Salzburger Festspiele für Metalist
Der Traum vom Europa-League-Achtelfinale ist für Red Bull Salzburg seit Donnerstagabend wohl ausgeträumt. Die „Bullen“, die hoffnungsvoll in das Duell mit Metalist Charkiw gestartet waren, kassierten vor 8.100 Zuschauern ein 0:4 (0:3)-Heimdebakel. Die Aufstiegschancen vor dem Rückspiel nächsten Donnerstag in der Ukraine sind damit rein theoretischer Natur.
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In der Metalist-Startelf standen fünf Argentinier, drei Brasilianer, ein Senegalese, ein Brasilo-Ukrainer und mit Tormann Aleksandr Gorjainow ein gebürtiger Ukrainer. Die südamerikanische Spielkunst machte sich bei den Toren von Taison (1.), Cristaldo (37., 41.) und Marko Devic (91.) auch bemerkbar. Salzburg hingegen erwischte einen rabenschwarzen Abend, machte den Gegner durch individuelle und taktische Fehler zusätzlich stark.
Katastrophaler Start
Die als ukrainische Mannschaft getarnte Südamerika-Auswahl mit afrikanischer Beteiligung aus Charkiw ließ sich nicht lange bitten, nahm das erste Geschenk der Hausherren an und erzielte nach 19 Sekunden das 1:0. Den katastrophalen Beginn für Salzburg verschuldete ausgerechnet Douglas, der vor dem Spiel noch mit dem Sager „Wir müssen zeigen, wer hier der Boss ist“ für positive Stimmung sorgte.

ORF.at/Dominique Hammer
Taison brachte die Gäste bereits nach 19 Sekunden in Führung
Der Brasilianer, der im Herbst verletzungsbedingt ausgefallen war, wollte einen Mendes-Rückpass lässig mit dem Außenrist zu Torhüter Alexander Walke zurückgeben. Die Rückgabe missglückte völlig. Sein brasilianischer Landsmann Taison sprintete dazwischen, ließ Walke aussteigen und schoss locker zur ukrainischen Führung ein.
Salzburg noch in der Winterpause
Der einzige Vorteil des schnellen Rückstands war, dass den „Bullen“ noch über 90 Minuten blieben, das 0:1 aufzuholen und umzudrehen. Das gelang beinahe Kapitän Leonardo, der jedoch in der vierten Minute im entscheidenden Moment im Strafraum von Edmar mit einem Foul am Schuss gehindert wurde. Die Elferproteste der Salzburger ignorierte der kroatische Referee Marijo Strahonja.
Salzburg wirkte in der Folge unbeholfen im Spielaufbau, wohl noch starr vor Schreck und der zweimonatigen Winterpause. Der ukrainische Tabellendritte, der erst am 3. März in die Frühjahrssaison startet, war hingegen beweglicher, ballsicherer und hatte mit dem Platz, den der heimische Vizemeister den Gegnern ließ, seine Freude. Vor allem der pfeilschnelle Torschütze Taison narrte die Salzburger Verteidiger mit Leichtigkeit. Wobei es ihm vor allem Douglas und Mendes mit schlechtem Stellungsspiel und Ballunsicherheiten nicht allzu schwer machten.
Taison zeigt, wie’s geht
Für Douglas war die Partie dann auch bereits in der 26. Minute zu Ende. Trainer Ricardo Moniz hatte genug gesehen und brachte anstelle des indisponierten Brasilianers mit Stefan Maierhofer 2,02 Meter an Offensivpower für die erste Sturmreihe. Am Spielverlauf änderte sich wenig. Im Gegenteil erhöhte Metalist mit dem nächsten simplen Spielzug auf 2:0 (37.).
Taison setzte mit einem Lochpass Fininho ein, der von links einen Stanglpass auf Cristaldo spielte, und der Argentinier vollendete ohne große Mühe. Metalist hatte noch nicht genug, ließ Salzburg keine Verschnaufpause. Und wieder war es der agile Taison, der die „Bullen“-Verteidigung bloßstellte. Ein schneller Antritt, gewürzt mit einer Brise „Tiqui-taca“, und Cristaldo schob zum 3:0 (41.) ein.

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Der eingewechselte Maierhofer konnte am Spielverlauf auch nichts ändern
Salzburg findet keine Mittel
Während die Ukrainer, die in der Gruppenphase auch die Wiener Austria beherrschten, mit einem Lächeln in die Kabine marschierten, mussten sich die Salzburger einerseits Pfiffe anhören und mussten andererseits die Lektion an modernem One-Touch-Fußball verdauen. Für Mendes kam Petri Pasanen ins Spiel. Die Salzburger fanden aber weiterhin nicht ins Spiel, wie so oft harmonierten die einzelnen Mannschaftsteile zu wenig miteinander.
Simon Cziommer machte sich mit Weitschüssen (57., 65.) und einem schwachen Freistoß (82.) bemerkbar, Papa Gueye auf der anderen Seite mit einem gefährlichen Kopfball (62.). Aktionen über mehrere Stationen fanden bei Salzburg so gut wie nie statt, das Vertrauen in das Genie von Leonardo (abgerissene Flanke auf das Tor, 89.) war zu wenig, um die in der Schlussphase auf Konter konzentrierten Ukrainer in Verlegenheit zu bringen.
Einen dieser Gegenstöße nutzte der eingewechselte Marko Devic schließlich als Schlusspunkt in der 91. Minute zum 4:0. Wie schon vor zwei Jahren gegen Standard Lüttich ist damit für Salzburg das Abenteuer Europa League nach guter Gruppenphase in der ersten Play-off-Runde beendet.
Martin Wagner, ORF.at aus Salzburg
UEFA Europa League, Sechzehntelfinale
Donnerstag:
Salzburg - Charkiw 0:4 (0:3)
Red Bull Arena, 8.100 Zuschauer, SR Strahonja (CRO)
Torfolge:
0:1 Taison (1.)
0:2 Cristaldo (37.)
0:3 Cristaldo (41.)
0:4 Devic (91.)
Salzburg: Walke - Hierländer, Douglas (26./Maierhofer), Hinteregger, Svento - Mendes (46./Pasanen), Cziommer - Zarate (63./Lindgren), Leonardo, Jantscher - Soriano
Charkiw: Gorjainow - Villagra, Torsiglieri, Gueye, Fininho - Edmar, Cleiton Xavier (87./Torres) - Sosa, Blanco, Taison (75./Devic) - Cristaldo (66./Marlos)
Gelbe Karten: Maierhofer, Hinteregger, Hierländer, Cziommer, Lindgren bzw. Cleiton Xavier, Fininho, Cristaldo
Die Besten: keine bzw. Fininho, Xavier, Taison, Cristaldo
Rückspiel am 23. Februar (21.05 Uhr MEZ) in Charkiw
Der Aufsteiger trifft im Achtelfinale (8. und 15. März) auf den Gewinner von Rubin Kasan - Olympiakos Piräus (Hinspiel 0:1)
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