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Zweisatzerfolg über Garcia-Lopez

Jürgen Melzer hat seine Auftakthürde bei den Erste Bank Open mit Bravour genommen. Der als Nummer drei gesetzte Lokalmatador gewann gegen den Spanier Guillermo Garcia-Lopez 7:5 6:1 und zeigte dabei eine anspruchsvolle Leistung. Damit steht Melzer im Viertelfinale, wo es nun gegen Kevin Anderson geht.

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„Anfangs habe ich mir schwergetan, es ist dann aber besser geworden. Ich habe ihn gut bewegt, insofern geht der Sieg auch in zwei Sätzen in Ordnung“, freute sich Melzer, der von seiner Oberschenkelblessur nach eigenem Bekunden nicht allzu sehr behindert wurde. „Die zwei, drei Stiche, die ich gespürt habe - mit denen kann ich leben“, so der 30-Jährige.

Jürgen Melzer

ORF.at/Philipp Naderer

Melzer auf dem Weg zu seinem 21. Matchsieg in der Stadthalle

Der Auftakt verlief ruhig, beide Spieler gingen nicht voll aus sich heraus und versuchten, Stärken und Schwächen des anderen auszuloten. Bei Melzer hatte man zudem den Eindruck, dass er seinen lädierten Oberschenkel, der ihn, wie er vor dem Match verriet, „manchmal noch ein bissl zwickt“, nicht über Gebühr strapazieren wollte.

Melzer übersteht kritische Phasen

Im siebenten Game gab es die erste kritische Phase für Melzer, der 15:30 in Rückstand geriet, mit zwei Winnern von der Grundlinie und einem schwierigen Volley aber die 4:3-Führung unter Dach und Fach brachte. Im neunten Spiel wiederholte sich die Geschichte: Erneut stand es 15:30, erneut hatte Melzer das bessere Ende für sich.

Wenig später stellte Melzer auf 6:5, und plötzlich riss der Faden beim bis dahin konzentriert agierenden Garcia-Lopez: Der 28-Jährige beging zwei unerzwungene Fehler, Melzer legte mit einem Winner nach und hatte drei Satzbälle. Der US-Open-Doppel-Sieger verwandelte nach 41 Minuten gleich den ersten dank eines Fehlers von Garcia-Lopez.

Nerven halten bei Breakchancen

Zu Beginn des zweiten Durchgangs wehrte Melzer einen Breakball von Garcia-Lopez mit einem harten ersten Service ab, ein Grundlinienwinner und ein Fehler von Garcia-Lopez ebneten ihm den Weg zum 1:0. Der Spanier zeigte Wirkung und musste das folgende Aufschlaggame praktisch ohne Gegenwehr zu null abgeben.

Das 3:0 war eine mühsame Angelegenheit für Melzer, der insgesamt vier Möglichkeiten von Garcia-Lopez zum Rebreak zunichtemachte, ehe er nach mehr als zehn Minuten das Game mit einem Servicewinner zu seinen Gunsten abschloss. Garcia-Lopez verkürzte zwar mit eigenem Aufschlag auf 1:3, Melzer antwortete aber via Einstand mit dem 4:1.

Keine Probleme in der Endphase

Garcia-Lopez, der im bisher einzigen Duell mit Melzer auf Hardcourt vor dreieinhalb Jahren in San Jose die Oberhand behalten hatte, schien sich nun mit seiner Niederlage abgefunden zu haben, denn im sechsten Game musste er sein Service zum 1:5 abgeben. Melzer ließ sich nicht zweimal bitten, nach 1:24 Stunden verwertete er den zweiten Matchball mit einem schönen Punktschlag.

Damit baute Melzer seine Bilanz in der Stadthalle auf 21 Siege in 30 Matches aus. Für den Linkshänder war es der zehnte Erfolg en suite nach seinen beiden Titelgewinnen in den vergangenen zwei Jahren. Sollte er den „Hattrick“ komplettieren können, wäre er der erste Spieler, dem das am Vogelweidplatz gelingt. „Mein Ziel ist es, am Sonntag dabei zu sein“, stellte Melzer klar.

Viertelfinal-Duell mit Anderson

Im Viertelfinale wartet nun am Freitag Kevin Anderson (nicht vor 16.30 Uhr, live in ORF Sport + und im Livestream). Der als Nummer sechs gesetzte Südafrikaner, als 32. der ATP-Liste nur sieben Ränge hinter Melzer, kam durch Erfolge über Vorjahresfinalist Andreas Haider-Maurer und den Zyprer Marcos Baghdatis in die Runde der besten acht. Der 2,08-m-Mann überzeugte dabei jeweils mit seinem Service.

