„Genug Qualität, um Ziele zu erreichen“
Die Ära von Trainer Karl Daxbacher bei der Wiener Austria ist am Mittwoch nach dreieinhalb Jahren zu Ende gegangen. Er war damit der am längsten dienende Austria-Coach seit 40 Jahren. Nachfolger Ivica Vastic, der sein Amt offiziell erst am 9. Jänner aufnimmt, ist der 25. Trainer des Rekord-Cupsiegers seit 1990. Von seinem Engagement war er selbst überrascht.
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„Es ist eine sehr schöne Botschaft, mit der ich nicht gerechnet habe. Aber es ist auch eine große Verantwortung“, sagte der 42-Jährige, der bei der Austria mit Daxbacher seinen ehemaligen Coach beim LASK beerbte, gegenüber dem „Kurier“. „Ich schätze Daxbacher sehr seit der Arbeit beim LASK, aber der Fußball ist eben ein ständiges Kommen und Gehen“, fügte Vastic, der zuletzt die Austria Amateure betreute, hinzu.
Ein Sieg in neun Spielen zu wenig
Austria-Vorstand Thomas Parits sagte über den Daxbacher-Abschied: „Nach einer langen und intensiven Diskussion im Aufsichtsrat haben wir schlussendlich einstimmig diesen Entschluss gefasst. Ausschlaggebend war das schlechte Abschneiden in der Liga mit nur einem Sieg aus den jüngsten neun Spielen.“ Die 0:3-Abfuhr am vergangenen Sonntag gegen Red Bull Salzburg dürfte das Fass zum Überlaufen gebracht haben.
„Es ist einfach so, dass wir keine entsprechenden Ergebnisse erzielt haben. Wir haben dies nüchtern diskutiert, das war zu wenig, und da brauchen wir uns nichts vormachen“, so Parits. Mit Vastic soll neuer Schwung ins Team kommen. Der bezeichnete als Ziel für das Frühjahr das Erreichen eines internationalen Startplatzes. „Die Mannschaft hat jedenfalls genug Qualität, Ziele auch zu erreichen“, sagte Vastic. Dann würde sich auch sein bis Saisonende laufender Vertrag automatisch um ein Jahr verlängern.
Logischer Daxbacher-Nachfolger
Vastic galt schon seit seinem Amtsantritt bei den Amateuren im Sommer 2010 als kommender Nachfolger von Daxbacher. Dass der Wechsel so rasch erfolgt, war jedoch überraschend. „Er arbeitet seit eineinhalb Jahren bei uns, er kennt die Spieler und den Verein. Außerdem ist es sehr wichtig, dass er die Vorbereitung vollständig durchziehen kann“, begründete Parits die Rochade an der Kommandobrücke.
Vor seinem Karriereende im Sommer 2009 hatte es Vastic, ein gebürtiger Kroate, in 441 Bundesliga-Spielen auf 187 Tore gebracht. Bei seinem letzten Auftritt hatte der Ex-Stürmer im Mai 2009 für den LASK ausgerechnet gegen die Austria auch noch getroffen. In der Heimstätte der Wiener gibt Österreichs einziger EM-Torschütze weniger als drei Jahre später am 11. oder 12. Februar nun gegen die SV Ried sein Pflichtspieldebüt auf der Austria-Trainerbank.
Freiheiten im Spiel nach vorne
Seinen bisher einzigen Meistertitel als Chefcoach holte Vastic mit dem FC Waidhofen/Ybbs in der Regionalliga Ost in der Saison 2009/10. Mit den Austria Amateuren lag er zur Winterpause auf Rang neun. Wichtig sei für ihn übrigens eine gewisse Ordnung und Disziplin innerhalb der Mannschaft, dafür lässt er seinen Kickern viele Freiheiten im Spiel nach vorne - wie es sich für einen ehemaligen Stürmer eben gehört.
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