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„Deutschland nimmt uns nicht ernst“

Die persönliche Länderspielbilanz von Emanuel Pogatetz gegen Deutschland fällt mit vier Niederlagen in vier Spielen eindeutig negativ aus. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn der letzte Sieg gegen Deutschland liegt 25, das letzte Remis 19 Jahre zurück. Und Pogatetz feierte sein Teamdebüt beim 2:6-Debakel im Jahr 2002 in Leverkusen, als er in Minute 83 eingewechselt worden war.

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Nicht nur wegen dieser Statistik kann die Ausgangslage vor dem EM-Qualifikationsspiel am Freitag (20.45 Uhr, live ORF eins) nicht eindeutiger sein. Wie krass die Außenseiterrolle des ÖFB-Teams in Gelsenkirchen ist, hat Hannover-Legionär Pogatetz in den vergangenen Tagen aus nächster Nähe erfahren. Wie der 28-Jährige berichtete, wird in der deutschen Öffentlichkeit praktisch nur über die Höhe des Sieges diskutiert.

Emanuel Pogatetz

GEPA/Christian Walgram

Pogatetz hat sich vor dem Spiel am Freitag so seine Gedanken gemacht

„In Deutschland nimmt man uns nicht ernst“, sagte der Steirer. „Die Spieler schon, auch Joachim Löw weiß, dass wir unsere Qualitäten haben und wird die Mannschaft sicher gut einstellen. Aber die Medien nicht. Niemand traut uns zu, dass wir auch nur einen Punkt mitnehmen. Medien und Fans erwarten drei Punkte, wenn möglich mit einem Schützenfest“, sagte der Innenverteidiger auf einer Pressekonferenz im Rahmen des Trainingslagers in Bad Tatzmannsdorf.

„Frech und ohne Angst spielen“

Umso größer ist die Motivation, dem überlegenen Spitzenreiter in Gruppe A, der mit einem Sieg gegen Österreich fix das EM-Ticket lösen könnte, ein Bein zu stellen. „Uns erwartet ein schwieriges Spiel, aber wir wollen frech auftreten und ohne Angst nach vorne spielen“, kündigte Pogatetz an. Auf eine neuerliche Wette mit seinen Teamkollegen bei Hannover ließ sich Pogatetz nicht mehr ein.

Die 1:2-Niederlage im Juni in Wien brachte ihm ein Training im deutschen Teamdress ein. „Nachdem ich das letzte Mal eingefahren bin, halte ich mich ein wenig zurück. Clubintern gibt es aber natürlich immer Späße, da wäre es nicht so angenehm, wenn ich mit einer Niederlage zurückkomme. Umso schöner wäre ein positives Ergebnis, dann wäre es für mich in den nächsten Wochen etwas einfacher“, sagte Pogatetz.

„Viele Schwächen haben sie nicht“

Wie die Überraschung gelingen könnte, dafür hat Pogatetz, der mit 44 Länderspielen der erfahrenste Spieler im ÖFB-Kader ist, auch ein Rezept parat. „In erster Linie müssen wir versuchen, ihre Stärken zu unterbinden, ihnen keine Räume zu geben, damit sie nicht ins Spiel kommen. Vielleicht könnte es ein Problem für sie sein, wenn man sie früh unter Druck setzt. Aber viele Schwächen haben sie nicht, Deutschland gehört zu den besten Teams der Welt“, so Pogatetz.

Klose sorgt für mehr Bewegung

In der Verteidigung wird es Pogatetz aller Voraussicht nach aufgrund des verletzungsbedingten Ausfalls von Mario Gomez mit Miroslav Klose zu tun bekommen. Der DFB-Torjäger erzielte vier seiner insgesamt bereits 61 Teamtreffer in Spielen gegen Österreich, drei beim 6:2 im Jahr 2002 und eines beim 3:0 beim Testspiel im Jahr 2008. „Es ist gegen beide unangenehm zu spielen. Gomez ist ein klassischer Strafraumstürmer, Klose geht weitere Wege. Ich erwarte dadurch ein beweglicheres Spiel der Deutschen.“

Miroslav Klose erzielt das Tor zum 2:0, die Österreicher Ernst Dospel, Rene Aufhauser und Torwart Roland Goriupp können nicht mehr eingreifen

APA/dpa/lnw

Bereits vor neun Jahren versenkte Torjäger Klose drei Bummerl im ÖFB-Kasten

Beweglich wird das Spiel der DFB-Elf aber vor allem durch deren Jungstars Mesut Özil, Mario Götze und Thomas Müller, die für Pogatetz der Beweis für die hochwertige Nachwuchsarbeit in Deutschland sind. „Noch vor nicht allzu langer Zeit haben sich die Deutschen im Nationalteam nicht mit Ruhm bekleckert, aber dann haben sie so wie wir in Österreich einen Umbruch vollzogen.“

Kein Problem mit Arnautovic

Das Verhältnis zu einem wankelmütigen österreichischen Hoffnungsträger hat sich indes beruhigt. Mit Marko Arnautovic trug Pogatetz in der Vergangenheit so manchen Konflikt aus. Mittlerweile hat der Deutschland-Legionär mit dem Bremen-Stürmer nach eigenen Angaben aber kein Problem. „Er hat sich die Einberufung durch seine letzten Leistungen verdient und kann eine Bereicherung fürs Team sein“, stellte Pogatetz klar.

Eine Aussprache habe es nach dem Kabinenvorfall im März in Istanbul keine gegeben. „Die war auch nicht nötig, denn es ist nichts Schlimmes passiert. Wir haben ein sehr professionelles Verhältnis, er hat sich gut in die Gruppe eingefügt“, behauptete Pogatetz.

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