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Warten auf den Stratosphärensprung

Der für August geplante Stratosphärenrekordsprung von Felix Baumgartner verzögert sich. Nach zwei Testsprüngen ist die Kapsel, die den 43-jährigen Salzburger in eine Höhe von 36 Kilometern bringen soll, so beschädigt, dass sich der geplante August-Sprung nicht ausgehen wird, gab Red Bull am Donnerstag bekannt. Als neuer Termin wurden die ersten beiden Oktober-Wochen genannt.

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Die Generalprobe war Anfang Juli erfolgreich verlaufen. Baumgartner sprang aus 29.456 Meter Höhe und landete wenige Minuten später in der Wüste von New Mexico. Die Raumkapsel wurde dabei von einem über 150.000 Kubikmeter großen Heliumballon in die Höhe transportiert, bevor der Salzburger die Tür der Druckkapsel öffnete und 3:48 Minuten im freien Fall mit 862 km/h in Richtung Erdboden raste.

Kapsel bei Aufprall beschädigt

Nach seiner Landung wurde er mit einem Hubschrauber zurück zur Airforce Base in Roswell gebracht, wo sich das Hauptquartier des Stratos-Projekts befindet. Mit viel Jubel wurde Baumgartner im Mission Control Centre empfangen. Weniger gut erging es der Kapsel, die bei der letzten Landung stark beansprucht wurde - der Aufprall war sehr hart. Sogenannte Crash Pads im unteren Bereich hätten eigentlich den Aufprall reduzieren sollen.

Bergung der defekten Kapsel

APA/redbullcontentpool.com/Balazs Gardi

Beim Aufprall auf der Erde wurde die Kapsel ramponiert

Erst nachdem das Team nach dem zweiten Testsprung im Juli die Kapsel geborgen hatte, entdeckte es die Schäden. Das Modul driftete nach dem Absprung von Baumgartner ab und landete südwestlich von Roswell auf felsigem Gelände, berichtete Red Bull auf seiner Homepage. Dabei wurde die Kapsel auf die Seite geworfen. Es entstanden Schäden an der äußeren Hülle, dem Rahmen und anderen wichtigen Komponenten.

Hülle muss ausgetauscht werden

Nach intensiven Tests der kalifornischen Firma Sage Ceshire Aerospace wurde festgestellt, dass die wichtigsten Elemente wie der Druckbereich und das elektronische System keinen Schaden erlitten hatten. Allerdings wird die äußere Hülle ausgetauscht und mit Material aus einer Reservekapsel versehen.

Nach dem Zusammenbau der Kapsel sollen die Tests am 24. September abgeschlossen werden. Der finale Sprung ist für die ersten zwei Oktober-Wochen geplant. Die Wetterbedingungen für den Herbst dürften perfekt sein, bestätigte auch der Meteorologe des Projekts, Don Day: „Herbstbeginn in New Mexico ist eine der besten Zeiten des Jahres, um einen Stratosphärenballon zu starten.“

Bei der Stratos-Mission sollen vier bestehende Weltrekorde gebrochen werden: der höchste bemannte Ballonflug (36.576 Meter) und der höchste Fallschirmsprung. Baumgartner soll auch als erster Mensch im freien Fall die Schallmauer durchbrechen. Weiters soll er den längsten freien Fall (ca. 5.30 Minuten) absolvieren. Den bisherigen Rekord hält seit 52 Jahren Baumgartners Mentor Joe Kittinger, der aus einer Höhe von 31.332 Metern sprang.

Geduldsprobe für Baumgartner

Seit fünf Jahren bereitet sich Baumgartner auf das Projekt vor. Bereits im März absolvierte er den ersten Testsprung aus rund 21.800 Metern, im Juli erfolgte der zweite und letzte Testsprung. Nun heißt es wieder einmal warten. Schon einmal musste Baumgartner Geduld aufbringen.

Ein US-Amerikaner hatte Rechte an dem Projekt beansprucht und im Jänner 2010 bei einem kalifornischen Gericht eine Multi-Millionen-Dollar-Klage eingebracht. Red Bull entschloss sich daraufhin, das Stratos-Projekt zunächst abzubrechen. Nach der außergerichtlichen Einigung im Juli des vergangenen Jahres wurde die Mission fortgesetzt.

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