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Eine Ballberührung reichte

Jasmin Fejzic, der Ersatztorhüter von Greuther Fürth, sollte am Dienstagabend eigentlich zum Elfmeterkiller werden, dann aber war der Bosnier der große Unglücksrabe im deutschen Pokal-Halbfinale gegen Borussia Dortmund.

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Der am Boden zerstörte Keeper fand nach dem 16-Meter-Schuss von Ilka Gündogan in der 120. Minute, der von der Stange gegen seinen Rücken und dann ins Tor ging, kaum mehr die Kraft, um wieder aufzustehen. Erst kurz vor Schluss der Verlängerung hatte Trainer Mike Büskens den groß gewachsenen Torwart eingewechselt - um einen ausgewiesenen Elfmeterfachmann im Tor zu haben. Doch der Trick ging im wahrsten Sinn des Wortes nach hinten los.

Das entscheidende Tor in der Pokal-Partie zwischen Greuther Fürth und Dortmund

dapd/Michael Will

Der entscheidende Moment in der 120. Minute

Nur ein einziges Mal berührte Fejzic am Dienstag gegen den deutschen Meister überhaupt den Ball - mit dem Rücken. Von dort kullerte er nach Gündogans Fernschuss Sekunden vor Ablauf der Verlängerung ins Tor. Aus war der Traum vom Berliner Finale, riesig die Enttäuschung beim Zweitligisten.

„Ich könnte losheulen“

„Es war seit Wochen abgesprochen, dass ich reinkomme, wenn es ein Elfmeterschießen gibt. Alle wissen, dass ich ein sehr gutes Auge habe beim Elfmeterschießen“, erzählte der bemitleidenswerte Ersatzkeeper des Zweitliga-Spitzenreiters. Der Einsatz war seine Pflichtspielpremiere in dieser Saison im Fürther Team. „Was soll ich sagen: Ich stehe hier und könnte losheulen.“ Als einer der Ersten stellte sich der 25-Jährige den Fragen der Journalisten - um auch als einer der ersten schnell wegzukommen vom Ort seines ganz persönlichen Schreckens.

„Natürlich ist das bitter. Ich habe ihn eingewechselt, weil ich, weil wir alle hundertprozentig von seinen Qualitäten überzeugt sind. Aber so ist der Fußball leider“, befand Coach Büskens. Sogar Borussen-Kapitän Sebastian Kehl suchte nach dem 1:0 tröstende Worte für den 1,97 Meter großen Keeper: „Das tut mir unheimlich leid für den Torwart, das hat der Junge einfach nicht verdient.“

„Zu früh auf Elfmeterschießen eingestellt“

477 Minuten lang war Stammkeeper Max Grün zuletzt im DFB-Pokal ohne jedes Gegentor geblieben. Ob die Greuther mit ihm im Tor zwei weitere Minuten durchgehalten und es bis ins Elfmeterschießen geschafft hätten, bleibt natürlich offen. Dortmund-Trainer Jürgen Klopp spottete jedenfalls: „Sie haben sich zwei Minuten zu früh auf das Elfmeterschießen eingestellt.“ Büskens betonte nur, dass Grün ihm nicht böse sei. „Der Wechsel war auch mit Max abgesprochen, er hatte gesagt, er geht dann raus, weil wir wussten, dass Jasmin Fejzic einiges zu halten in der Lage ist.“

Möglicher Aufstieg als Hoffnungsanker

Zum Fürther Trostpflaster soll nun der Ligaalltag werden - der Aufstieg ist acht Runden vor Schluss greifbar. „Wir müssen jetzt ganz schnell wieder aufstehen und weitermachen“, so Büskens. Die Fürther Bundesliga-Träume haben beinahe schon eine historische Dimension erreicht: Siebenmal verpasste der Club in den vergangenen zehn Jahren haarscharf den Sprung ins Oberhaus. Sechsmal endeten die Hoffnungen auf Platz fünf, einmal auf Rang vier.

Ob der Dämpfer im Pokal nun vielleicht sogar neue Kräfte freisetzen kann? „Das tut zwar weh, aber wir können aus diesem Auftreten sehr viel positive Energie ziehen“, verkündete Büskens. „Es sollte uns viel Vertrauen geben, wie wir gespielt haben.“ Stürmer Gerald Asamoah unterstrich: „Wenn wir aufsteigen, spielen wir jede Woche gegen die besten Clubs.“ Unter anderem zweimal gegen Borussia Dortmund.

Finale in Berlin

Samstag, 1. Juni:
Bayern München VfB Stuttgart 3:2

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