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Ferrari strahlt im Chaos von Malaysia

Der zweite WM-Lauf der Saison hat am Sonntag ein völlig überraschendes Ergebnis gebracht. Fernando Alonso feierte im Ferrari beim Grand Prix von Malaysia seinen 28. Sieg. Auf Platz zwei landete bei einem vor allem in der ersten Hälfte aufgrund des Regens chaotischen Rennens Sauber-Pilot Sergio Perez (+ 2,263 Sekunden). Dritter wurde Lewis Hamilton mit dem McLaren (14,591).

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Alonso übernahm mit dem Sieg auch die Führung in der WM-Wertung. Der Spanier hat mit 35 Punkten fünf Zähler Vorsprung auf Hamilton. Australian-Sieger Jenson Button kam diesmal nach einem Unfall nicht in die Top Ten und liegt mit 25 Punkten auf Rang drei. Auch für Red Bull verlief das Rennen wieder nicht nach Wunsch. Mark Webber belegte den vierten Platz, Weltmeister Sebastian Vettel wurde nach einem Reifenschaden kurz vor Schluss nur enttäuschender Elfter.

Die Punkte gingen diesmal an einige Außenseiter. Unter anderen holte Jean-Eric Vergne (Toro Rosso) als Achter in seinem erst zweiten Rennen bereits erstmals Punkte. Bruno Senna (Williams) kam hinter Kimi Räikkönen (Lotus) sensationell auf Rang sechs. Michael Schumacher musste sich nach einer unverschuldeten Kollision indes hinter Nico Hülkenberg (Force India) mit Platz zehn begnügen. Sein Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg wurde nur 13.

Jubel von Sergio Perez

GEPA/XPB

Seine erstmalige Sektspritzerei bereitete Perez sichtlich Vergnügen

Alonsos „unglaubliches Erfolgserlebnis“

Für Alonso kam der Sieg völlig überraschend, was er nach dem Rennen auch zugab. „Wir waren in Australien und auch hier im Qualifying nicht konkurrenzfähig. Ich bin nur in die Rennen gegangen, um so viele Punkte wie möglich zu machen. Aber das ist jetzt natürlich ein unglaubliches Erfolgserlebnis. Bei den schwierigen Verhältnissen musste man ruhig bleiben und im richtigen Moment das Richtige machen. Kompliment und Gratulation an das Team, wir haben alles richtig gemacht“, sagte der Spanier, dessen Teamkollege Felipe Massa nur 15. wurde.

Der als möglicher Nachfolger des Brasilianers bei Ferrari gehandelte Perez war ebenfalls überglücklich. „Ich habe zu Fernando am Ende des Rennens aufgeschlossen. Dann bin ich leider bei einer Kurve rausgerutscht. Mit Hilfe des DRS-Systems hätte ich ihn vielleicht noch einholen können. Trotzdem Danke an das Team. Das war ein Superjob, ich bin sehr glücklich“, sagte der Mexikaner über den ersten Podestplatz für Sauber als unabhängiger Konstrukteur.

Perez

Reuters

Perez verpasste nur wegen eines Ausrutschers kurz vor Schluss die Sensation

Anfangschaos und Regenunterbrechung

Möglich machte das wieder einmal das Wetter in Sepang. Kurz vor dem Start setzte Regen ein. Die Teams zogen durch die Bank Intermediates auf. Die Bedingungen verschlechterten sich, was zu Boxenchaos führte. Der Wechsel auf die Regenreifen würfelte das Feld durcheinander, die beiden McLaren-Piloten Hamilton und Button konnten allerdings ihre Toppositionen vorerst verteidigen. Unter anderem wurde aber der unterlegene HRT von Narain Karthikeyan auf Platz zehn vorgespült.

In Runde sieben kam das Safety Car auf die Strecke, kurz darauf entschloss sich die Jury zu einem Rennabbruch. „Unfahrbar, katastrophal“, kommentierte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. Zu diesem Zeitpunkt hatte sein Pilot Michael Schumacher seinen dritten Rang aus dem Qualifying bereits verloren. Der Deutsche wurde von Renaults Romain Grosjean touchiert, drehte sich und fiel auf Platz 15 zurück. „Warum und weshalb das sein musste, weiß ich nicht“, schimpfte Schumacher. Der Franzose landete später im Kiesbett.

