ÖFB-Talent fasst in Eindhoven Fuß
Für Marcel Ritzmaier ist am Mittwoch ein kleiner Traum wahr geworden. Der 18-jährige Steirer gab für PSV Eindhoven beim 3:0 in der dritten Cuprunde sein Debüt bei den „Großen“. Dafür verantwortlich ist Trainer Fred Rutten, der einst schon Marko Arnautovic forcierte.
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.
Für Ritzmaier, der im Jänner 2010 von Austria Kärnten in die Niederlande gewechselt und bisher bei Eindhovens Amateuren im Einsatz war, wäre es beinahe ein Einstand nach Maß geworden. Nur eine Minute nach seiner Einwechslung (74.) knallte der vierfache ÖFB-U19-Teamspieler den Ball bei seiner Premiere vor 30.200 Zuschauern ans Lattenkreuz und sprach hernach von einem „herrlichen Gefühl“, das er dabei verspürt habe.

GEPA/Pro Shots/Toin Damen
In der 74. Spielminute durfte Ritzmaier ran
Trainer Rutten zufrieden
Sein Debüt im Konzert der Arrivierten hatte Ritzmaier schon als 16-Jähriger in der tipp3-Bundesliga gegen Rapid gegeben. Sein erster Einsatz in der „Ersten“ von Eindhoven zeichnete sich vor wenigen Tagen ab, als er zum ersten Mal im Kader von Coach Rutten berücksichtigt wurde und beim 1:1-Remis des Tabellenzweiten der Eredivisie 90 Minuten auf der Ersatzbank Platz nehmen durfte. Nach Ritzmaiers Premiere sparte Rutten nicht mit Lob: „Marcel verbessert sich ständig, bewegt sich gut Richtung Tor.“
Rutten durfte eine Vorliebe für offensive ÖFB-Talente haben. Unter ihm war schon Arnautovic 2008 in die Kampfmannschaft von Twente Enschede, die er damals trainierte, aufgerückt. Den Wiener würde Rutten auch jetzt wieder gern in seinen Reihen sehen. „Marko ist ein außergewöhnlicher Fußballer. Ich hätte ihn gerne in meiner Mannschaft“, schürte Rutten im vergangenen August sogar Gerüchte über einen möglichen Wechsel des 22-Jährigen von Werder Bremen zu Eindhoven.
„Ein besonderer Moment“
„Es war ein ganz besonderer Moment für mich und eine Bestätigung für meine bisherigen Leistungen“, sagte Ritzmaier über seine Premiere, die für ihn nicht überraschend kam. „Weil ich am Montag bei den Amateuren nur eine Halbzeit spielte und weil ich auch im letzten Meisterschaftsspiel im Profikader war. Deshalb habe ich im Cup damit gerechnet, dass ich eingesetzt werden könnte.“
Über seine Anfangszeit beim Topclub Eindhoven sagte Ritzmaier: „Ich brauchte schon einige Zeit, um mich an alles zu gewöhnen, aber die Leute waren hier wirklich sehr hilfsbereit, und das hat mir den Start damals sehr erleichtert. Und um sportlich erfolgreich zu sein, braucht man vor allem die Bereitschaft, hart an sich zu arbeiten und ebenso Geduld, wenn es einmal nicht so schnell geht, wie man es sich erhofft. Glück ist letztlich auch ein Faktor, und das hatte ich auf meiner Seite.“
Karrierestart in Spielberg
Im Gegensatz zu Stürmer Arnautovic ist Ritzmaier, der im U19-Team bisher einen Treffer erzielte, ein gelernter Mittelfeldspieler, dessen Karriere laut Onlineenzyklopädie Wikipedia beim TuS Spielberg in der Steiermark begann. Nach drei Jahren beim SV Lobmingtal und zwischenzeitlicher Rückkehr nach Spielberg kam Ritzmaier über den FC Judenburg 2006 zum FC Kärnten. Dort machte er in der Jugendabteilung auf sich aufmerksam, woraufhin er zu Austria Kärnten wechselte.
Unter Trainer Frenkie Schinkel feierte er zwei Jahre später sein Debüt in der Bundesliga. Ritzmaiers Marktwert liegt laut Transfermarkt.de derzeit bei 125.000 Euro, Austria Kärnten bekam für den ÖFB-Jungspund 70.000 Euro Ausbildungsentschädigung von Eindhoven, wo er 2010 einen Vertrag bis Sommer 2014 mit Option unterzeichnet hatte.
„Fixer Bestandteil werden“
Ritzmaiers nächstes Ziel auf Nationalteamebene ist die zweite EM-Qualirunde im Frühjahr 2012, wenn es in acht Vierergruppen um die Tickets für die Endrunde in Estland geht. Auf Clubebene will er sich in dieser Saison etablieren und einen weiteren Schritt vorwärts machen. „Ich will ein fixer Bestandteil der Kampfmannschaft werden und so viel Spielzeit wie möglich bekommen.“
Das Abenteuer Eindhoven geht für Ritzmaier also weiter. Aber wo wird es enden? Sicher weiß er vorerst nur, was ihm am niederländischen Fußball besonders gefällt: „Dass hier mehr Technik und das schnelle Spiel nach vorne gefragt sind. Jedes Land hat eben seinen eigenen Spielstil. Ich für mich bin froh, dass ich mich für Holland entschieden habe.“
Links: