.
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.
Manuel Weber brachte die Gäste vor 13.000 Zuschauern im Dinamo-Stadion von Minsk in der zwölften Minute in Führung, Marko Simic gelang in der 59. Minute nur noch der Ausgleich für die Hausherren. BATE hatte zwar mehr vom Spiel und kämpfte bis zum Schluss verbissen um eine bessere Ausgangsposition, allerdings wirkte der weißrussische Champion den Grazern auch in einigen Belangen unterlegen.
Weber nützt Abwehrfehler
Schon in der Anfangsphase wurde ersichtlich, dass die ersatzgeschwächten Weißrussen nur mit limitierten Mitteln agierten. Sturm hielt Borisow ohne große Mühe vom eigenen Strafraum entfernt und schaffte es immer wieder, nach einfachen Ballverlusten des Gegners Nadelstiche zu setzen. So auch in Minute zwölf: Weber nützte einen BATE-Abspielfehler und beförderte den Ball zu Imre Szabics, der wiederum Weber einsetzte. Der Mittelfeldspieler erzielte mit seinem Schuss zwischen den Beinen von Borisow-Goalie Alexandr Gutor hindurch jenes Tor, das die Teilnahme an der Eliteliga bedeuten könnte.

APA/Helmut Fohringer
Manuel Weber bejubelt den wichtigen Auswärtstreffer
Nur ein einziges Mal vor der Pause wurden die Weißrussen gefährlich, als Jegor Filipenko den Ball aus rund acht Metern am langen Eck vorbeischlenzte (34.). Praktisch im Gegenzug missglückte Szabics ein Kopfball aus guter Position nach Flanke von Roman Kienast. In der 43. Minute ließ Milan Dudic eine viel größere Chance aus: Der Serbe stand nach einer Freistoßflanke von Jürgen Säumel plötzlich völlig allein drei Meter vor dem Tor, traf aber den Ball nicht.
Verhängnisvoller Rückzug
Das leichtfertige Vernebeln dieses „Champions-League-Matchballs“ sollte sich in der 59. Minute rächen. Witali Rodionow zirkelte einen Freistoß zur Mitte und Simic durfte aus kurzer Distanz relativ unbedrängt einköpfeln. Sturm hatte sich davor zu weit zurückfallen lassen, präsentierte sich danach aber wieder etwas spielfreudiger - Beweis dafür war ein gefährlicher Kopfball von Kienast am langen Eck vorbei (66.).

GEPA/Markus Oberlaender
Simic hält BATE Borisow mit dem Ausgleich im Rennen
Erst in den letzten Minuten, als Borisow alles auf eine Karte setzte, wurde die Partie aus Grazer Sicht eine Abwehrschlacht. Das Rückzugsgefecht erfüllte schließlich seinen Zweck, weil die Weißrussen ihre Angriffe zu planlos vortrugen - sehr zur Freude der rund 50 mitgereisten Sturm-Fans. Für 36 von ihnen machte sich damit sogar eine 24-stündige Busreise von Graz nach Minsk bezahlt.
UEFA Champions League, Play-off-Hinspiel
Dienstag:
BATE Borisow - Sturm Graz 1:1 (0:1)
Minsk, Dinamo-Stadion, 13.000 Zuschauer, SR Moen (NOR)
Torfolge: 0:1 Weber (12.) 1:1 Simic (59.)
Borisow: Gutor - Jurewitsch, Filipenko, Simic, Bordatschew (82./A. Wolodko) - Patotski (46./Gordejtschuk), Baga, Olechnowitsch, Nechajtschik - Rodionow (69./Rudik) - Kontsewoj
Sturm: Gratzei - Standfest, Dudic, Burgstaller, Popchadse - Hölzl (88./Ehrenreich), Weber, Säumel, Bukva - Kienast, Szabics (72./Muratovic)
Gelbe Karten: Rodionow, Rudik bzw. Säumel
Die Besten: Kontsewoj, Rodionow bzw. Weber, Säumel, Standfest
Rückspiel am 24. August in Graz - Aufsteiger in der Gruppenphase der Champions League, Verlierer in der Gruppenphase der Europa League
Links: