Verpasste Chance für die ÖSV-Athleten
Für Österreichs Slalom-Asse heißt es auf den Saisonstart weiter warten. Nach der witterungsbedingten Absage der Weltcup-Rennen im finnischen Levi geht es für Reinfried Herbst und Co. erst am 11. Dezember in Val d’Isere los, die Damen beginnen immerhin am 27. November in Aspen.
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„Das ist natürlich schade. Nach dem letztjährigen Ergebnis hätten wir noch eine Rechnung mit Levi offen gehabt“, bedauerte ÖSV-Herren-Chef Mathias Berthold die Absage des für 12. und 13. November geplanten Rennens. „Die Slalom-Mannschaft präsentiert sich im Training derzeit sehr stark, und alle freuen sich auf das erste Rennen“, sagte Berthold, dessen drei Trainingsgruppen derzeit in Sölden sind.
Bitter ist die Absage nicht nur für die reinen ÖSV-Slalom-Spezialisten wie Herbst und Manfred Pranger, die nun bis Val d’Isere zuwarten müssen. Auch Slalom-Weltmeisterin Marlies Schild „schmerzt“ die Absage. Die Salzburgerin wäre „Titelverteidigerin“ in Levi gewesen, im Vorjahr hatte sie dort einen großartigen Lauf mit am Ende sechs Saisonsiegen, der kleinen Weltcup-Kugel und dem WM-Titel gestartet. Sie startet nun mit dem Riesentorlauf in Aspen am 26. November in die Saison.

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An Skifahren ist in Levi nicht zu denken
Topbedingungen in Nordamerika
„Es ist wirklich schade. Für die ganze Mannschaft war Levi immer ein gutes Rennen und ein Extraansporn für das restliche Überseetraining“, bedauerte auch ÖSV-Damen-Chef Herbert Mandl die Finnland-Absage. Die derzeit im Mölltal übenden ÖSV-Damen werden kommende Woche weiter in Österreich trainieren und dann nach Nordamerika fliegen. Für die Speed-Spezialistinnen geht es am 17. November nach Sun Peaks in Kanada, die Technikerinnen fliegen schon am 15. nach Vail.
Die ÖSV-Abfahrer dagegen fliegen wie geplant bereits am 11. November nach Colorado, wo sie sich in Copper Mountain und Vail auf die ersten Speed-Rennen im kanadischen Lake Louise (26./27.11.) vorbereiten. Dort herrschen nämlich gute Bedingungen. Im Gegensatz zu Europa jubelt man in den USA derzeit über frühen und ergiebigen Schneefall.
Die großen Profiteure der Absage sind damit die Nordamerikaner, die nach dem Sölden-Auftakt zurück in die Heimat gereist waren. Seit Mitte dieser Woche trainieren Bode Miller sowie die Sölden-Sieger Lindsey Vonn und Ted Ligety auf dem Golden Peak in Vail. „Daheim bei perfekten Bedingungen zu trainieren ist eine Riesensache“, freute sich Vonn über den neuerlichen „Heimvorteil“. Das US-Skiteam wird seit diesem Jahr auch von Sölden intensiv unterstützt.
Negativwerbung für Skistation Levi
Die Situation in Levi hingegen war sogar so trist, dass gar kein Kontrollor des Internationalen Skiverbandes (FIS) angereist war. „Die Entscheidung war klar, weil es am Tag der Kontrolle keinen Schnee auf dem Hang gab und für die nächsten Tage keine Kaltfront prognostiziert wurde“, erklärte Wettkampfleiter Mikko Saarinen. Die Verschiebung der Levi-Rennen um eine Woche war nicht möglich, weil sich die Teams zu diesem Termin bereits in Übersee vorbereiten.
Schon 2007 hatte man in der finnischen Skistation, dank der seit 2004 (damals nur mit Damen-Rennen) die Lücke zwischen dem traditionellen Gletscherauftakt Ende Oktober in Sölden und der Nordamerika-Tournee geschlossen wird, abgesagt. Damals war die Reiteralm eingesprungen, diesmal konnte Österreich aber keinen Ersatzort stellen. Auch hier ist es in den unteren Regionen zu warm. Und nochmals auf den Gletscher gehen will die FIS nicht.
Entscheidung über Ersatzort am Sonntag
Das ursprüngliche Levi-Wochenende wird rennfrei bleiben. „Wir haben sofort nach der Absage alle Optionen überprüft. Zum Original-Levi-Termin ist aufgrund der Gesamtwetterlage kein Rennen möglich“, erklärte FIS-Herren-Renndirektor Günter Hujara in einem Ö3-Interview. Somit geht der alpine Weltcup erst am 26. November für die Herren in Lake Louise (Abfahrt) und für die Damen in Aspen (Riesentorlauf) weiter.
Die abgesagten Levi-Slaloms sind aber nicht ersatzlos gestrichen. „Wir sind mit einem Verband und einem Organisator dran, etwas zu schustern. Das werden wir am Sonntag bekanntgeben“, so Hujara. Für die Slalom-Spezialisten wird damit das Warten auf den Saisonauftakt verlängert. „Die Trainingsvorbereitungen sind schon relativ lang, besonders für uns Spezialisten. Ich bin heiß aufs Rennfahren. Aber da kann man nichts machen, auf Gras kann man nicht fahren“, so Herbst.
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