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Polen holt sich Tipps in Österreich

„3-D“ - Dialog, Deeskalation, Durchsetzen - war das Motto der Polizei bei der Euro 2008 in Österreich und der Schweiz. Vier Jahre später könnte die Fans in Polen und der Ukraine durchaus etwas anderes erwarten.

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Experten rechnen damit, dass in beiden EM-Ländern der Spielraum für Fans nicht allzu groß sein wird. Wer Streit sucht, wird einen Konflikt mit der Polizei bald gefunden haben. Vor allem von der Ukraine erwarten Experten, dass die Exekutive dort mit massiver sichtbarer Präsenz versuchen wird, Ausschreitungen im Keim zu ersticken. Polen hat im Vorfeld des Turniers im eigenen Land eng mit den österreichischen Sicherheitskräften zusammengearbeitet.

Tatkräftige österreichische Unterstützung

„Österreich hat Polen vom Start der EM-Vorbereitungen an tatkräftig unterstützt. So war eine polnische Delegation bereits bei der EM 2008 in Österreich eingeladen“, sagte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner und verwies auf die Erfahrungen der Euro 2008. Die „3-D“-Strategie sei inzwischen „europäischer Standard“.

Erst vor zwei Wochen hat eine begleitende Kontrollkommission unter Beteiligung österreichischer Sicherheitsspezialisten einen detaillierten Bericht an das polnische Innenministerium geschickt. Kenner der Fußballszene stufen die Herangehensweise Polens an die Euro in Sicherheitsfragen als professionell ein. Der Ukraine, der Österreich die Zusammenarbeit angeboten hatte, attestierten sie einen eher „grobmotorischen Zugang zu Sicherheitsfragen“.

Sorge um politische Situation in der Ukraine

Kopfzerbrechen bereitet die politische Situation in der Ukraine. Eine Bombenserie mit rund 30 Verletzten in Dnjepropetrowsk vor etwa einem Monat ist nach wie vor nicht aufgeklärt. Obwohl Dnjepropetrowsk kein Spielort ist, wurden die Sicherheitsvorkehrungen in Kiew, Charkiw, Lwiw (Lemberg) und Donezk verstärkt. Dazu kommen politische Spannungen in Zusammenhang mit der Inhaftierung der Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko.

Die Gefahr von Hooligan-Ausschreitungen wird allgemein als nicht sehr groß eingeschätzt. So machen Experten darauf aufmerksam, dass es seit mehr als zehn Jahren bei großen Fußballturnieren keine größeren Auseinandersetzungen mehr gegeben hat. Als problematisch werden aber die Spiele Polen - Russland am 12. Juni und Ukraine - England (Stichwort Rassismusvorwürfe) am 19. Juni gesehen.