Feiertagsfußball im ÖFB-Cup
Österreichs Topvereine sind allesamt am Mittwoch im Achtelfinale des ÖFB-Samsung-Cups im Einsatz. Zu brisanten Oberhaus-Duellen kommt es am Nationalfeiertag in den Partien Sturm Graz gegen Admira und Rapid gegen Ried. Salzburg empfängt den Erstligisten LASK, und die Austria gastiert beim Tiroler Landesligisten SVG Reichenau.
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Der Rekordgewinner (27 Titel) aus Wien muss dabei zu einer ungewöhnlichen Zeit antreten: Die Austria spielt bereits ab 10.30 Uhr im Innsbrucker Stadtteil Reichenau gegen den dortigen Landesliga-Zweiten SVG, der in der zweiten Runde mit Kapfenberg (2:1) schon einen Bundesligisten eliminiert hat.
Platz für Daxbacher größtes Problem
„Den Beginn am Vormittag sind wir nicht gewohnt, er sollte jedoch nicht zur Problematik werden, da wir ja zu dieser Zeit oft trainieren“, sagte Austria-Coach Karl Daxbacher, der andere Bedenken hat. Der Platz in Reichenau sei sehr klein und schlecht. „Auf dem holprigen Boden ist es schwer zu kombinieren. Es wird viel Stückwerk dabei sein und viel mit hohen Bällen agiert werden“, glaubt der 58-Jährige, der rotieren, mit Zlatko Junuzovic, Florian Mader, Kaja Rogulj und vielleicht auch Tomas Jun einige Spieler daheim lassen wird und Roland Linz diesmal von Beginn an aufbieten dürfte.
In der vorigen Saison war die Wiener Austria im Viertelfinale durch ein 0:4-Heimdebakel gegen Austria Lustenau ausgeschieden. Reichenau hat übrigens mit Ricardo Thom sogar einen aktuellen Teamspieler in seinen Reihen. Der 21-jährige Luxemburger studiert in Innsbruck und agiert aus dem Mittelfeld. Die Partie ist seit Wochen mit rund 800 Zuschauern ausverkauft.
Ried will ersten Sieg bei Rapid
Ab 16.00 Uhr (live in ORF eins) treffen Rekordmeister Rapid und Titelverteidiger SV Ried aufeinander. Das Duell zwischen dem 14-fachen und dem zweifachen Cupsieger gab es auch schon in der vorigen Saison: Auf dem Weg zum Cuptriumph siegten die Innviertler im Halbfinale in Ried am 4. Mai mit 2:1. „Ob wir wieder überraschen können, wird sich zeigen. Meine jungen Spieler können noch befreiter spielen als am Samstag gegen Mattersburg (2:0, Anm.)“, glaubt SVR-Coach Paul Gludovatz.
Nicht so zurückhaltend gab sich Stefan Reiter. „Im Cup gibt es nur ein Ziel: Wir möchten gewinnen. Wir sind im Cup im Hanappi-Stadion ungeschlagen. Jetzt wird es Zeit, dass wir dort auch Rapid schlagen“, sagte der Ried-Manager. Das bisher einzige Cupspiel im Westen Wiens bestritten die Innviertler 1998, dabei gewannen sie das Finale gegen Sturm mit 3:1. In der Liga verließen sie Hütteldorf hingegen noch nie als Sieger.
„Niemand spielt gerne gegen die Rieder, sie sind sehr unangenehm. Wir wissen, dass es eng und schwer wird“, sagte Rapid-Trainer Peter Schöttel, stellte aber auch klar: „Wir spielen daheim, wollen unbedingt ins Viertelfinale.“ Weil er Thomas Prager wieder zur Verfügung hat, benötigt er Steffen Hofmann nicht mehr in der hinteren Position zur Gestaltung. „Beide waren sehr gut, haben aggressiv gestört“, sagte Schöttel nach dem 1:1 im Derby. Ob er wieder mit nur einem Stürmer oder mit zwei Angreifern spielen lässt, überlegt er noch.
Kann LASK in Salzburg überraschen?
Vizemeister Red Bull Salzburg, der bisher noch nie den Cup gewann, wird vor dem Heimduell mit dem LASK ans Vorjahr erinnert, als in der zweiten Runde mit einem 1:3 gegen einen Linzer Club (Blau Weiß) das Aus kam. Die Linzer haben gegen die „Bullen“, die am Sonntag in Graz gegen Sturm mit 1:2 verloren und nicht gut spielten, nichts zu verlieren. Der erste Cupsieger, der nicht aus Wien (1965 Double) kam, hat das erste Spiel von Ricardo Moniz als Salzburg-Coach am 9. April durch ein Abstauber-Tor von Lukas Kragl in der Mozartstadt mit 1:0 gewonnen.
Admira sieht sich gegen Sturm als Außenseiter
Meister Sturm hat im Cup gute Erinnerungen an die Admira. Auf dem Weg zu ihrem vierten Titel schalteten die Grazer die Südstädter im Viertelfinale 2010 mit einem 1:0-Heimsieg nach Verlängerung aus. „Wir wollen unbedingt im Cup überwintern. Es ist eine Möglichkeit, auf schnellem Weg ins internationale Geschäft zu kommen“, sagte Sturm-Coach Franco Foda, der von einem „ganz schwierigen Spiel“ spricht.
Die Niederösterreicher, die den Cup fünfmal (zuletzt 1966) gewonnen haben und 2009 im Endspiel standen, wollen natürlich ihre Bundesliga-Tabellenführung bestätigen. Trainer Dietmar Kühbauer gab seinen Spielern am Montag trainingsfrei, damit sie neue Kräfte für den Hit tanken. Trotz des 4:2-Heimsiegs gegen die Steirer im September sieht sich die Admira nicht als Favorit. „Wir sind gegen den aktuellen Meister auswärts in der Außenseiterrolle“, sagte Generalmanager Alexander Friedl. Er fügte jedoch hinzu, dass man die Grazer „wieder ärgern“ wolle. „Unser Trainer will auch gewinnen. Wir nehmen den Cup ernst, wollen aufsteigen und nicht mit einer B-Garnitur nach Graz fahren“, so Friedl.
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