Arnautovic zeigt sich geläutert
Österreichs Teamkader für das Testspiel am Mittwoch gegen Finnland zeigt ein klares Übergewicht an Legionären. 15 der 24 nominierten Spieler verdienen ihr Geld im Ausland. Die Offensivachse Zlatko Junuzovic und Marko Arnautovic könnte auch gegen die Finnen eine Geheimwaffe zum Erfolg werden.
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Während Arnautovic derzeit noch mit der „Joker“-Rolle bei Werder vorliebnehmen muss, schaffte Junuzovic, der erst im Winter von der Wiener Austria an die Weser wechselte, auf Anhieb den Sprung in die Startelf. Der Sprung ins kalte Wasser half dem 24-Jährigen über mögliche Anpassungsprobleme hinweg. „Das war sehr positiv, so hatte ich nicht viel Zeit zum Nachdenken. Und mit jedem Spiel geht es besser“, sagte Junuzovic. Der Wechsel von Österreich nach Deutschland war dennoch ein „Kulturschock“.

GEPA/Wolfgang Jannach
Junuzovic (r.) und seine Kollegen tanzen sich für Finnland warm
Höhere Intensität
„Es ist schon ein Unterschied, immer in einem vollen Stadion zu spielen. Da ist jedes Match ein Highlight. Die deutsche Liga ist eine ganz große Show, und es ist schön, wenn man ein Teil davon ist“, so Junuzovic. Vor allem in Sachen Intensität trennen die deutsche und die österreichische Liga Welten. „Es wird aggressiver gespielt, das Tempo ist höher, und man muss vom Denken her schneller sein. Bevor man den Ball hat, muss man schon eine Lösung parat haben“, sagte Junuzovic.
Überfordert fühlt sich der ehemalige Austrianer jedoch nicht: „Man gewöhnt sich leicht, weil man vor einer großen Herausforderung steht.“ Anders als bei Werder muss sich Junuzovic seinen Stammplatz in der Formation von Teamchef Marcel Koller aber erst erarbeiten. Bei seinem Debüt gegen die Ukraine vertraute der Schweizer auf das Quartettt Martin Harnik, Julian Baumgartlinger, David Alaba und Andreas Ivanschitz. Auch gegen die Finnen wird eine ähnliche Formation erwartet.

APA/Robert Jäger
Arnautovic findet Berichte über etwaige Skandale zum Gähnen
Junuzovic macht sich darüber jedoch keine Gedanken, vielmehr steht der Fortschritt des Nationalteams im Vordergrund. Die große Anzahl an Legionären soll dabei helfen. „Wir haben eine große Qualität im Kader. Jetzt müssen wir auch andere Ansprüche stellen. Wir müssen mehr gewinnen, und am besten beginnen wir schon am Mittwoch damit“, sagte der 24-Jährige.
Kein Skandalfußballer mehr
Seinen Teil zu einem erfolgreichen Start ins Länderspieljahr 2012 soll auch Arnautovic beitragen. Der 22-Jährige erzielte für Werder in dieser Saison bereits zwei Tore, darunter den Ausgleichstreffer gegen Hoffenheim vor wenigen Wochen. Sein Image als „Bad Boy“ hat der Wiener abgelegt, in die Schlagzeilen schaffte es Arnautovic zuletzt rein durch sportliche Leistungen. „In Österreich und Deutschland haben mich die Medien gern als Skandalfußballer hingestellt, aber jetzt sieht man, dass es in die richtigen Bahnen läuft“, so Arnautovic.
Auch Junuzovic stärkt seinem Teamkollegen den Rücken. „Er polarisiert, und die Medien hauen schnell auf ihn hin, aber er hat sich gebessert und konzentriert sich voll auf die Arbeit“, so der 24-Jährige. „Mein Motto ist, das Leben nicht zu verschlafen, sondern zu leben, und das mache ich gerade“, lautet die neue Einstellung von Arnautovic. Gegen Finnland zählt für den 22-Jährigen nur der Sieg. „Ich habe ein gutes Gefühl. Wir hätten schon beim 1:2 gegen die Ukraine Punkte verdient gehabt, ich hoffe, dass es jetzt vor eigenem Publikum besser geht“, sagte Arnautovic.
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