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Schneechaos überwunden

Die heftigen Schneefälle der vergangenen Woche haben den Veranstaltern der ersten Olympischen Jugend-Winterspiele (YOG) in Innsbruck einige Probleme bereitet. Dank des rechtzeitig eingetroffenen Schönwetters steht dem reibungslosen Ablauf der Eröffnungsfeier am Freitag (18.30 Uhr, live in ORF Sport +) und den Wettkämpfen bis 22. Jänner aber nichts im Wege, versicherte das Organisationsteam.

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Das Bergisel-Stadion für die Eröffnung und die Wettkampfstätten in Innsbruck, Seefeld und Kühtai seien durch große Kraftanstrengungen nach den heftigen Niederschlägen bereit, wurde am Donnerstag betont. „Wir haben unter den Schneefällen gelitten und teils Übermenschliches geleistet. Aber nun sind wir definitiv bereit, und wir werden besondere Spiele erleben“, betonte der im OK für die Sportagenden zuständige Werner Margreiter und versprach Pisten und Loipen auf Weltcup-Niveau.

Es habe durch Straßensperren und die Neuschneemassen in den Austragungsorten zwar Verzögerungen gegeben, die am Donnerstag anberaumten Trainings auf dem Patscherkofel und in Seefeld verliefen dank der 1.400 Freiwilligen und zusätzlicher 500 Bundesheersoldaten aber planmäßig, so Margreiter weiter.

Innsbruck schreibt olympische Geschichte

Mit der Eröffnungsfeier fällt für 1.059 Sportler im Alter von 15 bis 18 Jahren der frühe Startschuss in ihre olympischen Karriere. Die Premiere der Großveranstaltung markiert aber auch für die Gastgeberstadt ein historisches Datum, denn Innsbruck ist nach 1964 und 1976 als erste Stadt weltweit zum dritten Mal Olympiaausrichter. Deshalb soll auch der Eröffnungsakt im Beisein zahlreicher politischer und sportlicher Würdenträger ein Kaleidoskop aus vier olympischen Jahrzehnten sein.

Höhepunkt der Zeremonie im mit 15.000 Zuschauern ausverkauften Skisprungstadion wird die Entzündung der dritten olympischen Feuerschale sein. Wem die Ehre der Entfachung zuteilwird und auch andere Hauptprotagonisten bleiben geheim. Mehr als das Motto der Feier gaben die Verantwortlichen noch nicht preis. „Wir wollen einen Bogen spannen zwischen den ersten Spielen in Innsbruck 1964 und den dritten in diesem Jahr“, so OK-Chef Peter Bayer.

Olympisches Feuer in Innsbruck

GEPA/Andreas Pranter

Über Innsbruck brennt am Freitag zum dritten Mal das olympische Feuer

Wenig überraschend werden unter den 700 Mitwirkenden auch einige österreichische Sportgrößen der Vergangenheit sein. So fungieren etwa die Skisprung-Olympiasieger Karl Schnabl und Toni Innauer als Träger der olympischen Fahne. Den Hauptanteil der Feier sollen freilich die Jugendlichen tragen. Österreichs 81-köpfiges Aufgebot wird von Fahnenträgerin Tamara Grascher, einer 17-jährigen Eishockey-Spielerin, ins Stadion geführt.

Familiäre Feier statt Gigantismus

„Es wird keinen Gigantismus wie bei Olympischen Spielen und den ersten Jugend-Sommerspielen in Singapur geben, sondern eine familiäre Feier in diesem einzigartigen Stadion“, erklärte der für die Zeremonie zuständige Gerhard Lanz.

Auf der Ehrentribüne werden neben Bundespräsident Heinz Fischer, Bundeskanzler Werner Faymann und IOC-Präsident Jacques Rogge zahlreiche weitere nationale und internationale Ehrengäste aus Sport und Politik Platz nehmen. Der für Freitag vorhergesagte leichte Schneefall soll laut Prognosen zu Beginn der Eröffnung aufhören. Für das Wochenende wird Schönwetter erwartet.

Experimentierfeld für neue Bewerbe

Bei den YOG werden in 15 Sportarten insgesamt 63 Medaillenentscheidungen ausgetragen. Dabei dienen die Spiele dem IOC auch als Experimentierfeld für 14 neue Bewerbe. So könnten etwa gemischte Staffeln aus Biathlon und Langlauf bei erfolgreichen Tests in Innsbruck ab 2018 auch Aufnahme in das Programm der traditionellen Olympischen Spiele finden.

Neben dem sportlichen Wettstreit legt das IOC sein Augenmerk durch neue nationenübergreifende Wettkampfformate sowie ein vielfältiges Unterhaltungsprogramm auf das Miteinander. Zudem sollen die Höchstleistungen der Jugendlichen aus 70 Nationen Gleichaltrige zu mehr Bewegung und Sport anregen und so nachhaltig wirken.

Aus Energiespargründen wird das olympische Feuer in den drei großen Schalen am Bergisel nur während der Eröffnungsfeier für eine Stunde brennen. Anschließend übersiedelt es in kleinerer Ausführung auf die „Medals Plaza“ in der Maria-Theresien-Straße. Die drei jeweils drei Meter hohen Flammen würden genauso viel Gas in der Stunde benötigen wie die Beheizung von 2.500 Wohnungen. „Mit grünen Spielen ist das nicht vereinbar“, begründete OK-Chef Bayer die Schmalspurvariante.

Von Singapur 2010 gelernt

Bayer bekräftigte, dass man als erster Ausrichter der Winterspiele keinen Druck verspüre und aus der Sommer-Premiere 2010 in Singapur seine Lehren habe ziehen können. „Wir hatten es leichter und konnten von Singapur lernen. Wir werden eine denkwürdige Veranstaltung erleben“, meinte der OK-Chef, der die Spiele als Experimentierfeld und Gradmesser für künftige Auflagen sieht. „Wir gehen aber auch neue Wege und wollen Vorbild für zukünftige Jugendspiele und Olympische Spiele sein.“

Eine neuerliche Bewerbung Österreichs für traditionelle Olympische Spiele wurde von den ÖOC-Verantwortlichen für die nähere Zukunft erneut ausgeschlossen.

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