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Souverän zum 33. Weltcup-Sieg

Weltmeisterin Marlies Schild hat auch den vierten Ski-Weltcup-Slalom der Saison gewonnen. Die 30-jährige Seriensiegerin aus Salzburg triumphierte am Donnerstag im Heimrennen in Lienz 0,79 Sekunden vor der Slowenin Tina Maze sowie der erst 16-jährigen US-Amerikanerin Mikaela Shiffrin (+1,30), die mit Startnummer 40 in ihrem erst fünften Weltcup-Slalom sensationell aufs Podest fuhr.

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Die Niederösterreicherin Kathrin Zettel wurde Fünfte (1,44), die Salzburgerin Michaela Kirchgasser Zehnte (2,07). Für Schild war es bereits der 33. Weltcup-Sieg ihrer Karriere (31. im Slalom). Damit liegt die Olympiazweite nun in der ewigen Bestenliste der alpinen Ski-Damen mit den meisten Erfolgen gleichauf mit der Liechtensteinerin Hanni Wenzel auf Platz sieben. Im Gesamtweltcup liegt Schild 172 Punkte hinter der US-Amerikanerin Lindsey Vonn, die in Lienz 18. wurde, auf Platz zwei.

Jubel von Tina Maze (SLO), Marlies Schild (AUT) und Mikaela Shiffrin (USA)

GEPA/Harald Steiner

Ein gewohntes Siegerbild mit Marlies Schild in der Mitte

Dort, wo sie vor zwei Jahren in ihrem erst vierten Rennen nach dem Trümmerbruch im linken Unterschenkel den Comeback-Sieg gefeiert hatte, zauberte Schild also erneut eine sensationelle Vorstellung in den Schnee. Nach dem ersten Durchgang hatte sie trotz zwei kleiner Fehler im unteren Teil 0,54 Sekunden Vorsprung auf Maze. Im Finale vergrößerte die Pinzgauerin den Abstand mit drittbester Laufzeit nochmals. In der Slalom-Siegstatistik liegt Schild nun nur noch drei Erfolge hinter der Schweizerin Vreni Schneider.

„Man gewöhnt sich nie ans Gewinnen“

„Sie hat das Selbstvertrauen, und sie kann gut kontrollieren, wo sie Gas gibt“, lobte ÖSV-Rennsportleiter Herbert Mandl seine Paradeläuferin. „Ich habe das Gefühl, es wird immer schwieriger zu gewinnen. Man beginnt nachzudenken, wie viel man riskieren darf“, sagte Schild nach dem Rennen. „Ich habe im zweiten Lauf wieder alles probiert und bin sehr zufrieden. Mit Siegen wird man schon sicherer, aber ich bin noch immer vor jedem Rennen nervös. Man gewöhnt sich nie ans Gewinnen. Jeder Sieg ist schön.“

Marlies Schild fährt Slalom

GEPA/Andreas Pranter

Schild fährt seit Wochen wie auf Schienen

Auch die zweitplatzierte Maze war zufrieden: „Es macht Spaß. Ich bin sicher im Slalom stärker als im Riesenslalom. Ich trainiere dafür und versuche, Marlies Schild zu schlagen.“ Weltmeisterin Schild liegt nun auf der ewigen Bestenliste der alpinen Ski-Damen mit den meisten Erfolgen gleichauf mit der Liechtensteinerin Hanni Wenzel auf Platz sieben. Mit dem Maximum von 400 Slalom-Punkten geht sie in den Jahreswechsel. Maze hat 207 Punkte auf dem Konto, Zettel 200.

Zettel und Kirchgasser im Finale stark

Die 16-jährige Shiffrin, die in Aspen mit Startnummer 37 auf Platz acht gefahren war, katapultierte sich in Lienz mit Nummer 40 von Platz zwölf mit Laufbestzeit im zweiten Durchgang auf das Podest. „Ich habe kein Geheimnis. Ich habe noch viel zu lernen. Ich versuche schon länger, mir möglichst viel von den besten Läuferinnen abzuschauen. Was heute passiert ist, das ist unglaublich“, meinte sie überwältigt. Maze freute sich über ihre gute Slalom-Form - und sie will weiter alles versuchen, um an Schild ranzukommen. „Sie fährt wirklich super. Ich probiere jedes Mal, voll zu attackieren.“

Zweitbeste Österreicherin wurde Zettel als Fünfte. Sie fand Gefallen am anspruchsvolleren zweiten Lauf. Im ersten schaffte sie es nicht, an die Grenzen zu gehen. Ihre persönliche Erfolgsserie fortgesetzt hat Kirchgasser, die nach den Rängen vier, sechs und neun den zehnten Platz erreichte. Ihr Vorhaben, auch einen starken ersten Lauf hinzulegen, schaffte die Salzburgerin zwar auch in Lienz nicht („ein bisschen zu verhalten“). Eine Rangverbesserung im Finale gelang ihr aber erneut. Anders lief es bei Nicole Hosp, die nach harten Wochen erleichtert über Halbzeitrang zehn war, dann aber auf den 26. abrutschte und die Trendwende verpasste.

