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Mit 3:1-Polster nach Rumänien

Nacer Barazite scheint die Austria im Alleingang in die Europa League schießen zu wollen. Nach jeweils drei Toren gegen Rudar Pljevlja und Olimpija Ljubljana schlug der Niederländer am Donnerstag im ersten Play-off-Duell mit Gaz Metan Medias im Doppelpack zu und war hauptverantwortlich für das 3:1. Die Wiener stehen vor dem Einzug in die Gruppenphase, müssen aber noch das Rückspiel in Rumänien überstehen.

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Vor 9.115 Zuschauern hatte Roland Linz (7.) der Austria einen Traumstart ins Heimspiel der vierten und letzten Qualifikationsrunde beschert. Nach dem Ausgleich durch den Brasilianer Nicandro Breeveld (23.) rettete Barazite den Violetten wie schon gegen die Slowenen den Abend. Zunächst erzielte das Offensivass unmittelbar vor dem Pausenpfiff das 2:1, dann sorgte er in der 61. Minute für das wichtige dritte Tor. Das Rückspiel steigt am nächsten Donnerstag in Cluj.

Torjubel von Nacer Barazite (FK Austria Wien) und Roland Linz (FK Austria Wien)

APA/Georg Hochmuth

Die Matchwinner Barazite und Linz

Klassischer „Linz“ zum Traumstart

Der Hochsommer hatte während des Tages auch in Wien ein beeindruckendes Comeback gegeben. Die Austria wollte gleich im Hinspiel die Weichen auf eine Rückkehr in die Europa League stellen. Das Play-off-Scheitern im Vorjahr gegen Aris Saloniki schien den Violetten noch gut in Erinnerung zu sein, denn sie legten in der drückenden Abendhitze los wie die sprichwörtliche Feuerwehr. Im offensiven 4-2-3-1-System von Trainer Karl Daxbacher sorgten Tomas Jun, Barazite und Zlatko Junuzovic hinter Strafraumstürmer Linz gleich für viel Schwung.

Der Vierfachtorschütze vom vergangenen Wochenende gegen Kapfenberg sollte die Austria schon in der siebenten Minute mit einem klassischen Linz-Tor für den ambitionierten Start belohnen. Michael Liendl hatte Markus Suttner mit einem perfekten Lochpass auf der linken Seite in den Strafraum geschickt. Dessen ebenfalls äußerst präzise ausgeführten Querpass verwertete Linz aus kurzer Distanz zum 1:0. Nur drei Minuten später hätte Georg Margreitter (10.) nachlegen müssen, als er nach einem Junuzovic-Freistoß unbedrängt neben das Tor köpfelte.

Fehlentscheidungen führen zu Ausgleich

Diese vergebene „Hundertprozentige“ sollte sich rächen, auch weil sich die Austria in der Folge ein wenig zurückfallen ließ. Die Aktion, die zum Ausgleich der Rumänen führte, war dann aber mehr als umstritten. Zunächst stieß der schnelle Breeveld seinen Gegenspieler Jun nach einem Laufduell regelwidrig über die Outlinie, die im Anschluss auch der Ball überquerte. Von seinem Assistenten an der Linie im Stich gelassen entschied der weißrussische Schiedsrichter Alexej Kulbakow aber nicht auf Outeinwurf für die Austria, sondern ließ weiterspielen.

Breeveld hatte so genug Zeit, sich den Ball links außen auf seinen starken rechten Fuß zu legen, aus etwa 20 Metern Entfernung und spitzem Winkel Maß zu nehmen und Austria-Keeper Pascal Grünwald zum 1:1 (23.) zu bezwingen. Der Tiroler hatte dem Schuss ins Kreuzeck nachschauen müssen, weil er zu weit vor dem Tor gestanden und wohl auch von der tiefstehenden Sonne geblendet worden war. Der Frust der Austrianer über die Fehlentscheidung und das Gegentor war erst in der 32. Minute verraucht, als Junuzovic mit einem Kopfball aus kurzer Distanz am gut reagierenden Medias-Goalie Razvan Plesca scheiterte.

„Mister Europacup“ trifft und trifft

Bis zur Pause gewann die Daxbacher-Elf wieder die Oberhand und erkämpfte sich schließlich noch wenige Sekunden vor dem Halbzeitpfiff das 2:1. „Mister Europacup“ Barazite, der im Heimspiel gegen Ljubljana im Dreierpack getroffen hatte, stand nach einem Gestocher am „Fünfer“ goldrichtig und versenkte den Ball im Tor. Der Niederländer sorgte so für den mentalen Kraftschub zum Seitenwechsel, nach dem die Austria personell unverändert aus der Kabine kam. Die Lage schien aus Sicht der Gastgeber unter Kontrolle, außer einer eher zufälligen Chance durch Taher Bawab (49.) hatte Medias nicht viel zu bieten.

Taher Bawab (Medias) und Manuel Ortlechner (Austria)

GEPA/Mario Kneisl

Taher Bawab und seine Kollegen waren fast nur bei Kontern gefährlich

Junuzovic und Co. suchten ihr Heil in der Offensive, konnten von den rumänischen Verteidigern oft nur durch Fouls gestoppt werden. Aus den zahlreichen Freistößen machte die Austria in dieser Phase zu wenig, obwohl das dritte Tor der Wiener förmlich in der Luft lag. Gerade als sich Medias durch vereinzelte Konter wieder öfter aus der Umklammerung befreien konnte, sorgte Barazite für den nächsten Glanzpunkt. Der im Arsenal-Nachwuchs ausgebildete Rohdiamant setzte auf der rechten Seite zu einem unwiderstehlichen Alleingang an, ließ drei Gegenspieler aussteigen und schob den Ball unter Plesca hindurch zum 3:1 ins Netz.

Vorsprung über die Zeit gebracht

Als der Matchwinner der „Veilchen“ nach 68 Minuten unter tosendem Applaus und „Ba-ra-zi-te“-Sprechchören von Daxbacher durch Marko Stankovic ersetzt wurde, spürte man in der Generali Arena schon die Vorfreude auf eine mögliche Gruppenphase. Dass man dieser in der Schlussphase nicht noch einen Schritt näher rückte, lag nur zum Teil am Kampfgeist der Rumänen. Die Austria war in erster Linie darauf bedacht, kein weiteres Gegentor zuzulassen. Die beste Möglichkeit auf das 4:1 verstolperte der eingewechselte Dario Tadic in der 89. Minute.

Harald Hofstetter, ORF.at

Europa League, Play-off-Hinspiel

Donnerstag:

Austria Wien - Gaz Metan Medias 3:1 (2:1)

Generali Arena, 9.115 Zuschauer, SR Kulbakow (BLR)

Torfolge:
1:0 Linz (7.)
1:1 Breeveld (23.)
2:1 Barazite (45.)
3:1 Barazite (61.)

Austria: P. Grünwald - Klein, Margreitter, Ortlechner, Suttner - Hlinka, Liendl (63./Gorgon) - Barazite (68./Stankovic), Jun (86./Tadic), Junuzovic - Linz

Medias: Plesca - Trtovac, Lazar, Markovic, Buzean - Todea - Zaharia (57./Litu), Hoban (70./Bozesan), Breeveld, Petre - Bawab

Gelbe Karten: Margreitter bzw. Buzean, Markovic, Bozesan

Die besten Spieler: Hlinka, Junuzovic, Barazite, Jun bzw. Breeveld, Todea, Bawab

Rückspiel am 25. August (19.00 Uhr, live in ORF eins) in Cluj - der Aufsteiger steht in der Gruppenphase

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