Golfball statt Filzkugel
Die Lyoness Open 2012 schmücken sich mit der Teilnahme eines branchenfremden Stars: Tennisass Jewgeni Kafelnikow wird beim österreichischen Topevent (25.-28.7.) in Atzenbrugg antreten. Der 38-jährige Russe hat 2000 in Sydney Olympiagold gewonnen, zwei Grand-Slam-Titel geholt und den Davis-Cup-Sieg gefeiert. Seit seinem Rücktritt 2003 schult sich Kafelnikow zum Golfer um.
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Für den ehemaligen Weltranglistenersten im Tennis ist es der erste Auftritt auf der European Tour außerhalb Russlands bzw. Kasachstans. Die Erwartungen sind daher nicht besonders hoch. „Allerdings hat er seit unserer Einladung jede andere Tätigkeit eingestellt und spielt nur noch Golf“, erzählte Turnierpromoter Herwig Straka über den wegen seiner Nähe zur Wettmafia nicht unumstrittenen Sportstar.

APA/EPA/Andrew Kravchenko
Jewgeni Kafelnikow, zweifacher Tennis-Grand-Slam-Sieger, schwingt in Atzenbrugg den Golfschläger
Das Starterfeld mit den Sieganwärtern wird vermutlich der Franzose Thomas Levet anführen, die Veranstalter warten aber noch die dieswöchigen British Open ab. Von dort wird auch Manuel Trappel zu den österreichischen Open im Diamond Country Club nach Niederösterreich kommen. Der Vorarlberger steht im Tullnerfeld an der Spitze eines starken Amateurfeldes unter anderen mit dem Deutschen Marcel Schneider (Handicap +5) sowie den Österreichern Lukas Nemecz und Matthias Schwab, der hier wieder auf „Angstgegner“ Alan Dunbar trifft.
ORF Sport + überträgt täglich rund drei Stunden live aus Atzenbrugg - überdies ist das Turnier im ORF-Livestream zu sehen.
Hoffen auf Wiesberger und Brier
Im Kampf um das Preisgeld von einer Million Euro hoffen die Veranstalter und die Zuschauer vor allem auf Bernd Wiesberger. Dem Burgenländer ist heuer mit seinem Sieg in Südkorea der Durchbruch gelungen, schon im Vorjahr hat er als Fünfter in Atzenbrugg sein Potenzial beim Heimturnier gezeigt. Direkt nach den Lyoness Open wird Wiesberger erstmals auf der US-Tour antreten.
Markus Brier hingegen hofft in Abwesenheit des an beiden Hüften operierten Martin Wiegele auf seinem Heimatplatz auf eine Wende. Der Wiener, der dieses Turnier 2006 gewonnen hat, blickt gerade zum zweiten Mal in seiner Karriere auf sechs verpasste Cuts in Folge zurück.
„Momentan läuft’s richtig scheiße“
„Momentan läuft’s richtig scheiße“, gestand Brier. „Ich muss schauen, dass ich den Ball wieder mal geradeaus und mein Spiel in den grünen Bereich bringe“, sagte der frustrierte Veteran am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien. Die Hoffnung des 44-Jährigen: „Das ist beim Heimturnier sicher leichter als auf fremden Plätzen in Schottland oder England.“
Aber selbst für Brier ist eines überragend wichtig. „Dass ein Österreicher vorne mitspielt, egal wer. Das hebt die Stimmung und macht das Turnier auch für Nicht-Golfer interessanter.“ Für ihn selbst steht viel auf dem Spiel. Beginnt es auch in Österreich nicht zu laufen, droht das Karriereende. Brier dazu: „Momentan schließe ich nichts aus.“
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