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ÖLV-Generalsekretär wenig begeistert
In dieses geht sie übrigens mit einem neuen Anwalt. Ihr früherer Rechtsbeistand wurde kürzlich zum Ersatzmitglied der Rechtskommission der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) bestellt, die Trennung von Pumper war schon früher erfolgt. Die Wienerin begann gleich nach Ablauf der Sperre wieder an Leichtathletik-Veranstaltungen teilzunehmen, beim LCC ist sie als Organisatorin diverser Veranstaltungen aktiv.

GEPA/Hans Oberlaender
Nach Ablauf ihrer Sperre im März 2010 wurde Pumper wieder aktiv, hier beim Graz-Marathon 2011
Pumper meldete sich am Dienstagnachmittag bei der APA und bestätigte, dass sie LCC-Wien-Präsidentin ist. „Ärmel aufkrempeln und hart arbeiten“, lautet das Motto von Pumper, die seit 1999 LCC-Mitglied ist und „frisches, junges Blut in den Verein reinbringen will“. Dabei liege der Fokus ganz klar auf dem „Breitensport, der Gedanke der Eliteschmiede gehört schon lange der Vergangenheit an. Unsere Zielgruppe sind junge Leute, und die fühlen sich bei uns sehr wohl.“
„Die Optik ist schlecht“
Helmut Baudis, der Generalsekretär und Anti-Doping-Beauftragte des Österreichischen Leichtathletikverbandes (ÖLV), sagte auf Anfrage der APA: „Die Optik ist schlecht. Wenn man Jugendliche anspricht, sollten Personen am Werk sein, die mit Doping überhaupt nichts zu tun haben oder hatten. Als Trainer und Funktionär hat man eine Vorbildfunktion. Man sollte einen Verein und eine Sportart ohne negativen Beigeschmack repräsentieren.“ Der ÖLV hat allerdings keinerlei Handhabe gegen eine solche Entscheidung.
„Das ist Jahre her. Ich bin verurteilt worden und habe meine Dopingsperre abgesessen. Man sollte mich deswegen nicht lebenslang verfolgen und verurteilen“, meinte Pumper zu ihrer Dopingvergangenheit. Weiters legte sie besonderen Wert auf die Tatsache, dass sie keine aktive Leichtathletin mehr sei. „Ich bin seit diesem Jahr eine reine Hobbyathletin, die Freude am Laufen hat“, betonte die Wienerin.
Der LCC Wien machte in den vergangenen Jahren viele negative Schlagzeilen - mit Athletinnen wie Jolanda Ceplak (SLO), Helena Javornik (SLO), Lisa Hütthaler, Bettina Müller-Weissina, Stephanie Graf und Eva Maria Gradwohl, über die alle Dopingsperren verhängt wurden. Pumper wird sich nach einer für sie belastenden Zeugenaussage von Hütthaler nochmals vor der NADA-Rechtskommission verantworten müssen. Ein drohendes neues Verfahren nehme Pumper „sehr ernst“.
Ex-Pumper-Anwalt in NADA-Rechtskommission
Zumindest etwas verwunderlich ist auch die Bestellung von Rechtsanwalt Clemens Grünzweig als juristisches Ersatzmitglied der NADA-Rechtskommission. Dazu befragt meinte der neue NADA-Geschäftsführer Michael Cepic: „Er ist nicht mehr Anwalt von Frau Pumper. Ich habe ein ausführliches Gespräch mit Herrn Grünzweig geführt. Er kennt sich mit der Materie ausgezeichnet aus, das war der ausschlaggebende Grund, ihn als Ersatzmitglied zu nominieren.“

GEPA/Christian Ort
2009 vertrat Grünzweig (li.) Pumper (re.) noch, jetzt wechselte er die Seiten
Unvereinbar wäre es nur dann, wenn Grünzweig noch irgendwelche Beziehungen zu Pumper hätte. Das sei nicht der Fall, diese werde nun von einem anderen Anwalt vertreten. Auf die Frage, ob es so wenig Auswahlmöglichkeit gebe, dass man einen Juristen nehmen müsse, der in der Vergangenheit einen Sportler gegenüber der NADA-Rechtskommission vertrat, antwortete Cepic, dass Anwälte und Juristen mit dem Insiderwissen nicht leicht zu finden seien.
Erfahrung von der anderen Seite „nicht schlecht“
„Ich denke mir, dass es für uns sehr nützlich sein kann, einen Spezialisten zu haben, der auch die andere Seite kennt. Jemand, der Erfahrung von der anderen Seite mitbringt, ist in so einer Kommission nicht schlecht“, meinte der NADA-Geschäftsführer. Grünzweig ist Ersatzmitglied, das heißt, er kommt nur zum Einsatz, wenn ein anderes Mitglied verhindert ist.