Themenüberblick

Letzter Akt im Aufstiegskrimi

Während der Aufstieg in die Erste Liga für Regionalliga-Ost-Meister SV Horn nach einem 5:1 im Hinspiel bei WSG Wattens nur noch Formsache ist, kündigt sich im steirischen Derby zwischen Hartberg und GAK am Freitag (19.00 Uhr) ein Nervenkrimi bis zur letzten Minute an. Nach einem 0:0 in Graz dürfen noch beide Teams von einem Sieg im Relegationsduell träumen.

Dieser Artikel ist älter als ein Jahr.

„Man wird am Freitag sehen, wer die besseren Nerven hat“, sagte Hartberg-Coach Walter Hörmann, der weiß, dass das Spiel von Kleinigkeiten entschieden werden kann. Von Giftpfeilen Richtung Graz vor dem „Spiel der großen Emotionen“ hält der 50-Jährige nichts, im Gegenteil. „Relegation an sich ist nicht schlecht, aber ein Meister sollte nicht Relegation spielen“, meinte Hörmann. „Der GAK ist überlegen Meister geworden und hätte direkt aufsteigen müssen.“

Herbert Rauter (GAK) und Manuel Prietl (Hartberg)

GEPA/David Rodriguez Anchuelo

Im Hinspiel schenkten sich die beiden steirischen Kontrahenten nichts

GAK kennt das richtige Rezept

Da die „Roten Teufel“ allerdings den Weg über die Relegation gehen müssen, gilt deren volle Konzentration dem Rückspiel. Und dafür glaubt GAK-Sportdirektor Walter Koleznik das richtige Rezept gefunden zu haben, um nicht wie beim Hinspiel vom intensivem Forechecking der Hartberger überrascht zu werden. „Das gute daran ist, dass unsere Burschen nun gesehen haben, wie Hartberg spielt und welche Gangart sie einschlagen“, meinte das GAK-Urgestein.

Für das Rückspiel gegen Hartberg, das nur aufgrund der Lizenzverweigerung des LASK in die Relegation rutschte, ist die Devise klar: „Wir müssen von der ersten Sekunde weg aggressiver dagegen halten, schnell spielen, den Bällen entgegengehen und ein Tor machen“, so Koleznik, der glaubt, dass die Oststeirer auch in ihrem Heimspiel nicht grundlegend anders agieren werden und versuchen, die Mannschaft von Ales Ceh nicht ins Spiel kommen zu lassen. „Die Jungs haben die Hartberger jetzt einmal ‚gespürt‘ und das Ganze nun intus.“

Hartberg wird nach der Gelb-Roten Karte im Hinspiel auf Manuel Prietl verzichten müssen, der für Hörmann gemeinsam mit Vait Ismaili das Um und Auf im Hartberger Spiel war und den Club nun Richtung Mattersburg verlassen wird. „Das ist für uns ein großer Verlust, aber da werden andere Spieler einspringen“, so Hörmann. Beim GAK steht indes einzig hinter Patrick Durlacher ein kleines Fragezeichen, über seinen Einsatz soll erst nach dem Abschlusstraining entschieden werden.

Horn bereit für die Aufstiegspartie

Vollkommen anders sind indes die Vorzeichen vor dem zweiten Relegationsduell zwischen Horn und Wattens (Spielbeginn 19.30 Uhr). Nach dem klaren 5:1 (3:0) im Alpenstadion am Montag bereiten sich die Niederösterreicher bereits auf die Aufstiegspartie in der heimischen Waldviertler Volksbank Arena vor. „Wir haben jetzt nicht nur einen Fuß, sondern gleich eineinhalb in der Tür zur Ersten Liga“, betonte Horn-Trainer Michael Streiter bereits nach dem Hinspiel.

Florian Toplitsch (Wattens) und Thomas Friess (Horn)

GEPA/Amir Beganovic

Nur noch ein Wunder kann Horn den Aufstieg verwehren

Allerdings ist sich Streiter mit Wattens-Trainer Roland Kirchler einig, dass die Relegation endlich abgeschafft gehört. Immerhin stehen die Tiroler nach 30 Runden in der Regionalliga West ohne Niederlage wie im Vorjahr nach der Relegationsniederlage gegen BW Linz mit leeren Händen da. „Ich sage schon seit drei Jahren, dass die Relegation abgeschafft gehört. Es kann nicht sein, dass man eine überragende Saison spielt und trotzdem nicht aufsteigt“, betonte Kirchler.

Ins selbe Horn stieß auch Streiter und forderte die Abschaffung der Relegation: „Der ÖFB muss sich endlich etwas einfallen lassen. Mit dieser Relegation verursacht er sehr viel Schlimmes. Die Relegation muss endlich verschwinden.“ Streiter hatte dabei nicht nur Mitleid mit seinem ehemaligen Teamkollegen, sondern betonte auch, dass es für die eigene Mannschaft sehr schwierig sei, die kommende Saison „in die Luft“ zu planen.

Links: