Rätselraten mit Knalleffekt
Eigentlich hätte Leo Windtner bei der Bestellung des neuen Teamchefs die Spannung bis zur offiziellen Präsentation am Dienstag aufrechterhalten wollen. Der ÖFB-Präsident dürfte die Rechnung allerdings ohne sein Direktorium gemacht haben. Laut übereinstimmenden Medienberichten sickerte der Name am Montagabend bereits durch: Neuer österreichischer Nationaltrainer wird der Schweizer Marcel Koller.
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Der ÖFB bemühte sich zwar umgehend um eine Richtigstellung, musste allerdings Verhandlungsgespräche mit Koller eingestehen. Eine endgültige Entscheidung werde - wie ursprünglich angekündigt - erst am Dienstagvormittag vom Direktorium des ÖFB getroffen, was laut Informationen von Ö3 nur noch Formsache sein dürfte. Die offizielle Präsentation des Nachfolgers von Dietmar Constantini erfolgt wie geplant erst um 13.00 Uhr (live in ORF Sport Plus und im Livestream).

GEPA/Amir Beganovic
Das letzte Wort bei der Teamchef-Bestellung hat das ÖFB-Direktorium
Keine Geheimnisse im Direktorium
Windtner hatte in den vergangenen Wochen Gespräche mit mehreren Kandidaten geführt, darunter Franco Foda, Andreas Herzog, Christoph Daum, Lars Lagerbäck und Paul Gludovatz. Allerdings schien bis zuletzt auch eine Überraschungslösung möglich zu sein, da sich der ÖFB-Boss jeglichen Kommentars zu Spekulationen enthielt. Und wie es ausschaut, dürfte Windtner bei der Präsentation am Dienstag tatsächlich einen Überraschungskandidaten aus dem Hut zaubern.
Denn obwohl sich der Präsident tapfer an sein Schweigegelübde hielt, nahmen es seine Kollegen im Direktorium, zu denen neben Windtner noch Bundesliga-Präsident Hans Rinner, Liga-Aufsichtsratschef Markus Kraetschmer sowie die Landesverbandschefs Willi Prechtl (OÖ), Johann Gartner (NÖ) und Josef Geisler (Tirol) gehören, mit der Geheimhaltung scheinbar nicht ganz so ernst.
Schweizer Trainer des Jahres 2000
Der 50-jährige Koller begann seine Trainerkarriere 1997 beim FC Wil und ging dann im Jänner 1999 zum FC St. Gallen, wo er in der Saison 1999/2000 Meister wurde und dafür den Titel Schweizer Trainer des Jahres einheimste. Im Jänner 2002 wechselte er zu Grasshoppers Zürich und holte eineinhalb Jahre später neuerlich den Titel.
Es folgte ein Engagement vom 2. November 2003 bis 14. Juni 2004 als Cheftrainer des 1. FC Köln. Mit den Rheinländern stieg Koller trotz der Entdeckung und Förderung von Lukas Podolski aus der deutschen Bundesliga ab und wurde daraufhin beurlaubt. Im Mai 2005 heuerte der gebürtige Zürcher beim VfL Bochum an, den er ein Jahr später in die Bundesliga führte, ehe er am 20. September 2009 entlassen wurde. Bei den Bochumern machte Koller ab 2008 auch Bekanntschaft mit ÖFB-Teamspieler Christian Fuchs.
Als Spieler gewann Koller mit Grasshoppers sieben Meistertitel und fünf Cuptrophäen, brachte es im Nationalteam auf 55 Einsätze (drei Tore) und war Mitglied der Schweizer Auswahl bei der EM 1996.
Constantini wirft das Handtuch
Constantini hatte sein Amt als Teamchef am 13. September mit sofortiger Wirkung zurückgelegt. Zunächst war vereinbart worden, dass der mit Jahresende auslaufende Vertrag mit dem 56-jährigen Tiroler nach der verpassten Qualifikation für die EM 2012 in Polen und der Ukraine nicht verlängert wird. Interimistisch wird die ÖFB-Auswahl zurzeit von Sportdirektor Willi Ruttensteiner betreut.
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