Lewis Hamilton folgt dem Safety-Car

APA/EPA/Franck Robichon

Selbst hinter dem Safety Car hatten die Boliden zu Beginn ihre Probleme

Kollisionen von Button und Vettel

Nach 51-minütiger Unterbrechung erfolgte der Neustart - vorerst hinter dem Safety Car. Nach der endgültigen Freigabe wechselten alle Fahrer sofort auf die Intermediates. Hamiltons Boxenstopp verlief allerdings nicht optimal. Der Brite wurde beim Rausfahren blockiert, verlor seine Führung und wurde am Ende Dritter. „Ich muss zufrieden sein. Natürlich hätten wir mehr Punkte, aber ich bin wieder am Podest“, sagte der Pole-Mann. Button krachte hingegen Karthikeyan in die Seite, demolierte sich den Frontflügel und musste neuerlich an die Box.

Großer Profiteur der Turbulenzen war Ferrari-Star Alonso, der sich plötzlich vor Perez und Hamilton auf Platz eins wiederfand. Vettel fuhr zu diesem Zeitpunkt auf Rang fünf, Webber war Siebenter. Im Red-Bull-Sandwich lag Räikkönen mit seinem Lotus. Während der Australier und der Finne am Ende die Plätze vier bzw. fünf belegten, hatte Vettel Pech. Der Weltmeister schlitzte sich bei einer Überrundung in Runde 48 am Flügel von Karthikeyan den linken Hinterreifen auf und verpasste wie Button (14.) die Punkteränge. „Das ist extrem frustrierend“, klagte Vettel.

Perez’ Sensationsfahrt auf Rang zwei

An der Spitze faszinierte bis zum Ende des Rennens die sensationelle Fahrt von Perez. Zunächst konnte Alonso in seinem vor dem Rennen noch als „nicht konkurrenzfähigen“ bezeichneten Ferrari seine Führung leicht ausbauen. Perez witterte allerdings die große Chance seiner noch kurzen Karriere (19 Grand-Prix-Starts, Anm.) und drehte kurz nach Halbzeit des Rennens sogar eine Vielzahl von schnellsten Runden.

Perez jagte den Doppelweltmeister vor sich her, Alonso flüchtete sich in die Box, womit Perez kurzfristig als erster Mexikaner seit Pedro Rodriguez im Jahr 1971 die Führung in einem Grand Prix übernahm. Alonsos früher Wechsel auf die Trockenreifen brachte ihn aber wieder mit sieben Sekunden Vorsprung an die Spitze. Doch Perez holte neuerlich famos auf, erst ein Ausritt fünf Runden vor Schluss verhinderte die große Sensation.

Grand Prix von Malaysia in Sepang

Endstand nach 56 Runden (310,408 km):
1. Fernando Alonso ESP Ferrari 2:44:51,812
2. Sergio Perez MEX Sauber + 2,263
3. Lewis Hamilton GBR McLaren 14,591
4. Mark Webber AUS Red Bull 17,688
5. Kimi Räikkönen FIN Lotus 29,456
6. Bruno Senna BRA Williams 37,667
7. Paul di Resta GBR Force India 44,412
8. Jean-Eric Vergne FRA Toro Rosso 46,985
9. Nico Hülkenberg GER Force India 47,892
10. Michael Schumacher GER Mercedes 49,996
11. Sebastian Vettel GER Red Bull 1:15,527
12. Daniel Ricciardo AUS Toro Rosso 1:16,828
13. Nico Rosberg GER Mercedes 1:18,593
14. Jenson Button GBR McLaren 1:19,719
15. Felipe Massa BRA Ferrari 1:37,319
16. Witali Petrow RUS Caterham 1 Runde
17. Timo Glock GER Marussia 1 Runde
18. Heikki Kovalainen FIN Caterham 1 Runde
19. Pastor Maldonado VEN Williams 2 Runden
20. Charles Pic FRA Marussia 2 Runden
21. Pedro de la Rosa ESP HRT 2 Runden
22. Narain Karthikeyan IND HRT 2 Runden

Out: Romain Grosjean (FRA/Lotus), Kamui Kobayashi (JPN/Sauber)

Schnellste Runde: Räikkönen 1:40,722 (53.)

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