Gregoritsch muss Trainerbank räumen
Der Kapfenberger SV hat sich mit sofortiger Wirkung von Trainer Werner Gregoritsch getrennt. Einen diesbezüglichen Bericht der „Kleinen Zeitung“ bestätigte Clubpräsident Erwin Fuchs am Dienstag. Gregoritsch bekleidete das Traineramt beim aktuellen tipp3-Bundesliga-Nachzügler seit rund fünf Jahren.
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Am Montag war es zwischen Gregoritsch und Clubpräsident Fuchs zu einer Aussprache gekommen, die bis in die Mitternachtsstunden dauerte. Laut Fuchs wurde lange analysiert und das Verhältnis letztlich „ordentlich beendet“. „Es tut mir wirklich sehr leid, und es war sicher nicht einfach, aber es wäre schön, wenn das immer so ablaufen könnte“, wurde der KSV-Präsident in der „Kleinen Zeitung“ zitiert.
Gregoritschs letzter Auftritt für Kapfberg war somit die 1:3-Niederlage gegen die SV Ried am vergangenen Samstag. Dem Tabellenletzten aus der Obersteiermark fehlen bereits vier Punkte auf Platz neun, zuletzt gab es in sechs Runden nur zwei Zähler. Für Fuchs ist Handlungsbedarf gegeben. „In den Partien davor gegen die Austria und Sturm Graz haben wir uns gut präsentiert, aber gegen Ried haben grundlegende Dinge nicht gepasst“, erklärte Fuchs.

GEPA/David Rodriguez
Ein Bild aus glücklicheren Zeiten
„Emotional sehr schwer“
Den Clubchef schmerzte die Trennung von Gregoritsch. „Jubelstimmung ruft so etwas bei mir nicht hervor. Es war emotional sehr schwer“, beschrieb Fuchs seine Stimmung nach dem Abgang seines langjährigen Trainers. „In unserer Situation brauchen wir aber unbedingt Siege. Ob es dadurch gelingt, wird man sehen. Wir hoffen beide, dass es für den Verein der richtige Schritt war.“
Gregoritsch äußerte sich gegenüber Antenne Steiermark kurz zu den Hintergründen seiner Trennung von Kapfenberg. „Es ist im Umfeld leider, was normal in diesem Geschäft ist, eine Situation entstanden, wo die Kritik und die Negativstimmung, was meine Person anbelangt, sehr aktiv und sehr extrem geworden sind“, sagte der nunmehrige Ex-Trainer des KSV. „Ich habe viel Kraft und Energie in den letzten Monaten gegeben, dass ich für mich selbst eine gewisse Entspannungsphase und Regeneration brauche“, erklärte Gregoritsch.
Suche nach neuem Coach
Im Auswärtsspiel am kommenden Samstag werden die Kapfenberger voraussichtlich vom bisherigen Kotrainer Manfred Unger und Akademie-Trainer Milan Zurman betreut, der neue Coach soll im Laufe der nächsten Woche feststehen. Gregoritsch übernahm im September 2006 das Traineramt bei den „Falken“, die er im Frühjahr 2008 von der Ersten Liga in die Bundesliga führte, wo dreimal problemlos der Klassenerhalt geschafft wurde.
Der Vertrag des 53-jährigen Steirers wäre noch bis Saisonende gelaufen. Für Gregoritsch endete damit sein drittes Engagement bei einem Oberhausverein nach GAK (2000 - 2001) und SV Mattersburg (2002 - 2004). Den LASK betreute Gregoritsch von 2005 bis 2006 in der Ersten Liga.
Verbale Entgleisung in Graz
Für Aufsehen hatte Gregoritsch zuletzt auch mit einer verbalen Entgleisung gegenüber einem Securitybeamten nach dem steirischen Derby in der Grazer UPC-Arena gegen Meister Sturm gesorgt, wofür er sich in der Folge entschuldigte. „Ich war auf Tausend, habe aber übertrieben. Ich hab’ ihn angerufen, mich entschuldigt. Er ist ein netter Kerl und wir gehen auf ein Weihnachtsbier“, sagte Gregoritsch.
Den Trainer hatte der in der 96. Minute erzielte Siegestreffer des Gegners zum 1:0 durch Darko Bodul in Rage gebracht. Der KSV-Coach kritisierte in den Katakomben des Stadions das Schiedsrichterteam ob der langen Nachspielzeit, worauf der Sicherheitsbeamte einschritt und Gregoritsch bat, die Mixed-Zone in Richtung Gästekabine zu verlassen. Das war für Gregoritsch zu viel, sein Temperament ging mit ihm durch, er beschimpfte seinen Gegenüber mit üblen Tiraden.
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