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„Sehe eine seriöse Chance“

Österreichs Meister Sturm Graz steht in der Europa League mit dem Rücken zur Wand. Gegen Lok Moskau muss am Donnerstag (18.00 Uhr MEZ) im vorletzten Spiel eine Überraschung her, um die theoretische Chance auf den Aufstieg in der Gruppe L am Leben zu halten.

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Europa League, fünfter Spieltag

Gruppe L, Donnerstag, 18.00 Uhr:

Lok Moskau - Sturm Graz

Lok-Zentralstadion, SR Aytekin (GER)

Mögliche Aufstellungen:

Lok: Guilherme - Schischkin, Da Costa, Durica, Janbajew - Zapater, Osdojew - Torbinskij, Gluschakow, Maicon - Sytschew

Sturm: Cavlina - Standfest, Dudic, Burgstaller, Klem - Ehrenreich, Weber, Säumel, Kainz - Kienast, Bodul

Und dieser Erfolg soll ausgerechnet auswärts gelingen, wo die Schützlinge von Coach Franco Foda in der Bundesliga bisher in acht Anläufen (fünf Niederlagen, drei Remis) sieglos geblieben sind.

Aber die Grazer reisten nach dem 3:1-Heimerfolg gegen die Admira am Sonntag mit viel Optimismus im Gepäck nach Russland. Trotz der schwierigen Ausgangssituation hat vor allem Foda den Aufstieg noch nicht abgeschrieben. „Ich sehe nach wie vor eine seriöse Chance, weil wir auch in Athen und Anderlecht gut gespielt haben“, sagte der Deutsche. „Mit einer Leistung wie im Spiel gegen die Admira ist es auch in Moskau durchaus möglich, drei Punkte zu holen“, fügte ein optimistischer Sturm-Coach hinzu.

Rechenspiele um den Aufstieg

Im Gegensatz zur Meisterschaft haben die Grazer im Europacup zumindest schon auswärts gewonnen - 2:1 gegen AEK Athen am 29. September. Das Resultat wäre aber diesmal mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu wenig. Die Grazer würden dann nach der 1:2-Heimniederlage zwar den direkten Vergleich mit Lok ausgleichen, hätten allerdings vor der letzten Runde neben drei Punkten Rückstand auch das gleich um acht Treffer schlechtere Torverhältnis aufzuweisen.

Also heißt die Devise für die Steirer, mit zwei Toren Differenz zu gewinnen. Ein Sieg mit einem Tor Unterschied könnte auch reichen, dieser müsste aber höher als 2:1 ausfallen. Für das Weiterkommen wäre dann zum Gruppenabschluss aber auch noch ein Heimsieg gegen AEK Athen vonnöten, genauso wie ein Sieg von Anderlecht im Duell mit Moskau.

Aggressiv gegen den Mann

Vorerst gilt es für den Bundesliga-Sechsten aber einmal im Aufeinandertreffen mit der in der russischen Meisterschaft seit vier Runden sieglosen Lok-Mannschaft die erste Aufgabe zu lösen. „Wir müssen aggressiv gegen den Mann spielen, denn Lok Moskau verfügt über eine unglaublich große Qualität in der Offensive“, weiß Martin Ehrenreich. Der zweifache Torschütze vom Sonntag könnte nach seiner starken Leistung in die Startformation rücken. Die Position im rechten Mittelfeld, die er zuletzt nach seiner Einwechslung sehr gut ausgefüllt hatte, ist für den Defensivspieler nichts Neues, hatte er doch in seiner Jugendzeit in Gratkorn bis zur Umfunktion zum Außenverteidiger im Mittelfeld gespielt.

Wichtig wird es vor allem sein, dass die Grazer selbst die Initiative übernehmen, sich von Anfang an mehr zutrauen, als in vielen bisherigen Saisonspielen und ihre Chancen nützen. „Mit Leidenschaft und 100 Prozent Einsatz können wir einiges erreichen. Niemand erwartet etwas von uns“, sagte Ehrenreich, der den Glauben an die theoretische Chance noch nicht verloren hat.

Der Ex-Gratkorner dürfte anstelle von Haris Bukva eine Chance bekommen, der gegen die Admira nach 37 Minuten wegen Schiedsrichterkritik die Ampelkarte gesehen hatte und deshalb bei Foda derzeit nicht hoch im Kurs steht. Eine andere Änderung gegenüber dem Admira-Spiel ergibt sich automatisch, ist Ferdinand Feldhofer doch nach seinem Ausschluss gegen Anderlecht gesperrt. Der zuletzt auf die Tribüne verbannte Thomas Burgstaller könnte deshalb eine neue Chance bekommen.

„Wir können unbeschwert spielen“

Freuen würde ein erfolgreiches Abschneiden im fast 30.000 Zuschauer fassenden Lok-Zentralstadion natürlich auch Sturm-Präsident Gerald Stockenhuber. „Wir können unbeschwert spielen, überraschen, es ist vieles möglich. Es wäre schön wenn wir gegen AEK ein Entscheidungsspiel vor ausverkauftem Haus ins Graz hätten.“

Das Hinspiel in Graz hatte Russlands zweifacher Meister nach einem Flutlichtausfall und 0:1-Rückstand (Imre Szabics/14.) durch einen Doppelschlag von Victor Obinna (28.) und Dmitri Sytschew (29.) mit 2:1 für sich entschieden. Der letzte Auftritt von Sturm in Moskau war vor fast genau 13 Jahren, da hatte es in der Champions League am 25. November 1998 gegen Spartak Moskau ein torloses Remis gegeben. Mario Haas stand damals in der Anfangsformation, Franco Foda saß auf der Bank.

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