Themenüberblick

„Das Spiel in die Hand nehmen“

Für Österreichs Nationalmannschaft steht am Mittwoch in Klagenfurt (20.30 Uhr, live in ORF eins) zwar „nur“ ein Testspiel auf dem Programm, gegen Finnland soll sich der positive Trend unter Neo-Coach Marcel Koller aber unbedingt auch in einem positiven Resultat niederschlagen. Nach der 1:2-Niederlage im November in der Ukraine peilt das ÖFB-Team den ersten Sieg in der Ära des Schweizers an.

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

„Wir wollen das weiterführen, was wir gegen die Ukraine gezeigt haben. Wir werden versuchen, das Spiel in die Hand zu nehmen, nach vorne zu spielen, Möglichkeiten zu kreieren und Tore zu schießen“, kündigte Koller im Vorfeld der Partie an. Der 51-Jährige erwartet dabei von seinen Kickern im Vergleich zum November-Match mehr Konzentration in Defensive und Offensive. Statt der Nächlässigkeit in Lwiw fordert Koller Konsequenz gegen Finnland.

Bei der Realisierung des Masterplans setzt der Teamchef auf seine zahlreichen Legionäre, die zuletzt bei ihren Clubs meist überzeugende Leistungen geboten haben. An der Zuversicht der „Boygroup“, wie Koller seine Mannschaft bezeichnet, sollte es gegen die Nummer 79 der FIFA-Rangliste nicht scheitern. „Sie hat sehr viel Selbstvertrauen. Das Wichtigste ist jetzt, dass sie das auch auf den Platz rüberbringt“, sagte der Schweizer.

ÖFB-Coach Marcel Koller

APA/Robert Jäger

Im Training machte Koller deutlich, was er sich gegen Finnland vorstellt

4-2-3-1-System „passt zu den Spielern“

An der Grundformation wird Koller im Vergleich zum Ukraine-Spiel nichts ändern und wieder mit einem 4-2-3-1-System spielen lassen. „Das passt zu den Spielern. Ich möchte das jetzt testen, und dann wird sicher das Ziel sein, einmal ein anderes System dazuzunehmen“, erklärte Koller, der sich allerdings von Marc Janko und Kollegen ein noch offensiveres Auftreten wünscht.

„Wir wollen als Heimteam agieren, weiter nach vorne kommen und mehr Aktionen rund um den gegnerischen Strafraum haben. Unser Ziel muss sein, dass die Zuschauer Freude an unserem Spielen haben und sich mit dem Team identifizieren können“, begründete der Teamchef, der bei seinen Spielern „Spaß und Freude an der Sache ortet“, seine Vorstellungen.

ÖFB-Testspiel

Mittwoch, Beginn 20.30 Uhr:

Live in ORF eins und im Livestream

Österreich - Finnland

Klagenfurt, SR Valeri (ITA)

Österreich: Almer - Garics, Dragovic, Schiemer, Suttner - Baumgartlinger, Alaba - Harnik, Arnautovic, Ivanschitz - Janko

Finnland: Hradecky - Arkivuo, Pasanen, Moisander, Raitala - Hetemaj, Eremenko, Sparv, Ring - Hämäläinen, Pukki

„Zu null“ mit veränderter Abwehr

Bei allem Offensivgeist soll die Defensive aber nicht zu kurz kommen, denn die Stärke der Finnen liegt laut Koller im Konter. „Unser Ziel ist, hinten zu null zu spielen“, lässt der Teamchef keinen Zweifel offen, was er sich von der ÖFB-Verteidigung erwartet. Diese könnte allerdings aufgrund von Verletzungen im Vergleich zum Ukraine-Match personell völlig verändert aufs Feld laufen.

Sebastian Prödl ist mit seinen Gesichtsverletzungen noch länger out. Emanuel Pogatetz, für den Franz Schiemer nachnominiert wurde, reiste wegen Knieproblemen zurück nach Deutschland. Auch hinter dem Einsatz von Christian Fuchs steht ein Fragezeichen. Der Schalke-Legionär („Ich möchte unbedingt spielen“) laboriert an Leistenproblemen.

Gut möglich also, dass die Viererkette statt Schiemer - Prödl - Pogatetz - Fuchs gegen Finnland aus Garics - Dragovic - Ortlechner - Suttner besteht. Sicher keine guten Vorzeichen, um Stabilität in die Verteidigung zu bekommen. Doch Koller nimmt es nicht allzu tragisch: „Es ist immer schlecht, wenn Spieler nicht dabei sein können, aber man muss flexibel sein. So ist es eben eine Chance für andere.“

„Wir werden sicher mehr wechseln“

Allgemein stellt Koller den Ersatzspielern, eine Möglichkeit sich zu beweisen in Aussicht. Nach Rücksprache mit diversen Clubtrainern werden manche ÖFB-Legionäre wohl nur eine Hälfte zum Einsatz kommen. „Wir werden sicher mehr wechseln, als in der Ukraine-Partie“, kündigte Koller an. In Lwiw ersetzte lediglich Veli Kavlak, der diesmal wegen einer Verletzung fehlt, in der 60. Minute Martin Harnik.

Aller Voraussicht nach wird diesmal Janko nicht über die komplette Spielzeit im Einsatz sein. „Wenn er zwei Tore schießt, kann er nach 45 Minuten rausgehen“, verspricht Koller seinem Kapitän, der nicht nur eine mühevolle Anreise über den bestreikten Flughafen Frankfurt hinter sich hat, sondern bereits am Freitag in der portugiesischen Meisterschaft mit seinem Club FC Porto den großen Schlager auswärts gegen Benfica Lissabon auf dem Programm hat.

Janko verspricht vollen Einsatz

Mit dem dicht gedrängten Spielplan hat Janko nach eigenen Angaben keine Probleme. "Das sind sehr intensive Tage für mich, aber ich beklage mich nicht. Das bringt der Beruf mit sich. „Wenn ich mich schonen wollte, würde ich mir die Reisestrapazen nicht antun. Ich konzentriere mich ausschließlich auf Finnland und werde mich voll reinhauen“, versprach der 24-fache Internationale

Laut Janko herrscht seit dem Wechsel des Betreuerteams im Team auch eine „andere“ Atmosphäre. „Innerhalb der kurzen Zeit ist in Sachen Strukturen viel weitergegangen, natürlich braucht es ein bisschen Zeit, bis sie greifen. Es ist eine sehr gute Basis geschaffen worden, damit wir uns auf das Wesentliche konzentrieren können. Wir wollen jetzt Ergebnisse liefern, und ich bin der Meinung, dass wir genug Qualität haben, um das zu schaffen.“

Links: