Seit vier Jahren ungeschlagen
Usain Bolt hat seinen Weltmeistertitel über 200 Meter verteidigt und bei der Leichtathletik-WM in Daegu sein erstes Gold geholt. Der Jamaikaner gewann am Samstag in der Jahresweltbestzeit von 19,40 Sekunden vor dem US-Amerikaner Walter Dix (19,70) und dem Franzosen Christophe Lemaitre (19,80). Es war die viertschnellste Zeit der Geschichte, nur er und Michael Johnson waren jemals schneller.
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Bolt bleibt damit seit dem 14. September 2007 über 200 Meter ungeschlagen. Für Jamaika war es das dritte Gold bei dieser WM. Am Sonntag hat Bolt noch die Chance auf Gold mit der 4x100-m-Staffel. Über 100 m hatte der 25-Jährige vergangenen Sonntag wegen Fehlstarts und Disqualifikation die Chance verpasst, sein Sprinttriple von Berlin 2009 zu wiederholen.

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Bolts Gegner hatten über 200 Meter nur das Nachsehen
„Das war wunderschön. Vielen Dank“, jubelte der alte und neue Weltmeister nach seiner Ein-Mann-Show. Beim ersten Interview noch im Stadion tänzelte der große Junge von der Karibikinsel noch ganz aufgedreht vor der Reporterin herum. Auf der Ehrenrunde hatte er zuvor mit den Fotografen Fangen gespielt. „Es gibt eine Grenze für die Show. Aber ich mache das für die Fans, und so lange sie sich nicht beschweren, ist das kein Problem“, so Bolt.
„Ich war nicht panisch am Start“
Der über 100 Meter gestrauchelte Held stand enorm unter Druck, auch wenn er beim „Warm-up“ im Halbfinale regelrecht in den Endlauf spaziert war und danach etwas vom Gas ging. „Ich bin nicht mit Zorn gelaufen, ich bin so gelaufen, weil ich mich bei den Fans für die 100 Meter entschuldigen wollte. Ich bin rausgegangen, um mein Bestes zu geben und es ihnen zu beweisen“, sagte Bolt und fügte an: „Ich war nicht panisch am Start.“

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Mit Gold ist die Panne über 100 Meter fast schon wieder vergessen
19,40 Sekunden seien für ihn eine gute Zeit, er sei nicht in seiner besten Form, aber es gehe doch immer auch „um Spaß und Unterhaltung“, meinte der neue, alte Weltmeister nach dem Finale. „Ich bin glücklich mit meiner Zeit und freue mich auf die nächsten zwei Rennen der Saison.“ Doch zuerst steht noch das WM-Staffelrennen am Sonntag auf dem Programm.
Was seinen Traum, mit jedem Titel dem Status der Legende näher zu kommen, betrifft, sagt er: „Ich habe den Schritt zur Legende verpasst, ich habe einen Fehler auf den 100 Metern gemacht, aber ich hätte gewonnen.“
Überraschung im Speerwurf
Eine Überraschung setzte es indes im Speerwurf. Der Deutsche Matthias De Zordo verwies mit 86,27 Metern Titelverteidiger Andreas Thorkildsen (NOR/84,78) auf den zweiten Platz und gewann die dritte Goldmedaille für Deutschland. WM-Bronze sicherte sich der Kubaner Guillermo Martinez (84,30).
Auch Kenias Läuferasse stockten ihre Edelmetallbilanz weiter auf. Asbel Kiprop rannte über 1.500 Meter allen davon und siegte in 3:35,69 Minuten vor seinem Landsmann Silas Kiplagat und dem US-Amerikaner Matthew Centrowitz. Es war bereits das sechste Gold der Ostafrikaner bei der 13. WM - so erfolgreich waren sie noch nie.
Russlands Geher auf und davon
Russlands Geher hatten am Vormittag bei der längsten WM-Strecke wieder ihre ganze Klasse bewiesen. Der 24-jährige Sergej Bakulin feierte über 50 Kilometer und 3:41:24 Stunden seinen ersten WM-Titel. Weltrekordler Denis Nischegorodow (3:42:45) wurde auf dem Cityrundkurs Zweiter, und so räumten die Russen fast alles ab: drittes Gold im dritten Wettbewerb und sechs der neun Medaillen.
„Ich kann noch gar nicht begreifen, dass ich gewonnen habe und was passiert ist. Viele Leute sagen ja, das ist die härteste Disziplin in der Leichtathletik“, sagte Bakulin. Bronze ging an den Australier Jared Tallent. Dessen Landsmann Nathan Deakes, der Weltmeister von 2007, hatte zwischendurch geführt, bekam dann aber Probleme mit dem Oberschenkel und musste aussteigen.
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