Salzburg durchgehend gesetzt
Dem Fußball hoffnungslos verfallene Seelen werden vom UEFA-Terminkalender auch heuer bestens bedient. Nur zwei Tage nach dem EM-Finale in Kiew erfolgt am 3. Juli mit der ersten Qualifikationsrunde der Auftakt zur Champions League 2012/13. Die Europa-League-Quali startet am 5. Juli. So früh müssen Österreichs Vertreter zwar noch nicht aus der Sommerpause, zwei Wochen danach wird es aber ernst.
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Meister Salzburg unternimmt nach dem nationalen Double-Triumph erneut Anlauf auf die Königsklasse des europäischen Clubfußballs. Das Team von Trainer Ricardo Moniz steigt in der zweiten Qualirunde ein und ist gesetzt. Die möglichen Gegner sind alle weit unter dem sportlichen und finanziellen Potenzial der Salzburger anzusiedeln. Clubs wie die Shamrock Rovers (Irland), Hapoel Kiryat Shmona (Israel) oder Molde FK (Norwegen) fallen aber zumindest in die Kategorie „unangenehm“.
Freilos nur in erster Runde
Die Auslosung erfolgt am 25. Juni (mit der ersten Qualirunde). Ihre erste sportliche Hürde auf dem Weg in die Gruppenphase müssen Jakob Jantscher, Leonardo und Co. dann am 17./18. Juli bzw. 24./25. Juli nehmen. Was die Chancen des Red-Bull-Clubs auf die erstmalige Teilnahme am Konzert der Großen wesentlich erhöht, ist die Tatsache, dass man auch in den weiteren Qualirunden gesetzt wäre.

GEPA/Hans Simonlehner
Die CL-Gruppenphase ist das erste große Saisonziel für RB-Coach Moniz
Sheriff Tiraspol (Moldawien), Debrecen (Ungarn), Slovan Liberec (Tschechien) oder NK Maribor (Slowenien) wären in der dritten Runde (Auslosung am 20. Juli) zwar keine Jausengegner. Machbar erschiene die Aufgabe für Salzburg am 31.Juli/1.August bzw. 7./8. August aber allemal. Auf der letzten Stufe vor dem erhofften Einzug in den elitären Kreis der 32 CL-Gruppenteilnehmer muss der österreichische Meister und Cupsieger schließlich zeigen, was wirklich in der Mannschaft steckt.
Aufsteigen statt „Umsteigen“
Um mögliche Kaliber wie Dinamo Zagreb (Kroatien), CFR Cluj (Rumänien), MSK Zilina (Slowakei), Partizan Belgrad (Serbien) oder Helsingborg IF (Schweden) in Hin- und Rückspiel auszuschalten, würde es am 21./22. August sowie 28./29. August wohl einer reifen Leistung der Salzburger bedürfen. Bärenstarke Gegner wie der FC Basel, RSC Anderlecht, Celtic Glasgow oder BATE Borisow blieben den gesetzten „Bullen“ aber auf jeden Fall erspart.
Sollte es auch im fünften Anlauf auf die CL-Gruppenphase für Red Bull nicht klappen, könnte man ab der dritten Qualirunde aber zumindest wieder „umsteigen“. Nach einem vorzeitigen Ausscheiden in Runde drei würde Salzburg in der vierten Europa-League-Qualifikationsrunde gesetzt sein. Das Aus in CL-Qualirunde vier würde gleich zur Teilnahme an der EL-Gruppenphase berechtigen.
Rapid startet später als Admira und Ried
Die Admira, Sensationsteam der abgelaufenen Bundesliga-Saison, nimmt die EL-Qualifikation ebenso ab der zweiten Runde in Angriff wie die über das Erreichen des Cupfinales gegen Salzburg qualifizierte SV Ried. Beide sind gesetzt, können es also mit Gegnern wie etwa St. Johnstone (Schottland), FK Sarajewo (Bosnien-Herzegowina), Bohemians Dublin (Irland) oder FK Senica (Slowakei) zu tun bekommen. Gespielt wird am 19. und 26. Juli, die Auslosung erfolgt mit der ersten Runde am 25. Juni.

Guido Burgstaller
Übersteht Rapid die Quali, winken in der Europa League fette Einnahmen
Vizemeister Rapid steigt in der dritten Qualirunde ein, die am 20. Juli ausgelost und am 2. bzw. 9. August gespielt wird. Die Hütteldorfer sind gesetzt. Mögliche Gegner wären u. a. der Milliardärsclub Anschi Machatschkala (Russland), Vitesse Arnheim (Niederlande) Omonia Nikosia (Zypern), Slovan Bratislava (Slowakei) oder Hajduk Split (Kroatien). Noch dicker käme es eventuell für Admira und Ried, sollten sie Runde drei erreichen. Inter Mailand, Liverpool, Olympique Marseille oder Hannover 96 wären nur vier von zahlreichen klingenden Namen.
Hoffen auf Losglück im Finish
Spätestens vor der vierten und letzten Phase vor dem Erreichen der Gruppenphase der 48 verbliebenen Teams wäre am 10. August allgemeines Hoffen auf Losglück angesagt. Auch Rapid könnte dann wie die Admira und Ried in Hin- und Rückspiel am 23. und 30. August als ungesetzter Vertreter in den - zumindest finanziellen - Genuss eines Kräftemessens mit Inter, Lazio Rom, VfB Stuttgart oder Liverpool kommen.
Noch schlimmer wäre aber wohl die nächste Auflage des Duells Österreich gegen Metalist Charkiw. Die Ukrainer schalteten in der vergangenen EL-Saison zunächst die Austria in der Gruppenphase und dann Salzburg im Sechzehntelfinale aus. Favorit wäre ein österreichischer Club in der vierten Runde gegen kein gesetztes Team. Mögliche Kontrahenten wie Racing Genk (Belgien), Lech Posen (Polen), Trabzonspor (Türkei) oder Anorthosis Famagusta (Zypern) ließen ihn aber auch nicht in Ehrfurcht erstarren.
Harald Hofstetter und Christoph Lüftl, ORF.at
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