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13. Medaille für Österreich

Günther Matzinger hat am Samstag für einen perfekten rot-weiß-roten Schlusspunkt bei den Paralympics in London gesorgt. Nach seinem Sieg über 400 Meter gewann der Salzburger auch die 800 m in der neuen Weltrekordzeit von 1:51,82 Minuten. Für Österreich gehen die äußerst erfolgreichen Spiele damit mit vier Gold-, drei Silber- und sechs Bronzemedaillen zu Ende.

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In einem von Beginn an extrem schnellen Rennen verwies Matzinger vor 80.000 begeisterten Fans den Algerier Samir Nouioua (+ 0,51 Sekunden) und Abraham Tarbei (1,21) aus Kenia auf die Plätze. Nach einer Runde sah es zunächst fast danach aus, als würden sich die drei Kenianer taktisch clever die Topplätze sichern. Doch Matzinger, der als einziger Europäer im Finale stand, pirschte sich auf der Gegengerade der zweiten Runde an die Führenden heran und kam auf gleicher Höhe auf die Zielgerade.

Günther Matzinger über 800 Meter

APA/EPA/Tal Cohen

Matzinger lief der Konkurrenz zum zweiten Mal auf und davon

„Kann es überhaupt noch nicht fassen“

Mit einem unvergleichlichen Schlusssprint kämpfte der 25-Jährige seine Konkurrenten nieder und überquerte als Erster die Ziellinie. „Ein Wahnsinn, ich kann es überhaupt noch nicht fassen“, fehlten Matzinger fast die Worte. „Ich habe gewusst, dass die zweiten 400 Meter meine stärkeren sind. Meine Taktik ist voll aufgegangen und ich bin sehr froh, dass ich am Ende noch die Kraft hatte, den Sprint durchzuziehen.“

Für den in München lebenden Bankangestellten, der seit der Geburt eine Fehlbildung am rechten Unterarm (Dysmelie) hat, waren die beiden Triumphe in London auch seine ersten Medaillen bei den Paralympics. 2008 in Peking hatte er die Ränge fünf und sieben belegt. „Ich bin hierher gekommen, um eine Medaille zu holen. Jetzt sind es am Ende zwei, beide in Gold. Dazu Weltrekord, das hätte ich nicht zu träumen gewagt“, freute sich Matzinger.

Winterleitner Sechster im Straßenrennen

Am Nachmittag hatte Helmut Winterleitner bei seinem zweiten Einsatz einen Top-Ten-Platz erreicht. Der 45-jährige Niederösterreicher belegte im 24-Kilometer-Straßenrennen der Klasse Mixed 1-2 mit einer Zeit von 50:04 Minuten Platz sechs.

Der Sieg auf der Rennstrecke von Brands Hatch ging an den Briten David Stone (45:17) vor dem Italiener Giorgio Farroni (45:24) sowie dem Tschechen David Vondracek (48:34). Im Zeitfahren hatte Winterleitner am Mittwoch Rang zehn belegt.

Geierspichler verpasst 200-m-Finale

Die restlichen ÖPC-Athleten verpassten ihre Finali deutlich. Rennrollstuhlfahrer Thomas Geierspichler wurde in seinem 200-Meter-Vorlauf der Klasse T52 nur Fünfter und Vorletzter und schied als Gesamtelfter out.

„Das war mein sechstes Rennen. Die vielen Einheiten und Vorbereitungen auf die Bewerbe haben sich bemerkbar gemacht. Mein 200er-Start war ganz gut, aber leider hat es fürs Finale nicht gereicht“, sagte der 400-Meter-Bronzemedaillen-Gewinner. Der Vorlauf habe ihm gezeigt, wie viel Arbeit noch auf ihn warte.

Empfang für ÖOC-Athleten am Montag

Die Schwimmerin Sabine Weber-Treiber wurde im 100-Meter-Freistil-Vorlauf Siebente und Vorletzte und schloss in der Klasse S6 als 18. ab. Das Aus im Aquatics Centre kam auch für den blinden Peter Tichy, der über 100 Meter Brust (SB12) Letzter seines Vorlaufs wurde und den Bewerb als Gesamt-16. beendete.

Vor der Abschlussfeier stehen am Sonntag noch die Marathonbewerbe auf dem Programm, in denen aber kein österreichischer Athlet am Start ist. Am Montag werden die erfolgreichen Paralympics-Teilnehmer auf dem Flughafen Wien-Schwechat feierlich empfangen.

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