„Das wird ein ganz anderes Spiel als heute. Aber ich mag es, gegen Aufschlagspezialisten zu spielen“, sagte Melzer. Das bisher einzige Duell mit Anderson entschied der ÖTV-Davis-Cupper im Frühjahr 2010 in Madrid auf Sand knapp mit 6:2 2:6 6:4 für sich. Anderson zeigte sich im Herbst bisher in guter Form, der 25-Jährige stand im Viertelfinale von Peking und Stockholm. Der größte Erfolg des Johannesburgers war allerdings Anfang Februar der Turniersieg in seiner Heimatstadt.

Christoph Lüftl, ORF.at aus der Wiener Stadthalle

650.000-€-ATP-Turnier in Wien

Achtelfinaltableau:
Jo-Wilfried Tsonga (FRA/1) Jarkko Nieminen (FIN) 3:6 6:3 3:1 ret.
Xavier Malisse (BEL) Fabio Fognini (ITA/8) 6:7 (3/7) 6:3 6:3
Daniel Brands (GER) Radek Stepanek (CZE/4) 6:4 7:6 (7/4)
Steve Darcis (BEL) Dominic Thiem (AUT) 6:2 6:2
Kevin Anderson (RSA/6) Marcos Baghdatis (CYP) 6:2 7:6 (7/5)
Jürgen Melzer (AUT/3) Guillermo Garcia Lopez (ESP) 7:5 6:2
Tommy Haas (GER) Aljaz Bedene (SLO) 4:6 6:4 6:1
Juan Martin del Potro (ARG/2) Philipp Petzschner (GER) 6:3 6:4
Erstrundentableau:
Jo-Wilfried Tsonga (FRA/1) Freilos
Jarkko Nieminen (FIN) Robin Haase (NED) 7:6 (7/3) 6:4
Xavier Malisse (BEL) Albert Ramos (ESP) 6:1 6:4
Fabio Fognini (ITA/8) Tommy Robredo (ESP) 7:6 (9/7) 5:7 2:1 ret.
Radek Stepanek (CZE/4) Freilos
Daniel Brands (GER) Martin Fischer (AUT) 6:7 (3/7) 6:2 7:6 (8/6)
Dominic Thiem (AUT) Thomas Muster (AUT) 6:2 6:3
Steve Darcis (BEL) Nikolaj Dawidenko (RUS/7) 3:6 0:6 7:6 (7/2)
Kevin Anderson (RSA/6) Andreas Haider-Maurer (AUT) 6:4 6:4
Marcos Baghdatis (CYP) Ryan Sweeting (USA) 6:4 6:2
Guillermo Garcia Lopez (ESP) James Blake (USA) 6:2 5:7 6:4
Jürgen Melzer (AUT/3) Freilos
Tommy Haas (GER) Juan Ignacio Chela (ARG/5) 6:7 (3/7) 6:3 7:6 (7/5)
Aljaz Bedene (SLO) Ivo Karlovic (CRO) 7:6 (7/4) ret.
Philipp Petzschner (GER) Pablo Andujar (ESP) 6:2 6:2
Juan Martin del Potro (ARG/2) Freilos
Doppel-Finale:
Bob Bryan / Mike Bryan (USA/1) Max Mirnyi / Daniel Nestor (BLR/CAN/2) 7:6 (12/10) 6:3
Semifinale:
Bob Bryan / Mike Bryan (USA/1) Mariusz Fyrstenberg / Marcin Matkowski (POL/4) 6:3 6:2
Max Mirnyi / Daniel Nestor (BLR/CAN/2) Juan Martin del Potro / Radek Stepanek (ARG/CZE) 6:3 7:6 (7/2)
Viertelfinale:
Bob Bryan / Mike Bryan (USA/1) Oliver Marach / David Marrero (AUT/ESP) 6:3 7:6 (7/2)
Juan Martin del Potro / Radek Stepanek (ARG/CZE) Andeas Haider-Maurer / Philipp Oswald (AUT) 6:4 6:4
Achtelfinale:
Bob Bryan / Mike Bryan (USA/1) Alexander Peya / Christopher Kas (AUT/GER) 6:7 (9/11) 7:6 (7:4) 11/9
Oliver Marach / David Marrero (AUT/ESP) Scott Lipsky / Rajeev Ram (USA) 7:6 (9/7) 6:1
Juan Martin del Potro / Radek Stepanek (ARG/CZE) Jürgen Melzer / Philipp Petschner (AUT/GER/3) 6:4 6:2
Andeas Haider-Maurer / Philipp Oswald (AUT) Pablo Andujar / Guillermo Garcia Lopez (ESP) 6:1 7:6 (10/8)
Simone Bolelli / Fabio Fognini (ITA) Gerald Melzer / Dominic Thiem (AUT) 6:0 6:3

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