„Sie alle wollen nur mein Bestes“
Die Affäre rund um die obsolet gewordenen Einfädler-Vorwürfe gegen Marcel Hirscher beim Sieg in Zagreb hat am Mittwoch eine weitere Fortsetzung gefunden. Eine österreichische Tageszeitung nannte am Mittwoch mögliche Namen, die für die anonyme SMS, die Auslöser des Skandals war, verantwortlich gewesen sein sollen. Dem traten der ÖSV und Hirscher entschieden entgegen.
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Der Informant soll aus dem Umfeld Benjamin Raichs kommen, schrieb die Tageszeitung „Österreich“ in ihrer Mittwoch-Ausgabe. Bruder und Betreuer Florian Raich wurden unter Rücksichtnahme auf die Unschuldsvermutung ebenso genannt wie ÖSV-Slalom-Trainer Rainer Gstrein. Darüber entrüstete sich Hirscher, der am Dienstag den Nachtslalom in Schladming gewonnen und damit die Schatten der vergangenen Tage hinter sich gelassen hatte.
„Der größte Blödsinn“
Zwar wolle er wissen, aus welchem Eck die Vorwürfe gekommen waren. Seine ÖSV-Teammitglieder ohne Beweise öffentlich an den Pranger zu stellen, das sei aber nicht in seinem Sinn. Auf die Raich-Vorwürfe reagierte Hirscher am Mittwoch entrüstet. „Das ist der größte Blödsinn, den ich jemals gelesen und gehört habe“, ließ Hirscher in einer Presseaussendung mitteilen.

APA/Hans Klaus Techt
Die Vorwürfe gegen das Umfeld seines „Jugendidols“ Raich verärgerten Hirscher
Vielmehr sei Raich sein Jugendidol. „Seine Trainer und sein näheres Umfeld haben mich immer fair und herzlich behandelt. Wenn ein Training für Benni organisiert wurde, durfte ich dabei sein, die Unterstützung ist und war groß. Mein Vertrauen ist uneingeschränkt“, so Hirscher weiter. Auch die herzlichen Gratulationen nach seinem Schladming-Triumph würden gegen die Raich-Vorwürfe sprechen. „Jeder hat gesehen, wie wir zusammengesessen sind. Alle haben in Schladming mit mir gejubelt.“
ÖSV: „Haltlose Verdächtigungen“
Auf die Verdächtigungen gegen das Raich-Umfeld reagierte der ÖSV erzürnt. Die erhobene Telefonnummer der „anonymen“ SMS könne keinem ÖSV-Mitarbeiter zugeordnet werden, teilte der Verband am Mittwoch mit.
Auch würde es mit solchen Aktionen nicht gelingen, „das eingespielte Team im Österreichischen Skiverband zu stören“. Außerdem werde es künftig vom ÖSV „zu weiteren Mutmaßungen und haltlosen Verdächtigungen“ keine Stellungnahmen mehr geben.
„Alle wollen mein Bestes“
Auch Hirscher ist überzeugt, „dass niemand im ÖSV etwas anderes will, als mein Bestes. Sonst könnte ich nicht so schnell Skifahren.“ Das betonte auch ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel in Schladming. „Wir lassen uns keinen Keil in die Mannschaft treiben, wir sind ein super Team.“ Sportdirektor Hans Pum war schon davor bei einem Pressetermin um Deeskalation der Lage bemüht.
Die Suche nach dem Informanten laufe zwar auf Hochtouren, er könne sich aber beim besten Willen nicht vorstellen, dass er dem ÖSV angehöre, gab Pum zu Protokoll. Falls doch, würde es laut Pum harte Konsequenzen geben. „Mit so einem Menschen kann ich nicht mehr zusammenarbeiten“, sagte auch ÖSV-Herren-Cheftrainer Mathias Berthold.
Michael Fruhmann, ORF.at
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