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„Zu 90 Prozent mache ich weiter“
Der mittlerweile 30-jährige Skiflug-Teamweltmeister 2012 leidet schon seit rund 18 Monaten an chronischen Rückenproblemen, und will daher diesmal etwas länger nachdenken, ob er noch weitermacht.

GEPA/Wolfgang Jannach
Der Sieg am Sonntag in Planica war hoffentlich nicht der letzte Anlauf für Koch
„Ich weiß es selbst noch nicht genau. Ich sage einmal, so, wie es jetzt war, taugt mir das Springen sehr. Ich bin erfolgreich, aber die Gesundheit ist ein bisserl ein Wackelkandidat“, meinte der Kärntner am Mittwoch im Gespräch mit der APA. Allerdings habe er es im abgelaufenen Winter „recht gut hingekriegt“. „Wenn ich es im Sommer gescheit angehe, sollte es eigentlich kein Thema sein“, macht Koch seinen Fans Hoffnung. Der Schlüssel wird wohl im richtig abgestimmten Trainingsplan liegen. „Ich würde sagen, zu 90 Prozent mache ich weiter“, sagte Koch.
Verdrehte Wirbelsäule macht Probleme
Das Problem ist an sich ein altbekanntes, weil Koch immer schon an einer Skoliose gelitten hatte. „Durch die verdrehte Wirbelsäule hatte ich immer schon Probleme beim Sport. In den letzten Jahren habe ich durch mein langes Trainingsalter immer mehr Probleme bekommen, teilweise waren es Ansätze auf einen Bandscheibenvorfall, andererseits ist es Abnützung“, so Koch.
Vor allem das Krafttraining mit hohen Gewichten war da wohl sehr schädlich. „Dadurch ist es immer akuter und chronischer geworden. Ich habe das Gewichtstraining leider erst im letzten Jahr reduziert, weil ich vorher gedacht habe, das geht schon, wenn ich Pausen mache.“
Schmerzen vor allem im Training
Im vergangenen Sommer drehte er das Gewichtstraining aber stark zurück. „Seit Engelberg (kurz vor Weihnachten, Anm.) habe ich gar nichts mehr mit Gewichten trainiert, weil nichts mehr gegangen ist.“ Bei den Weltcup-Bewerben selbst habe er bis auf Engelberg allerdings nie Schmerzen gehabt, dort sei er mit Schmerztabletten gesprungen, auch weil es noch um einen Tournee-Startplatz ging. „Sonst habe ich es geschafft, durch die Therapie die Schmerzen so in den Griff zu kriegen, dass es auf der Schanze auch ohne gegangen ist.“
Koch will nun mit diversen Freizeitaktivitäten und dem wohl verdienten Urlaub auch etwas Abstand vom Skispringen bekommen und dann seine Entscheidung treffen. Dass mit dem WM-Jahr 2013 und Olympia 2014 interessante Jahre kommen, ist ihm klar. „Aber eine Medaille bedeutet mir nicht so viel wie meine Gesundheit. Sollte man sagen, wenn ich weitermache, bin ich Invalide, dann werde ich sicher nicht weitermachen.“
ÖSV-Cheftrainer Alexander Pointner hofft freilich, dass Koch weitermacht. „Martin ist sportlich wie menschlich ein Baustein in unserem Team, den ich mir nicht wegdenken möchte.“ Mit den richtigen Regenerationsmaßnahmen sowie dem speziell abgestimmten Training sollte aber ein Weg gefunden werden. Auch der sportliche Weg von „Team-Oldie“ Wolfgang Loitzl (32) sollte weitergehen, zumindest glaubt das Pointner aufgrund seiner Eindrücke.