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Saisonstart im Zeichen der Versöhnung?

Er ist zwar Schnee von gestern, aber noch nicht vergessen oder beigelegt - der Streit der Dauerrivalinnen und ehemals guten Freundinnen Maria Höfl-Riesch und Lindsey Vonn. Mit Spannung wird deshalb deren erstes Aufeinandertreffen am 22. Oktober erwartet, wenn die Saison mit dem Riesentorlauf in Sölden eröffnet wird.

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Im Finale der vergangenen Saison wurde die langjährige, wenn auch hochstilisierte Freundschaft der beiden schwer belastet. Die Situation kulminierte in Lenzerhaide, als sich Höfl-Riesch drei Punkte vor Vonn zum ersten Mal den Gesamtweltcup sicherte. Vonn verweigerte den Handschlag und ließ auch sonst kein gutes Haar an der siegreichen Konkurrentin. Hernach herrschte Funkstille zwischen den beiden. Auch der Hochzeit ihrer Freundin mit Marcus Höfl blieb Vonn fern.

Höfl-Riesch, die sich zuletzt auf dem Mölltaler Gletscher vorbereitete, ist Vonn keine lange Rede mehr wert. „Ich habe es für mich analysiert und mir meine Gedanken dazu gemacht. Ich glaube einfach, da sind zwei unterschiedliche Mentalitäten zusammengekommen. Ich hege keinen Groll mehr und lasse alles andere auf mich zukommen“, sagte die 26-Jährige. Sie für sich wolle die richtige Mischung zwischen Ehrgeiz und Gelassenheit und wolle über den Dingen stehen, „wenn es mal nicht so läuft“.

Ganz andere Sorgen

Überhaupt hat Höfl-Riesch derzeit andere Sorgen. Die Verletzungsserie im deutschen Damen-Team macht auch ihr zu schaffen, vor allem das Pech ihrer Schwester. „Der schwere Sturz meiner Schwester Susanne in Chile hat mich sehr schockiert“, sagte Höfl-Riesch. Die 23-Jährige erlitt wie später auch Gina Stechert einen Kreuzbandriss und musste zudem an Meniskus und Schienbeinkopf operiert werden.

Perfekt verlief aber auch Höfl-Rieschs Vorbereitung nicht. Zuerst laborierte sie an Mikrofrakturen im Sprunggelenk („Ich spüre es noch ein bisschen, aber es schmerzt nicht“), zuletzt gesellte sich eine Erkältung hinzu. „Das ist nicht schlimm, aber ich bin noch nicht so richtig auf der Höhe. Und in zweieinhalb Wochen ist leider das erste Rennen.“ Dass sie sich ausgerechnet im Riesentorlauf, der einzigen Disziplin, in der sie noch keinen Sieg feierte, am besten fühlt, sollte für Sölden kein Nachteil sein.

Einige Kilos leichter

Der Gesamtweltcup? Der ist für Höfl-Riesch zwar wieder ein Thema, aber nicht mehr oberstes Gebot. „Sicher wäre es schön, doch es hat schon einmal geklappt. Nun muss ich mich nicht mehr in dieses Thema verbeißen“, so Riesch, die dank Ernährungsumstellung in dieser Saison einige Kilos weniger auf die Waage bringen wird, aber trotzdem in allen Disziplinen vorne mitmischen will. „Man muss sehen, wofür es am Ende reicht“, so Höfl-Riesch. Denn oft geht es eng her, wie im Finale der vergangenen Saison.

Nach 20 Siegen in insgesamt 258 Rennen wirkt Höfl-Riesch gelassen - auch, weil das Ende ihrer Karriere absehbar geworden und der Sport nicht mehr das einzige Thema in ihrem Leben ist. Ewig wird Höfl-Riesch jedenfalls nicht mehr Ski fahren. Familienplanung sei ein Thema. „Aber nicht in unmittelbarer Zukunft. Ich plane, bei Olympia 2014 zu starten, vielleicht sogar auch noch länger, aber vielleicht auch nicht.“ Was schade wäre, hebt die WM 2015 doch in Colorado an - in der Heimat von Vonn, der sie beim Heimspiel ein letztes Mal die Suppe versalzen könnte.

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