Keine Ausnahmeregelung
Die Olympischen Spiele bringen Tamira Paszek vorerst weiter kein Glück. Das olympische Tennisturnier 2012 geht ohne Österreichs stärkste Spielerin über die Bühne. Ein Fed-Cup-Einsatz fehlt der Vorarlbergerin zum Auftritt in London. Für Paszek wiederholt sich damit die Geschichte. Bereits 2008 in Peking musste die 21-Jährige zusehen.
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Am Dienstag gab der Internationale Tennisverband (ITF) die Teilnehmerliste für die von 28. Juli bis 5. August angesetzten Bewerbe bekannt. Paszeks Name fehlt auf der Liste, die vom Österreichischen Tennisverband (ÖTV) angestrebte Ausnahmegenehmigung wurde nicht erteilt. Grund: Paszek spielte in den vergangenen vier Jahren nur einmal statt mindestens zweimal im Fed Cup. „Das olympische Komitee der ITF hat entschieden“, so die ITF, „dass Tamira Paszek für einen Olympiaantritt nicht infrage kommt, da sie die minimalen Erfordernisse für eine Teilnahme im Fed Cup nicht erbracht hat.“
ÖTV legt Protest ein
Der ÖTV hat am Mittwoch auf die Nichtanerkennung von Tamira Paszek für die Olympischen Spiele verärgert reagiert und hat auch ein offizielles Protestschreiben verfasst. „Der österreichische Tennisverband ist geschockt von der Entscheidung des ITF-Olympiakomitees, die Nominierung von Tamira Paszek nicht anzuerkennen", zeigte sich ÖTV-Präsident Ronnie Leitgeb fassungslos. Für Tamira, die jetzt gerade auf Rasen durch ihren Sieg in Eastbourne für ihre harte Arbeit belohnt wurde, ist es eine enorme Enttäuschung“, erklärte Leitgeb weiter. „Für den ÖTV und Österreich ist es eine genommene Medaillenchance.“

GEPA/Alan Grieves
Paszek muss ihren Traum von Olympia um weitere vier Jahre verschieben
Leitgeb, der auch Manager von Paszek ist, hat die Sache noch nicht ganz aufgegeben. „Das ITF-Komitee hat damit ganz klar einen Linienball out gegeben“, glaubt er an eine Fehlentscheidung der ITF. „Tamira hat heuer Fed Cup für Österreich gespielt, war in der Vergangenheit verfügbar, ist aus unterschiedlichen Gründen aber nicht nominiert worden. Allein, dass der nationale Verband ihre Teilnahme in aller Konsequenz unterstützt, sollte der ITF als Dachorganisation genügen.“
„Wir sind von der Entscheidung enttäuscht und überrascht und unterstützen die Vorgehensweise des ÖTV“, erklärte auch ÖOC-Generalsekretär Peter Mennel. Mennel betonte auch, dass das ÖOC in Gesprächen mit dem ÖTV darauf Wert gelegt hatte zu prüfen, ob in der Vergangenheit in ähnlichen Fällen Ausnahmegenehmigungen für Olympia erteilt worden seien. „Wenn es solche gegeben hat, wäre das dann jetzt unverständlich und würde ein schiefes Licht ergeben.“
Deja-vu für Paszek
Jürgen Melzer im Einzel sowie Melzer/Alexander Peya im Doppel bleiben daher Österreichs einzige Vertreter im olympischen Turnier 2012. Paszek erlebt hingegen ein Deja-vu. Bereits die Spiele 2008 in Peking musste die 21-Jährige zu Hause vor dem TV-Gerät verfolgen. Damals machte allerdings nicht die ITF, sondern das Österreichische Olympische Comite (ÖOC) der Vorarlbergerin einen Strich durch die Rechnung. Trotz Quotenplatzes wurde die 21-Jährige zu Hause gelassen. Damals wurde mit der flachen Leistungskurve Paszeks vor der Nominierungsfrist argumentiert.
Besonders bitter aus Sicht der Spielerin: Just am Tag ihrer Nichtnominierung beendete Paszek ihre damalige Niederlagenserie mit einem Sieg über Aiko Nakamura (JPN) in Los Angeles. Nur wenige Tage später besiegte sie in Montreal die damalige Nummer eins Ana Ivanovic aus Serbien. Heuer ist Paszek ebenfalls rechtzeitig vor Olympia in Topform. Mit ihrem Turniersieg bei der Wimbledon-Generalprobe in Eastbourne spielte sie sich wieder ins Rampenlicht.
Ein fehlender Fed-Cup-Auftritt in den vergangenen vier Jahren sticht die Topleistung der Vorarlbergerin aus Sicht der ITF jedoch aus. Damit fällt natürlich auch ein mögliches Mixed-Doppel von Melzer und Paszek aus. Zudem hatte der ÖTV gehofft, dass neben Melzer/Peya mit Julian Knowle/Oliver Marach ein weiteres Herren-Doppel den Cut schafft. Auch um eine Wildcard für ein Damen-Doppel wurde angesucht.
ITF: Bestes Turnier aller Zeiten
In London werden laut ITF die hochkarätigsten Tennisbewerbe der Olympiageschichte in Szene gehen. Aus den jeweiligen Top 20 der aktuellen Weltrangliste fehlt mit Mardy Fish (USA) und Marion Bartoli (FRA) jeweils nur einer. Die Teilnehmerfelder mit je 64 Spielern werden von den Rankingspitzenreitern Novak Djokovic (SRB) und Maria Scharapowa (RUS) angeführt.
Mit Rafael Nadal (ESP/Einzel), Roger Federer und Stanislas Wawrinka (SUI) sowie Venus und Serena Williams (USA/jeweils Doppel) sind drei von vier Sieger der Spiele 2008 in Peking neuerlich dabei. Damen-Goldmedaillengewinnerin Jelena Dementjewa (RUS) ist mittlerweile zurückgetreten.
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