Punkte und Tore bisher Mangelware
Nur noch acht Runden trennen Spieler, Trainer, Funktionäre und Fans von der Beantwortung der Frage, welcher Club sich in der Bundesliga-Saison 2011/12 den Meistertitel erkämpft. Selten zuvor war dieser martialische Ausdruck für einen sportlichen Wettkampf so zutreffend wie in diesem Spieljahr, das einige Rekorde mit zweifelhaftem Wert bringen könnte.
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Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden dem österreichischen Meister heuer die wenigsten Zähler seit Einführung der Dreipunkteregel 1995 genügen. Im Vorjahr brachte es Sturm Graz auf 66 Punkte. In dieser Saison können diesen bisherigen Negativrekord nur noch Tabellenführer Salzburg und der erste Verfolger Rapid übertreffen. Das Red-Bull-Team müsste dafür allerdings sieben der noch ausstehenden acht Partien gewinnen, Rapid sogar sieben Siege und ein Remis holen.

APA/Georg Hochmuth
Ried und Austria trotz durchwachsener Saison ebenfalls noch im Titelrennen
Liga der Unentschieden
Von einem derartigen Erfolgslauf waren alle Bundesliga-Clubs in dieser Saison aber meilenweit entfernt. Kampf und Krampf waren bisher auch im Frühjahr Trumpf, das seit Monaten gültige Motto „Jeder kann jeden schlagen“ dürfte der Meisterschaft auch im Finish erhalten bleiben. Dass der SV Mattersburg bisher mit 15 Punkten gleichauf mit den Salzburgern die beste Mannschaft im Frühjahr ist, spricht jedenfalls für die beinahe totale Ausgeglichenheit im heimischen Fußball-Oberhaus.
Auch die extrem hohe Anzahl der Unentschieden lässt erahnen, dass es bis zur 36. und letzten Runde am 17. Mai eng bleiben könnte. Mehr als ein Drittel der Saisonspiele (52 von 140 Partien) endeten bisher mit einer Punkteteilung - ein Spitzenwert in Europa. Leader Salzburg hält nach 28 Runden bei zehn Remis, Rapid spielte wie Innsbruck und Wr. Neustadt sogar zwölfmal Unentschieden. Ried und die Austria brachten es jeweils elfmal auf ein „X“.

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Franz Lederer ist mit Mattersburg längst aller Abstiegssorgen ledig
Zwölf Treffer könnten reichen
Logische Konsequenzen: Den Ersten trennen vom Siebenten in der Tabelle derzeit nur acht Punkte. Das Titelrennen war und ist trotz der Favoritenrollen für Salzburg und Rapid völlig offen und zumindest ein Vierkampf. Die noch im Herbst leicht abstiegsbedrohten Mattersburger liegen plötzlich nur noch neun Zähler hinter einem Europa-League-Platz. Lediglich der Absteiger in die Erste Liga dürfte mit Kapfenberg so gut wie sicher feststehen dürfte.
Erklärungen für die Nivellierung des Niveaus in der Zehnerliga gibt es einige. Dass nach 28 Spieltagen vier Spieler die Torschützenliste mit jeweils neun Treffern anführen, ist in Europa jedenfalls einmalig. Stefan Maierhofer, Jakob Jantscher (beide Salzburg), Darko Bodul (Sturm) und Patrick Bürger (Mattersburg) könnten hochgerechnet zwölf Saisontore reichen, um den unter Stürmern begehrten Titel abzustauben. Insgesamt 22 Nullnummern ließen Freunde des Offensivspektakels bisher ebenfalls nicht gerade mit der Zunge schnalzen.
Qualitätsverlust auf und beim Rasen
Offensichtlich wurde, dass die Clubs zahlreiche namhafte Abgänge nicht adäquat nachbesetzen konnten. Oft genanntes und gutes Beispiel: Die Wiener Austria musste die Offensivkünstler Zlatko Junuzovic (Bremen) und Nacer Barazite (Monaco) ziehen lassen, der dafür verpflichtete Roman Kienast ist ohne Mittelfeldmotoren nur ein verhinderter Torjäger. Auch bei Rapid und Sturm ist der Qualitätsverlust der letzten Jahre deutlich spürbar. Bei Salzburg werden hochbezahlte Legionäre zwar munter ausgetauscht, jedoch ohne erkennbaren Plan oder Kontinuität.
Auch die Platzverhältnisse, vor allem in den ersten Runden im Frühjahr, spielen eher den destruktiv agierenden Teams in die Karten. Immer wieder wird das unebene Geläuf von Trainern für das holprige Spiel ihrer Mannschaften mitverantwortlich gemacht. Dass in den meisten Philosophien daher die Maxime „Hinten muss die Null stehen“ fest verankert ist, überrascht kaum. Nur die Admira, die dafür nach vielen Verletzungen personell am Zahnfleisch geht, steht für bedingungsloses Offensiv- und Direktspiel.
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