Sarah Schleper im Abendkleid auf Skiern

GEPA/Harald Steiner

Sarah Schleper nahm Abschied

Schlepers letzte Fahrt im Minikleid

Sarah Schleper hatte im ersten Durchgang mit einer Fahrt im Minikleid ihre Karriere beendet. Die 32-jährige US-Amerikanerin verabschiedete sich trotz Minusgraden in einem aufsehenerregenden Outfit. Bei der Zwischenzeit stoppte sie, nahm ihren vierjährigen Sohn Lasse in die Arme und fuhr mit ihm ins Ziel. Dort wurde Schleper von ihren Teamkolleginnen, angeführt von Vonn, und dem Trainerteam unter Alpinchef Patrick Riml empfangen.

Ihren einzigen Weltcup-Sieg feierte Schleper im März 2005 im Slalom von Lenzerheide, drei weitere Male schaffte sie es auf das Podest. Kuriose Abschiedsfahrten gab es im Weltcup schon einige. Als Gentleman verabschiedete sich Marco Büchel 2010 nach 15 Jahren im feinen Zwirn und kurzer Hose beim Super-G in Garmisch-Partenkirchen. Olympiasieger Fritz Strobl ging beim letzten Rennen 2007 standesgemäß in Lenzerheide auf die Piste. Der Mozart der Mausefalle fuhr zum Abschied verkleidet in einem Mozart-Kostüm.

Damen-Slalom in Lienz

Endstand:
1. Marlies Schild AUT 1:51,42
2. Tina Maze SLO 1:52,21
3. Mikaela Shiffrin USA 1:52,72
4. Christina Geiger GER 1:52,75
5. Kathrin Zettel AUT 1:52,86
6. Manuela Mölgg ITA 1:53,16
7. Maria Pietilä-Holmner SWE 1:53,21
8. Veronika Zuzulova SVK 1:53,28
9. Maria Höfl-Riesch GER 1:53,41
10. Michaela Kirchgasser AUT 1:53,49
11. Therese Borssen SWE 1:53,57
12. Emelie Wikström SWE 1:53,76
13. Tanja Poutiainen FIN 1:53,94
14. Marie-Michele Gagnon CAN 1:54,00
15. Denise Feierabend SUI 1:54,18
. Frida Hansdotter SWE 1:54,18
17. Taina Barioz FRA 1:54,38
18. Lindsey Vonn USA 1:54,43
. Lena Dürr GER 1:54,43
20. Fanny Chmelar GER 1:54,44
21. Bernadette Schild AUT 1:54,45
22. Erin Mielzynski CAN 1:54,48
23. Sandrine Aubert FRA 1:54,53
24. Lotte Smiseth Sejersted NOR 1:54,56
25. Anna Svenn-Larsson SWE 1:54,73
26. Nicole Hosp AUT 1:54,91
27. Resi Stiegler USA 1:54,93
28. Jessica Depauli AUT 1:55,87
29. Tessa Worley FRA 1:55,97
30. Katharina Dürr GER 1:56,45
Erster Durchgang:
1. Marlies Schild AUT 54,62
2. Tina Maze SLO 55,16
3. Manuela Mölgg ITA 55,34
4. Christina Geiger GER 55,42
5. Maria Höfl-Riesch GER 55,51
6. Lindsey Vonn USA 55,60
7. Kathrin Zettel AUT 55,65
8. Maria Pietilä-Holmner SWE 55,96
9. Denise Feierabend SUI 56,01
10. Nicole Hosp AUT 56,02
12. Mikaela Shiffrin USA 56,16
14. Michaela Kirchgasser AUT 56,23
17. Bernadette Schild AUT 56,56
20. Veronika Zuzulova SVK 56,68
28. Jessica Depauli AUT 57,02
43. Carmen Thalmann AUT 57,88
59. Ramona Siebenhofer AUT 59,56
65. Alexandra Daum AUT 1:00,34
Out u.a.: Eva-Maria Brem (AUT), Julia Dygruber (AUT)
Zweiter Durchgang:
1. Mikaela Shiffrin USA 56,56
2. Veronika Zuzulova SVK 56,60
3. Marlies Schild AUT 56,80
4. Tina Maze SLO 57,05
5. Kathrin Zettel AUT 57,21
6. Maria Pietilä-Holmner SWE 57,25
7. Michaela Kirchgasser AUT 57,26
8. Christina Geiger GER 57,33
9. Therese Borssen SWE 57,37
10. Marie-Michele Gagnon CAN 57,42
21. Manuela Mölgg ITA 57,81
22. Bernadette Schild AUT 57,89
23. Maria Höfl-Riesch GER 57,90
27. Lindsey Vonn USA 58,83
28. Jessica Depauli AUT 58,85
29. Nicole Hosp AUT 58,89

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